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Digitale Agenda kw03 / 2021

 

The New Social

Die heißeste neue Social-Media App heißt Clubhouse und man kommt nur per Einladung rein – was natürlich den Hype erheblich verstärkt, ebenso wie prominente Redner. Deutsche Datenschützer haben Bedenken.

Die Internet-Platzhirsche zensieren derweil weiter …

… und die Politik macht einen hilflosen Eindruck.

 

Digitales Leben

WhatsApp laufen die Nutzer davon. Die neuen Datenschutzregeln treiben sie in die Hände der Konkurrenz. Nachdem auch noch Jan Böhmermann zum Boykott aufrief, verschob der Konzern deren Einführung. 

Cookie-Banner sollen einfacher werden. „Wir wollen das Ablehnen von Cookie-Einstellungen künftig genauso leicht wie das Einwilligen machen“, sagt ein Staatssekretär für Verbraucherschutz.

Der digitale Impfpass kommt. Der Landkreis Altötting bietet seit dieser Woche Geimpften ein digitales Zertifikat als Nachweis an. Die einschlägige Industrie rechnet damit, dass sie normal werden, und Markus Söder ist auch dafür.

Mobilfunkbetreiber wollen kooperieren. Im Kampf gegen die Funklöcher sollen in Gegenden, die nur von einem Provider erschlossen sind, die Anlagen auch von anderen Anbietern genutzt werden können.

Das Homeoffice braucht ein Recht auf Abschalten, glaubt eine Mehrheit im EU-Parlament und fordert die EU-Kommission auf, eine entsprechende Richtlinie zu verfassen.

 

Zu guter Letzt …

Ist Bidens Fitness-Rad sicher vor Hackern? IT-Experten gehen davon aus, dass das intelligente Ergometer des neuen US-Präsidenten zu unsicher fürs Zentrum der Macht ist und der Secret Service es als mögliches Sicherheitsrisiko identifizieren dürfte.

Digitale Agenda kw01 / 2021

 

Digitale Meinungsfreiheit

Der Sturm auf den US-Kongress am Mittwoch hat eine Vorgeschichte, die sich hauptsächlich  auf Social Media-Plattformen abgespielt hat. So war es kaum überraschend, dass Twitter und Facebook unmittelbar danach Donald Trumps Accounts blockierten. 

Internet-Konzerne als Wächter der Demokratie? Immer häufiger müssen Twitter, Facebook, YouTube & Co. darüber entscheiden, wer was öffentlich äußern darf. Rufe nach Zensur sind ebenso nachvollziehbar wie mahnende Worte, die Schuld nicht nur bei den Konzernen zu suchen.

Die Suche nach einer Lösung, um der Meinungsfreiheit im digitalen Zeitalter eine tragfähige Basis zu geben, ist nicht einfach und wird weder mit Verboten noch mit Zensur erfolgreich sein. Schon eher mit differenzierenden Gesetzen, auch wenn deren Entstehung langsam ist.

 

Digitales Leben

Microsofts Quellcode fiel Hackern zum Opfer. Die Angreifer hatten sich bereits vor Monaten über die Wartungssoftware von SolarWinds Zugang in die Microsoft-Server verschafft. Auch deutsche Behörden wie BKA und BSI sind betroffen. 

Die Modernisierung der Bundes-IT wird voraussichtlich drei Jahre länger dauern als geplant. Damit ist mit einem Abschluss des Projekts nicht früher als 2028 zu rechnen. 

Die EU will Open-Source-Software nicht fördern. Offensichtlich hat sie immer noch nicht verstanden, dass „digitale Souveränität“ auf der Fähigkeit von Europa basiert, eigene Software zu entwickeln, statt auf US-Konzerne angewiesen zu sein. 

Julian Assange bleibt weiter in Haft. Die Richterin stimmte der Auslieferung prinzipiell zu, hatte aber Bedenken wegen des schlechten gesundheitlichen Zustands des Wikileaks-Gründers. Eine Freilassung auf Bewährung lehnte sie trotzdem ab. 

CSU will den Smartphone-Perso. Ausweisdokumente wie Führerschein und Personalausweis sollen auf dem eigenen Handy gespeichert werden können, um das Leben in der digitalen Welt zu erleichtern.

Apples neue Tracking-Bremse ärgert Facebook. Apple erlaubt das App-übergreifende Tracking von installierten Apps nur wenn der Nutzer dem explizit zugestimmt hat – und Facebook läuft Sturm. Was ist eigentlich mit Android?

