Schlagwort-Archive: Twitter

Digitale Agenda kw50 / 2019

 

Social Media unter Druck

Gericht verbietet Facebook in Deutschland. Facebook, WhatsApp und Instagram verstoßen gegen Patente von Blackberry urteilte das Landgericht München I. Das Urteil ist rechtskräftig, aber die Apps bleiben live.

Regierungen wollen Hintertüren für Strafverfolger. Facebook will seine Apps noch besser verschlüsseln, Polizei und Geheimdienste wollen trotzdem Zugang. Facebook sieht die Seele des Internets in Gefahr. 

Rundfunk-Regeln für Google und Amazon. Ein neuer Medienstaatsvertrag nimmt auch Internet-Dienste in die Pflicht. Sie brauchen jetzt eine Zulassung und müssen Regeln befolgen.

Porno auf Twitter. Die Medienaufsicht leitet ein Verfahren gegen Twitter ein, weil auf der Plattform pornografische Inhalte bemerkt wurden, frei zugänglich auch für Internet-Nutzer ohne Twitter-Account. 

 

Digitales Leben

Rekordstrafe gegen 1&1 wg. DSGVO. Zu 9,55 Millionen Euro wurde der Internet-Provider verdonnert, weil er zu lax mit den persönlichen Daten seiner Kunden umgegangen sein soll. 1&1 sei mit Betrag noch gut bedient.

China wirft westliche IT aus ihren Behörden. Der Ausschluss von Huawei vom 5G-Ausbau konnte nicht ohne Folgen bleiben. Bis Ende 2022 sollen chinesische Behörden nur noch mit einheimischer Technik laufen. 

KI-Kommission verheimlicht Ergebnisse. Die Enquete-Kommission des Bundestags zu Künstlicher Intelligenz will ihre ersten Projektberichte nur scheibchenweise veröffentlichen, damit sie sich im Nachhinein nicht selbst widerspricht.

Streit um den Zugang auf staatliche Dokumente. Die Bundesregierung nutzt eine Klausel im Urheberrecht, um die Veröffentlichung staatlicher Dokumente zu verhindern. Zivilrechtliche Organisationen fordern eine Reform des Urheberrechts. 

Wie gefährlich ist die E-Evidence-Verordnung? Es gibt viele gute Gründe, Ermittlungen innerhalb der EU zu beschleunigen, aber die neue EU-Regelung könnte die Grundrechte des Einzelnen in Gefahr bringen.

 

Zu guter Letzt …

Grüne wollen ein „Recht auf Reparatur“. „Nutzerinnen und Nutzer sollten grundsätzlich das Recht und die Möglichkeit haben, Elektrogeräte, die sie erworben haben, frei zu verwenden und selbst zu reparieren“, heißt es in einem Antrag der Grünen im Bundestag.

Digitale Agenda kw41 / 2019

 

Halle und das Netz

Das Web ist eine Vervielfältigungsmaschine, das trifft auch auf Terroranschläge zu. Der rechtsextremistische Anschlag in Halle sollte Gleichgesinnten zeigen, wie es geht, und sie zu mehr Anschlägen animieren – so wie der Täter selbst vom Christchurch-Attentäter gelernt und dazu animiert wurde.

Die Tat wurde über die Gaming-Plattform Twitch gestreamt. Live dabei waren nur fünf Zuschauer, trotzdem ist das Video danach tausendfach im Netz verbreitet worden. Das Besondere an Twitch: Man kann dort Live-Übertragungen mitschneiden.

Auch der Täter selbst hat im Netz gelernt. Er ist Teil einer globalen Gemeinde junger, weißer Männer, die sich gegenseitig in rassistischen, antisemitischen, und frauenfeindlichen Äußerungen – und Taten – zu übertreffen versuchen. 

Was diese Männer antreibt? Darüber sollten wir unbedingt reden.

 

Digitales Leben

Der Wirtschaftskrieg gegen China weitet sich aus. Die schwarze Liste der USA umfasst nun auch das weltweit wertvollste Startup für Künstliche Intelligenz. Zugleich warnen EU-Kommission und die USA vor Spionage über das 5G-Netz. 

7,5 Millionen Online-Retouren landen im Müll, ermittelte eine Studie der Uni Bamberg. Etwa 40 Prozent der Artikel könnten gespendet oder wiederverwertet werden. Für solche Spenden fordert der Digitalverband Bitkom steuerliche Erleichterungen. 

Internetfirmen sollen mehr Steuern zahlen, sagt die OECD. Die Organisation für Europäische Zusammenarbeit und Entwicklung hat einen Vorschlag für eine international einheitliche Besteuerung vorgelegt.

Twitter nutzte Mail-Adressen und Telefonnummern für Werbung. Die persönlichen Daten wurden von den Nutzern eigentlich für die Zwei-Faktor-Identifizierung hinterlegt. 

Die netzpolitischen Positionen der Kandidatenpaare für den SPD-Parteivorsitz hat sich Netzpolitik.de im Detail angeschaut.  Nur zwei Paare bewegen sich inhaltlich jenseits der Floskeln. 

 

Zu guter Letzt …

Porsche will mit Boeing in die Luft gehen. Den beiden Firmen schweben elektrisch angetriebene Senkrechtstarter für den innerstädtischen Einsatz vor. Das Wort „Flugtaxi“ dürfte hier nicht unbedingt zutreffen. Porsche und Boeing wollen erstmal „das Marktpotenzial für elektrische Premium-Flugautos und ihre Einsatzmöglichkeiten in dicht bevölkerten Städten“ untersuchen.

