Schlagwort-Archive: Staatstrojaner

Digitale Agenda kw28 / 2021

 

Hacking News

Cyberangriff löst Katastrophenfall aus. Eine Ransomware-Attacke auf die Systeme des Landkreises Anhalt-Bitterfeld hat den ersten Cyber-Katastrophenfall in Deutschland ausgelöst. Das LKA bestätigte eine Lösegeldforderung.

Ist Russland zu nachlässig? Hinter vielen Ransomware-Angriffen werden russische Hacker vermutet und US-Präsident ermahnte Wladimir Putin, gegen die Akteure durchzugreifen. Inzwischen ist die Website der Hackergruppe REvil offline gegangen.

Auch Spreadshirt wurde gehackt. Beim Einbruch beim Lieferanten von Wunsch-T-Shirts hatten die Täter jedoch Passwörter und Zahlungsdaten im Auge. Kunden wurden gebeten, ihre Passwörter zu ändern.

 

Digitales Leben

Microsoft bringt Windows aus der Cloud. Windows 365 soll komplette PC-Umgebungen mit Windows 10 oder 11 aus der Azure-Cloud zur Miete bereitstellen. Microsoft verspricht eine einfachere Verwaltung als bei Azure Virtual Desktop.

FDP klagt gegen Staatstrojaner. 64 FDP-Abgeordnete haben erneut Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt. Diese Art der Überwachung sei unverhältnismäßig und überflüssig, da richterlich genehmigte Online-Durchsuchungen möglich sind.

Vorratsdatenspeicherung wieder auf der Agenda. Die EU-Kommission sucht nach Wegen, das Verbot des EuGH zu umgehen. Ein geleaktes „Non-Paper“ gibt Hinweise, wie das geschehen soll.

Verbraucherschützer gehen gegen WhatsApp vor. Der Konzern will neue AGBs durchsetzen, deren Inhalt den Nutzern nicht klar sei, schreiben sie in ihrer Beschwerde an die EU-Kommission. 

Verspätungen der Bahn bald in Echtzeit sichtbar. Die Kooperation mit Google Maps wurde vertieft, sodass jetzt Informationen zu Verspätungen und Gleiswechsel in Echtzeit angezeigt werden.  

 

Zu guter Letzt …

Karl Klammer darf bald wieder nerven. Die aufdringliche animierte Büroklammer, die sich in den Neunzigern ungefragt als Office-Assistent anbot, soll wieder auf Office-Nutzer losgelassen werden – zeitgemäß animiert und wahrscheinlich KI-gestützt. 

Digitale Agenda kw04 / 2021

 

Neue Datengesetze

Das neue Gesetz zur Bestandsdatenauskunft erlaubt Ermittlern und Geheimdiensten, auf die Kundendaten der Internet-Provider inklusive Passwörtern zuzugreifen. Es wurde gegen den Rat von Experten am Donnerstag beschlossen.

Es ist bereits der dritte Anlauf. Die zwei Versionen davor wurden vom Bundesverfassungsgericht gekippt, doch auch die neue Version ist nicht viel anders. 

Auch der Einsatz von Staatstrojanern soll erweitert werden, um geheime „Online-Durchsuchungen“ zu erleichtern. 

 

Digitales Leben

Ermittlern gelingt Schlag gegen Emotet. Nach Angaben des BKA ist es einem internationalen Team gelungen, die Infrastruktur der „gefährlichste Schadsoftware weltweit“ lahmzulegen. 

Hype-App Clubhouse empört und begeistert. Verbraucherschützer mahnen die Betreiber ab, Security-Experten warnen, Datenschützer kritisieren, Politiker blamieren sich und Dorothee Bär warnt vor der „Datenschutzkeule“.

Fehde zwischen Facebook und Apple eskaliert. Apples neue Tracking-Bremse gefährdet Facebooks Geschäftsmodell so sehr, dass Facebook nun eine Kartellklage erwägt. 

Ist Doxxing jetzt plötzlich eine gute Sache? Ein anonymer Internet-Aktivist hat die Fotos von 6.000 Personen veröffentlicht, die mutmaßlich bei der Stürmung des Kapitols beteiligt waren – oder auch nicht. Das schafft einen gefährlichen Präzedenzfall. 

Facebook greift in den Aktienhandel ein. Tausende Kleinanleger haben versucht, etablierte Wallstreet-Spekulanten auszutricksen und dabei mitunter über Facebook kommuniziert. Die Gruppe mit 157.000 Nutzern wurde nun geschlossen. 

 

Zu guter Letzt …

Der Platz in der Stratosphäre wird knapp. Tesla-Chef Elon Musk und Amazon-Chef Jeff Bezos wollen jeweils Tausende Satelliten ins All schießen. Nun ist zwischen den beiden ein Streit um die Umlaufbahnen entbrannt.

