Schlagwort-Archive: Tracking

Digitale Agenda kw05 / 2020

 

Big Brother Internet

Was weiß Facebook über Sie und woher? Eine neue Funktion namens Off Facebook Activity zeigt an, von welchen Quellen es Informationen über Sie bekommt. Es könnten mehr sein, als Sie zu befürchten wagten. 

Gericht bestätigt Urteil gegen Facebook. Auch das Berliner Kammergericht findet, dass Facebook gegen Daten- und Verbraucherschutz verstößt.

Amazons intelligente Türkamera verrät ihre Nutzer. Laut einer Untersuchung der Electronic Frontier Foundation teilt die Android-App von Ring Nutzerdaten mit Tracking-Firmen und Facebook.

London startet mit Echtzeit-Gesichtserkennung. Die Überwachungskameras der Polizei sind nun live mit einer Straftäter-Datenbank verbunden. Die Grünen wollen in Deutschland die öffentliche Gesichtserkennung verbieten. 

Avast-Tochterfirma verkauft Nutzerdaten. Medienberichten zufolge enthalten die anonymisierten Daten so viele Details, dass das Identifizieren einzelner Nutzer möglich ist. 

 

Digitales Leben

Apps auf Rezept sollen Daten sammeln dürfen, aber nicht tracken. Der Gesundheitsminister will ein unabhängiges Prüfverfahren für Gesundheits-Apps einführen. In den USA nimmt man es mit der Vertraulichkeit von Gesundheitsdaten nicht ganz so ernst. 

Der Trojaner-Angriff auf das Berliner Kammergericht ist ernster als zunächst angenommen. Einem Gutachten zufolge sind eine Menge sensibler Daten abgeflossen. 

FDP will ein Recht auf Verschlüsselung. In einer Anhörung im Bundestag unterstützten Datenschutzexperten einen entsprechenden Antrag der FDP-Fraktion.

5G-Ausbau: Huawei wird nicht ausgeschlossen. Die EU-Kommission lehnt einen pauschalen Ausschluss von Huawei ab. Sicherheitsverstöße sollen beim 5G-Netz aber den Konzernen teuer kommen. 

Das neue NetzDG ist genauso problematisch wie das alte. In seiner Neufassung soll das Netzdurchsetzungsgesetz konkreter und ausgewogener werden, doch daran gibt es Zweifel. 

 

Zu guter Letzt …

Widerstand gegen Amazon-Niederlassung in Berlin. Ein Zusammenschluss mehrerer Bürgerinitiativen will die Errichtung eines Amazon-Hochhauses verhindern. Darunter ist auch eine Vereinigung von Software-Entwicklern. Sie alle befürchten einen drastischen Anstieg der Mieten.

Digitale Agenda kw03 / 2020

 

Next Generation Tracking

Google hat das Ende der Cookies eingeläutet. Anstelle der heutigen, oft rechtswidrigen Tracking-Praxis will Google zusammen mit der Werbeindustrie eine Alternative entwickeln, die Nutzern mehr Privatsphäre gönnt. 

Gezwungenermaßen, denn:
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Der Europäische Gerichtshof hat Tracking den Kampf angesagt.
 Safari und Firefox gehen mit Cookies viel strenger um.
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iOS 13 blockiert die Standortabfrage effektiver.
→  Populäre Apps geben sehr private Nutzerdaten weiter.

Tracking wird damit nur auf eine höhere Ebene gehievt und muss eben ohne Cookies auskommen. Der Weg zu Tracking 2.0 ist bereits vorgezeichnet. 

 

Digitales Leben

Die Online-Bewertungen von Yelp sind rechtens. Der Bundesgerichtshof hat die Klage eines Fitness-Studios abgewiesen, Yelp muss seinen Algorithmus nicht offenlegen.

EU-Parlamentarier wollen Ladegeräte vereinheitlichen. Ein gemeinsamer Standard für Smartphones würde dazu beitragen, jede Menge Elektroschrott zu vermeiden. 

Neue Gesetze nehmen Facebook & Co. stärker in die Pflicht. Die Justizministerin will das NetzDG verbessern, die Familienministerin will junge Nutzer besser schützen.

Gesichtserkennung soll EU-weit verboten werden. Das sieht ein Arbeitspapier der neuen EU-Kommission vor, um Risiken zu vermeiden. Dass Gesichtserkennung im öffentlichen Raum eine schlechte Idee ist, kann man schon heute am Beispiel China nachvollziehen. 

Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen EU-Recht. Ein Gutachten des Europäischen Gerichtshofs findet die anlasslose Speicherung, so wie sie in Frankreich, England und Belgien praktiziert wird, nicht mit EU-Recht vereinbar. 

Google spielt Katz und Maus mit der EU. Android-Nutzer sollen das Recht bekommen, eine andere Standard-Suchmaschine zu wählen, doch dafür will Google Geld sehen.