Digitale Agenda kw40 / 2019

 

Schlachtfeld Social Media

Facebook, Twitter & Co. als Orte der freien Meinungsäußerung? Sollte es jemals so gedacht gewesen sein, ist es längst hinfällig. Soziale Netzwerke sind heute zugleich Orte für Mobbing, Desinformation und Propaganda. 

Desinformationskampagnen in 70 Ländern identifizierte eine neue Studie der Universität Oxford. 

Facebook rechnet weiterhin mit Wahlbeeinflussung und will sie mit Künstlicher Intelligenz bekämpfen. Eine eigene Studie zu diesem Thema scheint so brisant zu sein, dass Facebook sie lieber unter Verschluss hält.

Facebook muss rechtswidrige Inhalte besser löschen, urteilte der Europäische Gerichtshof diese Woche. 

Twitters Redaktionsleiter für Europa gehört einer Spezialeinheit der britischen Armee an, die auf Informationskrieg spezialisiert ist. 

Twitter testet gerade ein Feature namens Hide Tweet, das Antworten auf Tweets nach Belieben verbergen kann – für alle Nutzer. Desinformation dürfte dann, unbehelligt von lästiger Widerrede, live bleiben.

Grünen-Politikerin Renate Künast geht in die nächste Instanz, um nicht mehr übelst beleidigt werden zu dürfen. Hier ist Sascha Lobos Glossar der Social-Media-Beschimpfungen.

 

Digitales Leben

Cookies brauchen das explizite Einverständnis des Nutzers, urteilte der Europäische Gerichtshof. Die gängige Praxis in Deutschland muss geändert werden – und das wird Werbetreibenden weh tun. 

CDU will den Datenschutz aufweichen. Die Partei ist um das Tempo der Digitalisierung besorgt und hat ein Konzept vorgelegt, das einer Kehrtwende in der deutschen Datenschutzpolitik gleich kommt.

Schwerer Schlag gegen das Darknet. In einem fünfgeschossigen Bunker an der Mosel war ein großer Darknet-Knoten untergebracht, in dem sehr dunkle Geschäfte betrieben wurden – bis ein GSG-9-Kommando anrückte.

Regierungen wollen auf Facebook-Nachrichten zugreifen. Die USA, Großbritannien und Australien fordern von Facebook, eine Hintertür für Strafverfolger in die Verschlüsselung einzubauen.

 

Zu guter Letzt …

Microsoft will wieder Smartphones bauen, allerdings nicht mehr mit einem eigenen Betriebssystem. Das faltbare Surface Duo soll zwei Displays von jeweils 5,6 Zoll Diagonale haben, die zu einem großen Bildschirm aufgeklappt werden können. Das Gerät soll nächstes Jahr pünktlich zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen. 

Digitale Agenda kw35 / 2019

 

Im Clinch mit den Großen

Bundeskartellamt verliert gegen Facebook. Das Kartellamt wollte dem Netzwerk per einstweiliger Anordnung verbieten, die eigenen Daten mit denen von Instagram und WhatsApp zusammenzulegen. Das Kartellgericht konnte keinen Nachteil für die Nutzer erkennen.

Für Satire hat Twitter kein Verständnis – zumindest nicht, wenn es um Wahlen geht. Ironische Tweets darüber,  wie Wähler mit ihren Wahlzetteln umgehen sollten, wurden mit einer Sperrung von Konten auf unbestimmte Zeit quittiert.

Google kann sich tatsächlich irren. Die im Suchdienst angegeben Wartezeiten für einen Platz im Wirtshaus oder im Biergarten des Bräustüberls Tegernsee waren geschäftsschädigend hoch angesetzt. Das Bräustüberl hat geklagt und gewonnen. 

 

Digitales Leben

Wie gefährlich für die Gesundheit ist 5G? Überhaupt nicht, sagt die Stiftung Warentest (Zusammenfassung in der SZ), nachdem sie eine Reihe aktueller Studien zum Thema ausgewertet hat. Die Diskussionen darüber und die Forderungen nach einem Moratorium werden dennoch kaum verstummen. 

Das Bayerische Rote Kreuz übermittelte heikle Daten an Facebook. Die Daten der Blutspender waren zwar anonym, konnten aber dennoch Personen zugeordnet werden, fand die SZ heraus. Die Datenschutzaufsicht prüft jetzt, ob ein Verstoß gegen die DSGVO vorliegt.

Ukrainisches Atomkraftwerk schürft Bitcoins. Die Mitarbeiter des Kraftwerks schlossen das interne Netzwerk ans Internet an und nutzten seine Rechenpower, um die Kryptowährung zu generieren.

Das neue Fairphone 3 bewegt sich erwartungsgemäß technologisch nicht auf dem allerhöchsten Niveau, doch es ist zumindest umweltverträglich produziert und viel leichter zu reparieren als so manches Markengerät.

Wie totale Überwachung aussehen kann, schildert ein Artikel auf The Intercept (Englisch). Mit der Technologie einer israelischen Firma überwacht die US-Grenzbehörde einen Grenzabschnitt zu Mexiko, der sich in einem Indianer-Reservat befindet  – und damit auch die Einwohner des Reservats. 

 

Zu guter Letzt …

Die erste Straftat im Weltraum könnte eine Astronautin der Raumstation ISS begangen haben. Anne McClain soll von einem Computer der Raumstation auf das Onlinekonto ihrer Ex-Frau zugegriffen und deren Finanzen kontrolliert haben. Sollte es zu einer Verhandlung kommen, wird sie wohl mangels eines Gerichts im Weltraum in den USA stattfinden.