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Digitale Agenda kw25

 

Neue EU-weite Datenschutzverordnung

Der Entwurf liegt endlich vor, nach drei Jahren zäher Verhandlungen zwischen Politik, Lobbys und Datenschützern. Die 20 Jahre alte EU-Datenschutzrichtlinie soll durch eine Verordnung ersetzt werden und nach einer Übergangszeit ab 2018 einheitlich und verbindlich in allen 28 Staaten der EU gelten (Süddeutsche).

Für Verbraucher bedeutet das, dass sie sich auch in Deutschland über eine in Irland ansässige Firma wie Facebook beschweren können, dass sie ein Auskunftsrecht über gespeicherte Daten haben und dass sie die Löschung oder den Umzug ihrer persönlichen Daten zu einem anderen Dienst geltend machen können.

Die Speicherung persönlicher Daten muss allerdings nicht mehr strikt zweckgebunden sein. Auf Drängen der deutschen Regierung ist im Entwurf eine Klausel, nach der persönliche Daten auch für andere Zwecke genutzt werden dürfen, wenn das „berechtigte Interesse“ der Firma oder eines Dritten überwiegt (heise.de).

Die IT-Industrie schlägt derweil Alarm, weil sie Cloud Computing und Big-Data-Anwendungen in der EU als gefährdet sieht. Da der Unterschied zwischen ‚Datenhalter‘ und ‚Datenverarbeiter‘ im Entwurf aufgehoben wird, fürchten IBM, SAP & Co. um ihre Cloud-Plattformen (Reuters). Und der Bitkom mahnt, dass nicht genug Daten für Big-Data-Analysen zur Verfügung stehen könnten.

Die letzte Lobby-Schacht um den Datenschutz kann also beginnen (Tagesspiegel). Der Entwurf soll jetzt zwischen industriefreundlichen Regierungschefs, den eher strengen EU-Parlametariern und der um Harmonie bemühten EU-Kommission zu Ende verhandelt werden.

 

IT-MANAGEMENT

Die IT braucht ein neues Rollenverständnis, erklärt Jörg Ecke vom IT-Dienstleister Fritz & Macziol in der Computerwoche. Je mehr Fachabteilungen über die Public Cloud erledigen, desto mehr entziehen sich Prozesse dem Einfluss der IT. Doch gerade bei der Auswahl von Cloud-Diensten sollte die IT eine tragende Rolle spielen.

Deutschland entdeckt die Datenanalyse. Laut einer neuen KPMG-Studie treffen 87 Prozent der deutschen Unternehmen Entscheidungen auf Basis von Datenanalyse, doch nur 9 Prozent verwenden dabei professionelle Tools – der Rest ist Excel. Der Nachholbedarf ist riesig, Datenanalyse verspricht in nächster Zeit zur Großbaustelle für die IT zu werden.


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TECHNIK

Massive Sicherheitslücken bei Samsung und Apple. Rund 600 Millionen Samsung-Smartphones sind über ihre Swiftkey-Tastatur manipulierbar, weil sie ihre Updates unverschlüsselt herunterladen (golem.de). Und Apple wurde bereits vor einem halben Jahr eine kritische Lücke im Passwortspeicher gemeldet, behoben ist sie noch nicht (t3n.de).

Apache Spark wird zum „Next Big Thing“. Die quelloffene In-memory-Datenverarbeitungs-Engine bekommt in der neuen Version 1.4 Schnittstellen für die Statistik-Sprache R und für Python 3. Noch wichtiger dürfte sein, dass IBM 3.500 Programmierer Lösungen auf Basis von Spark entwickeln lässt (silicon.de).

Emojis statt Ziffern ergeben bessere PINs glaubt die britische Firma Intelligent Environments und hat ein System entwickelt, nach dem Bankkunden ihre PIN über eine Auswahl aus 44 Emoticons zusammenstellen (Spiegel) können. Sie seien leichter zu merken und schwieriger zu hacken.

 

Zu guter Letzt …

Amazon hat die Nase voll von Zustelldiensten und will in Zukunft die Sache selbst in die Hand nehmen. Laut einem Bericht des Wall Street Journal sollen künftig Pakete durch Privatpersonen ausgeliefert werden. Aber wahrscheinlich nur so lange, bis seine Drohnen den Job übernehmen können. (heise.de).