 

Zu guter Letzt …

Für Intel-CPUs wird die Luft immer dünner. Nach Apple soll jetzt auch Microsoft an einem eigenen Prozessor auf ARM-Basis arbeiten. Amazon verwendet schon länger eigene CPUs in seinen Rechenzentren und Google setzt bei KI-Anwendungen ebenfalls auf eigene Chips. 

Digitale Agenda kw45 / 2020

 

US-Wahlen

Es kam wie befürchtet. Der Wahlkampf um die US-Präsidentschaft war so heftig und das Ergebnis der US-Wahl ist so knapp, dass Facebook und Twitter zugleich das Schlachtfeld bereitstellen und den Schiedsrichter spielen müssen. 

Ein knappes Ergebnis ist genau das, was die Plattformen vermeiden wollten, denn dadurch sind sie dazu gezwungen, Anzeigen abzulehnen, Tweets zu brandmarken und Gruppen zu löschen. 

Demokratische Prozesse auf privaten Plattformen, geführt mit sehr viel Geld und mit jungen Milliardären wie Mark Zuckerberg und Jack Dorsey als Schlichter – was soll da schon schiefgehen?

 

Digitales Leben

So wird die Corona-Warn-App weiterentwickelt. Laut einem internen Dokument soll ein Update Ende Februar es leichter machen, nachzuvollziehen, wo man sich angesteckt haben könnte, und ein QR-Code die lästigen Restaurant-Listen ersetzen. Die Grünen fordern eine Cluster-Nachverfolgung. 

Altmaier hat kein Problem mit Upload-Filtern. Der Wirtschaftsminister liegt immer noch im Clinch mit dem SPD-geführten Justizministerium und will das neue Urheberrechtsgesetz eher restriktiv gestalten, inklusive Upload-Filter. 

Office 365 in Schulen ist problematisch. Die Verletzung gleich mehrerer datenschutzrechtlicher Vorschriften werde durch ein Wirrwar an Klauseln möglich, erklärt ausführlich ein Rechtswissenschaftler.

Oberster Datenschützer kritisiert Staatstrojaner. „Das Ausmaß der staatlichen Überwachung übersteigt mittlerweile das für eine Demokratie erträgliche Maß“, sagt Ulrich Kelber im Spiegel-Interview.

Aus fürs Datensammeln aus „berechtigtem Interesse“? Ein deutscher Entwurf der neuen E-Privacy-Verordnung der EU sieht vor, dass die Platzierung entsprechender Cookies nicht mehr möglich ist.

 

Zu guter Letzt …

Die Kamera als offenes Scheunentor des Smart Home. Ein Professor für IT-Sicherheit ließ seine Studenten auf die Überwachungskamera eines vernetzten Hauses los – und sie konnten erschreckend schnell und problemlos liefern.

Digitale Agenda kw30 / 2020

 

Social Media & Meinungsfreiheit

Sind Facebook, Twitter & Co. Orte der freien Meinungsäußerung oder der Subversion und Irreführung? Und wie sollte man mit Falschinformationen umgehen?

Digitales Leben

Aus für Privacy Shield – was nun? 5.378 US-Unternehmen durften unter dem Datenaustauschabkommen persönliche Daten europäischer Bürger verarbeiten, darunter Cloud-Schwergewichte wie Microsoft oder Amazon. Die Rechtssicherheit ist seit letzter Woche weg, Lösungen gibt es aber auch kaum.

Kartellbeschwerde gegen Microsoft Teams. Microsoft nutze seine Marktmacht, um Teams als kostenlosen Teil von Microsoft Office zum Standard zu etablieren und Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, so der Vorwurf von Slack.

Bürgerrechtler warnen vor digitalem Immunitätsausweis. Er würde Privilegien für die einen und Nachteile für die anderen bringen und dubiose Geschäftsmodelle ermöglichen, befürchtet Privacy International.

Verfassungsgericht kippt Überwachungsgesetz – mal wieder. Ermittler dürfen nicht unbegrenzt auf persönliche Daten zugreifen, urteilten die Richter. Das kommt uns bekannt vor. 

Apple will bis 2030 komplett klimaneutral werden. In zehn Jahren soll kein Apple-Gerät mehr überschüssiges CO2 verursachen, inkl. Recycling. Einige deutsche Zulieferer verpflichten sich schon heute.

Zu guter Letzt …

Wenn von einer Datenbank nur noch ein ‚Miau‘ übrig bleibt, dann hat mal wieder ein mysteriöser Bot zugeschlagen. Er hat eine Vorliebe für ungeschützte ElasticSearch- und MongoDB-Datenbanken in Cloud-Umgebungen, radiert sie aus und hinterlässt nur ein „meow“.