Digitale Agenda kw47 / 2020

 

Apple Crumble

Das neue MacBook Pro mit dem hauseigenen M1-Prozessor überzeugt in ersten Tests hinsichtlich Leistung und Batterielaufzeit, doch die Fachpresse ist skeptisch. Die Chip rät dazu, abzuwarten, und Heise sieht in der M1-CPU keine Gefahr für Intel. 

Das neue Betriebssystem Big Sur läuft zwar sehr gut, kann aber in seiner aktuellen Version ältere Macs beim Upgrade beschädigen. 

Tracking und Werbung: Der Datenschutzaktivist Max Schrems hat gegen den Konzern wegen Tracking Beschwerde eingelegt. Apple hält derweil an seinem Plan fest, App-Tracking einzudämmen, nervt aber mit Werbung auf dem iPhone.

Apple zeigt sich spendabel. Kleinere App-Entwickler müssen ab 2021 nur noch die halbe Provision an Apple entrichten. Außerdem will Apple für die durch Updates gedrosselten iPhones mehr Entschädigung zahlen.

 

Digitales Leben

Die Corona-Warn-App ist eher unbeliebt. Trotz neuer Funktionen und gutem Datenschutz wollen mehr als die Hälfte der Deutschen nichts mit der App zu tun haben. Ideen für bessere Funktionalität gibt es hingegen reichlich. 

Gaia-X Initiative bekommt Zulauf. Für das Projekt zur Schaffung einer europäischen Cloud wollen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums mehr als 100 Firmen „Mitglied der ersten Stunde“ werden.

Weiter Streit um Staatstrojaner und Verschlüsselung. Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrats lehnt den Staatstrojaner für Geheimdienste ab, die EU und das Innenministerium werfen Nebelkerzen beim Thema Messenger-Verschlüsselung. 

Was genau treibt Zitis? Due Süddeutsche hat der „Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich“ einen Besuch abgestattet und schildert ihre Eindrücke in zwei Artikeln über Verbrechensbekämpfung und Volksverhetzung.  

Amazon wird jetzt auch zur Apotheke. In den USA hat der Online-Händler den Start einer eigenen Internet-Apotheke angekündigt. Im Nachgang von Corona will sich Amazon den 500-Milliarden-Markt nicht entgehen lassen.

 

Zu guter Letzt …

Speicherdefekt könnte Zehntausende Teslas lahmlegen. Ein 8 GB großer Flash-Speicher in den Modellen S und X gibt nach einer Weile den Geist auf, was den Ausfall von teils wichtigen Funktionen der Fahrzeuge zur Folge haben kann. Dieser Fehler kann zur Abwechslung mal nicht per Software-Update repariert werden. 

Digitale Agenda kw43 / 2020

 

Die USA gegen Google

US-Regierung leitet Kartellverfahren Google ein. Google soll seine Marktdominanz missbraucht und Firmen dazu gezwungen haben, seine Suchmaschine zum Standard auf Handys zu machen.

Ob die Klage Erfolg haben wird, ist offen. Zwar ist Googles Dominanz in viererlei Hinsicht gefährlich, aber die Alternativen momentan chancenlos und die letzte Konsequenz, eine Zerschlagung, eher unrealistisch und schwer durchzusetzen. 

Bekommen die USA Hilfe aus Europa? Auch die EU will die Marktmacht der digitalen Plattformen einschränken und arbeitet an einem Regelwerk, aber auf Geschäftspraktiken dürfte dies kaum Auswirkungen haben. 

 

Digitales Leben

Staatstrojaner für alle. Das Innenministerium hat sich im zweiten Anlauf mit seinem Plan durchgesetzt, allen 19 Geheimdienste des Bundes und der Länder eine Lizenz zum Schnüffeln zu erteilen. 

BND-Gesetz macht politische Überwachung möglich, glaubt ein Journalist, der das Gesetzt analysiert hat. Das könnte dramatische Einschnitte ins Recht auf Pressefreiheit nach sich ziehen.

Die Corona-Warn-App ist ein „zahnloser Tiger“ und hat kaum eine warnende Wirkung, sagt der bayrische Ministerpräsident Söder. Immerhin bekommt sie Montag neue Funktionen und läuft auch in Italien und Irland. 

EU-Kommission setzt auf Open Source. „Think Open“ heißt die neue Software-Strategie der EU. Die Kommission betrachtet sich selbst als Mitglied der Community, will aber die „Lebensfähigkeit des Ökosystems“ nicht unbedingt mit Geld fördern. 

Schweden will keine chinesische Anbieter im 5G-Netz. Huawei und ZTE sind vom Ausbau augeschlossen, die Skandinavier setzen lieber auf die einheimische Ericsson sowie auf Nokia und Samsung.

 

Zu guter Letzt …

Facebook Dating startet in Deutschland. Bei der Flirt-Funktion soll es möglichst sauber zugehen: Nur ab 18, keine Fotos, keine Videos und keine Facebook-Freunde, außer man hat einen unter ihnen als „heimlichen Schwarm“ gekennzeichnet. Und natürlich alles streng nach DSGVO.