Schlagwort-Archive: Stuxnet

Digitale Agenda kw35

 

Steuergeschenke

Apple wird zum Zankapfel zwischen EU und USA. Die Entscheidung der EU, Irland solle eine Steuernachzahlung von 13 Milliarden Euro von Apple fordern, weitet sich zu einer handfesten Krise zwischen den beiden Wirtschaftsmächten aus.

Eine Steuerquote von nur 0,005 Prozent soll Apple 2014 auf seine europäischen Umsätze gehabt haben. Das sei der Deal mit den irischen Finanzbehörden, nach dem nur der Gewinn aus dem Verkauf von Produkten in Irland versteuert wird, nicht aber der Gewinn aus anderen EU-Ländern (Zeit).

Die irische Regierung will das Geld gar nicht und zieht stattdessen vor Gericht, ebenso wie Apple (Süddeutsche). Beide sehen sich im Mittelpunkt einer politischen Kampagne der EU, nach dem Brexit noch mehr Einfluss in die Finanzen der einzelnen Länder zu gewinnen und an Apple ein Exempel zu statuieren (Zeit).

Wir brauchen jetzt keinen Handelskrieg, mahnt Bayerns Wirtschaftsminister Söder (SZ) und schlägt sich auf die Seite von Apple und der US-Regierung. Diese hatte schon letzte Woche die EU scharf attackiert. Sie ist sauer, weil Apple die 13 Milliarden dann in den USA absetzen könnte.

    

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Was macht ein „Business-Analyst“ in der IT-Abteilung? Ihm steht die Rolle des Übersetzers zwischen IT und den Fachabteilungen zu. Wie er diese am besten ausfüllt, erklärt Wolfgang Martin in der Computerwoche.

7 klassische Denkfehler bei der Absicherung von Web-Apps hat der Schweizer Hersteller Airlock zusammengestellt. Admins würde deren Gefahrenpotenzial gerne unterschätzen weil Maßnahmen wie SSL und Reverse Proxies vermeintlich genug Sicherheit böten (Computerwelt).

10 Dinge, die Admins bei Hyper-V meiden sollten, hat Thomas Joos auf Datacenter-Insider.de zusammengetragen. Hyper-V hat viele Einstellungsmöglichkeiten, doch nicht jede eignet sich für alle Servertypen und jeden Anwendungsfall.

Einen großen Schritt in Richtung Netzneutralität hat die EU diese Woche vollzogen und klargestellt, was die „Spezialdienste“ der Provider dürfen und was nicht. Die Verbraucher können sich freuen, die Provider eher nicht (Spiegel).

Ein Passwort kann man ändern, die eigene Iris nicht. Deswegen sehen Experten die Einsatzgebiete der biometrischen Authentifizierung als begrenzt – vor allem nachdem es Forschern gelungen ist, Identitäten nachzubilden und viele Systeme zu überlisten (Süddeutsche).

Einen weltweiten Katalog der Cloud-Anbieter hat das Startup Cloudscene zusammengestellt. Mehr als 4.000 Provider und ihre Rechenzentren in 110 Ländern sind darin aufgeführt (silicon.de).

Ein Dokumentarfilm über Stuxnet läuft seit gestern in deutschen Kinos. Der Trojaner, der die Atomanlagen im Iran zerstören sollte, war der erste Versuch eines Cyber-Angriffs auf kritische Infrastrukturen. Ein Interview mit dem Regisseur gibt’s auf Spiegel.de.

    

Zu guter Letzt …

Die besten Sprüche für Admin-T-Shirts für Admin-T-Shirts hat die Computerwoche zusammengetragen. Because sometimes there is no patch for human stupidity.

Digitale Agenda kw24

 

Hacker im Bundestag – und überall sonst

Ob es ein Totalschaden ist oder nicht, darüber wurde gestern unter Experten noch gestritten. Berichte, dass das Netzwerk des Bundestags irreparabel geschädigt wurde (Spiegel), sind gestern wieder dementiert worden (Zeit) und das BSI will die Sache nicht weiter kommentieren.