 

Zu guter Letzt …

Wer managt die Facebook-Seiten von Trump und Greta? Durch einen Bug war für kurze Zeit zu sehen, wer die Facebook-Seiten zahlreicher Prominenter verwaltet. Die die nicht ganz überraschende Entdeckung: Nicht mal Greta Thunberg postet selbst. 

Digitale Agenda kw01 / 2020

Schutz der Privatsphäre

Was hilft noch gegen Tracking und Datensammler? Apps verfolgen Nutzer auf Schritt und Tritt und sammeln die intimsten Informationen, Gegenmaßnahmen wie Pseudo- und Anonymisierung funktionieren nicht.

 

Digitales Leben

Wie die Bahn Verspätungsstatistiken schön rechnet, zeigte ein Informatiker auf dem CCC-Kongress (Interview in der Zeit). So Zugausfälle werden in den Statistiken nicht berücksichtigt.
Immerhin: Die Bahn will 2 Milliarden für besseres WLAN und andere digitale Maßnahmen investieren. 

IBM entwickelt Batterie ohne Nickel und Kobalt. Sie soll sicherer, schneller aufladbar und leistungsfähiger als Lithium-Ionen-Akkus sein. Prototype werden für Ende des Jahres erwartet. 

Facebook arbeitet an eigenem Betriebssystem. Der Konzern will auf lange Sicht nicht von Google und Apple abhängig sein, vor allem was seine AR/VR-Brillen betrifft. 

Google will sich nicht zu Menschenrechten bekennen. Ein ehemaliger Mitarbeiter bezichtigt den Konzern, die Einführung eines unternehmensweiten Programms für Menschenrechte verhindert zu haben, um Deals mit China oder Saudi-Arabien nicht zu gefährden.

Das erste 5G-Krankenhaus entsteht in Südkorea. Ferngesteuerte Operationen und Patientenüberwachung über Sensoren sollen dort normal sein. Derweil fanden Forscher Lücken im deutschen Gesundheitsdatennetz.  

 

Zu guter Letzt …

Digitale Polizeiarbeit strotzt vor Diskriminierung. Ein Programm zur Überwachung von Schwerverbrechern in Los Angeles brachte praktisch nur Schwarze und Latinos ins Visier der Polizei, „Wiederholungstäter“ hatten zuvor kaum Polizeikontakte, teilweise wurden Babys als Gang-Mitglieder geführt.

Digitale Agenda kw36 / 2019

 

Werbetracking

Persönliche Informationen von Kindern hat Google-Tochter YouTube jahrelang ohne dem Einverständnis ihrer Eltern gesammelt und die Einsichten daraus für das Ausspielen von Werbung genutzt. Die Strafe von 170 Millionen Dollar fiel eher milde aus. 

Werbetracking kann viel Schaden anrichten, besonders wenn es auf Minderjährige angewendet wird. Schon länger fordern deshalb Bürgerrechtsorganisationen, die Privatsphäre von Kindern besser zu schützen.

Auch depressive Hilfesuchende sind Werbetracking ausgesetzt. Ihr Surf-Verhalten, aus dem ersichtlich wird, dass sie z.B. Depressionstests gemacht haben, wird häufig an Werbenetzwerke weitergereicht. 

 

Digitales Leben

420 Millionen Telefonnummern von Facebook-Nutzern fand ein Sicherheitsforscher frei zugänglich auf einem Server, alle mit Facebook-ID, viele mit Klarnamen. Damit lässt sich jede Menge Unsinn anstellen.

Über seine ersten Erfahrungen mit 5G berichtet Spiegel-Redakteur Matthias Kremp. Dafür musste er auf das Parkdeck der Vodafone-Zentrale in Düsseldorf. Sein Fazit: Auf dieser Datenautobahn gibt es keine Wartezeiten.

Das Smart Home kommt nicht in die Gänge, und dafür gibt es sehr gute Gründe. Auch wenn die Industrie das intelligente Zuhause schönredet und schönrechnet, es fehlt noch an echten Anwendungsfällen und Sicherheit.

Bundesregierung will mehr digitale Transparenz. Durch Open Government sollen Bürger künftig mehr Einblick in Gesetzgebungs- und Verwaltungsverfahren bekommen und sich auch daran beteiligen können.

Die neue Bundes-IT wird zum Milliardenfiasko, berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Statt der veranschlagten 1 Milliarde Euro soll die Renovierung mehr als 3 Milliarden kosten.

Zurückhacken bringt gar nichts, schreibt der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags in einem vertraulichen Gutachten und widerspricht dem Innenministerium, das seit einiger Zeit an einem Hackback-Gesetz arbeitet. 

 

Zu guter Letzt …

Twitter-Account von Twitter-Chef gehackt. Die 4,2 Millionen Follower von Jack Dorsey durften sich letzte Woche über etliche rassistische Äußerungen wundern, das i-Tüpfelchen war eine Bombendrohung. „Wenn ihr Jack nicht schützen könnt, könnt ihr gar niemanden schützen“, twitterte ein entsetzter Nutzer.