Das ist auch unerheblich wenn man bedenkt, dass der erste Angriff bereits am 8.Mai bemerkt wurde und seitdem eine unbekannt große Menge an Daten abgeflossen sein soll. Immerhin sei seit zwei Wochen kein Datenabfluss mehr zu bemerken, so das BSI. Was technisch nicht viel heißt. Und politisch ist der Angriff für netzpolitik.org ohnehin ein „Totalschaden für die Demokratie“.

Die Cyberparty der Geheimdienste hat längst begonnen, der Bundestag war nicht das erste Opfer und Wirtschaftsspionage im Auftrag des Staates gehört längst zum Standardangebot der Schlapphüte. Viele Bundestagsabgeordnete trauen inzwischen nicht einmal dem BSI, geschweige denn dem Verfassungsschutz, und weigern sich ihre PCs überprüfen zu lassen (Handelsblatt).

Nicht einmal Antivirus-Hersteller sind noch sicher. Diese Woche ist bekannt geworden, dass es auch Kaspersky erwischt hat. Für Ziele dieses Kalibers muss es aber schon etwas besonderes sein, in diesem Fall mit Duqu 2.0 der bislang raffinierteste Trojaner auf dem Markt – von den bewährten Autoren von Stuxnet (silicon.de).

 

IT-MANAGEMENT

IT-Budgets wandern in die Fachbereiche ab, der IT droht ein Bedeutungsverlust auf der strategischen Ebene. Wie sich die IT für die Zukunft neu aufstellen sollte, erklärt SAP Vice President Sven Denecken in der Computerwoche.

IT-Leiter und Finanzchefs pflegen oft ein etwas angespanntes Verhältnis, werden aber in Zukunft einander mehr brauchen als das bisher der Fall war. HP hat fünf CIOs und CFOs namhafter Firmen um Tipps gefragt, wie man dieses Verhältnis fruchtbar und produktiv gestalten kann.


Studie zur Mobile Security-Perspektive 2015

Mobile Endgeräte dienen als Kreditkarte, digitaler Türöffner und zur Kontrolle von smarten Produktionsanlagen. Gleichzeitig verbreitern sie die Angriffsfläche für Online-Kriminalität, wie die rasant steigende Zahl einschlägiger Schad-Software belegt. Eine umfassende Mobile Security für Unternehmen so wichtig wie nie zuvor.
Die Studie von ISMG untersucht die Voraussetzungen, Anforderungen, Verfügbarkeit und Perspektive von Mobile Security 2015.


 

TECHNIK

Integrierte Systeme I – Appliances. Einen Überblick über Einsatzgebiete, Kosten, Vor-und Nachteile der Pizza-Schachteln für Security, Suche, Analytics und viele andere Zwecke gibt Klaus Manhart in der Computerwoche.

Integrierte Systeme II – Hyperkonvergente RZ-Systeme. Das Zusammenfassen von Server-, Speicher- und Netzwerkeinheiten in ein konvergentes System macht vielerorts Sinn, beliebt sind diese Systeme bei IT-lern aber selten. Das hat oft viel mit Besitzstandswahrung zu tun, meint Doc Storage auf speicherguide.de.

Den Konzertsaal zum Mitnehmen verspricht das Fraunhofer-Institut mit einem neuen Verfahren für Kopfhörer und Auto-Stereoanlagen. Damit kann ein dreidimensionales Hörerlebnis, das momentan eine Surround-Anlage braucht, auch über ganz normale Kopfhörer vermittelt werden (Video).

Zu guter Letzt …

Google und Facebook lassen den Weltraum in Frieden und streichen vorerst ihre Pläne, Satelliten ins All zu schießen, um die Erde mit Internet zu versorgen (Golem.de). Das übernimmt gerne SpaceX, die Firma des Tesla-Gründers Elon Musk, die jetzt eine Genehmigung für erste Tests beantragte (heise.de).