Schlagwort-Archive: Uber

Digitale Agenda kw08

 

Roboter-Steuer

Roboter und KI werden Millionen Arbeitsplätze vernichten. Vor allem gering qualifizierte und Bürojobs in der Verwaltung werden wegfallen, darin sind sich Experten einig. Auch wenn die Lage für die produzierende Industrie etwas optimistischer ist (CIO.de), die Staaten müssen für eine neue Massenarbeitslosigkeit vorsorgen.

Bill Gates fordert eine Roboter-Steuer. Das Einkommen von Angestellten werde besteuert, die Arbeit von Robotern aber nicht. Die Steuern sollten neue Jobs in Bildung, Gesundheitswesen und Pflege finanzieren, schlägt der Microsoft-Gründer vor (FAZ).

Eine Roboter-Steuer vorerst abgelehnt hat diese Woche das EU-Parlament. Die konservative Fraktion und Industrieverbände haben sich mit der Argumentation durchgesetzt, dass mehr Produktivität auch neue Jobs für Menschen schaffen werde (Golem).

  

Facebook-Regulierung

Facebooks neues Manifest, publiziert letzte Woche als offener Brief von Mark Zuckerberg, wurde hierzulande eher wohlwollend aufgenommen, in den USA sind Internet-Experten alarmiert.

Facebooks Macht ist bereits größer als uns lieb sein kann, stellt der Analyst Ben Thompson fest. Heute kontrolliert es auf globaler Basis die Verbreitung von Informationen, morgen den Vertrieb von Waren. Und nun will es auch die „soziale Infrastruktur“ der Zukunft prägen – im Alleingang.

„Wofür genau steht Mark Zuckerberg?“ fragt sich Sarah Lacy auf Pando. Sein Manifest wurde von seinen PR-Profis so unverfänglich formuliert, dass jeder für sich das herauslesen kann, was er gerne möchte.

Es wird Zeit, Facebook zu regulieren, fordert Ben Thompson:

  • Facebook sollte keine weiteren sozialen Netzwerke kaufen dürfen;
  • alle sozialen Netzwerke sollten dazu verpflichtet werden, den „Social Graph“ ihrer Nutzer übertragbar zu machen;
  • Facebooks Datensammelwut sollten Grenzen gesetzt werden.

  

Digitale Welt

Der mutmaßliche Telekom-Hacker ist gefasst. Der 29-jährige Brite, der jetzt in London verhaftet wurde, soll mit seinem Angriff mehr als eine Million Telekom-Router lahmgelegt haben (Süddeutsche).

Amazon will 2.000 Arbeitsplätze in Deutschland schaffen. Diesmal geht es weniger um Billigjobs in den Auslieferungszentren, sondern um Ingenieure und Software-Entwickler (FAZ).

Google will Trolle mit KI bekämpfen. „Perspective“ prüft Kommentare auf ihren „Giftgehalt“ und kann sie bei Bedarf ausblenden. Die New York Times testet das Verfahren seit einigen Monaten, Guardian und Economist wollen demnächst mitmachen (Süddeutsche).

China baut Exaflop-Supercomputer. Der schnellste Rechner der Welt soll eine Trillion Operationen pro Sekunde ausführen und wäre zehn Mal schneller als der bisherige Rekordhalter, der ebenfalls in China steht (FAZ).

Die größten IT-Machos sitzen im Silicon Valley und das Unternehmen, das diese Kultur am besten pflegt, ist der Fahrdienstvermittler Uber. Nachdem jetzt eine Mitarbeiterin über den täglichen Sexismus bei Uber ausgepackt hat, gibt’s eine Untersuchung (Spiegel).

Der Apple Park ist fast fertig. Das 5 Milliarden teure neue Hauptquartier des iPhone-Herstellers soll ab April bezogen werden und 12.000 Angestellten einen futuristischen Arbeitsplatz bieten (Golem).

   

Zu guter Letzt …

Ein Recht auf Reparatur wollen einige US-Bundesstaaten etablieren und damit die Hersteller dazu verpflichten, ihre Originalersatzteile frei an Verbraucher und unabhängige Dienstleister zu verkaufen. Apple & Co. sind alarmiert, denn inzwischen hat jeder für sich ein schönes kleines Reparaturmonopol aufgebaut (Zeit).

Digitale Agenda kw24

 

Die Geschäfte der „Sharing“ Economy

Die Geschäftsmodelle von Uber, Airbnb & Co. sind für Staat und Gesellschaft problematisch. Uber macht Pkw-Besitzer zu Taxifahrern – ohne Taxischein, ohne Versicherung, ohne Lizenz und meist für sehr wenig Geld (Tagesanzeiger). Und Airbnb verwandelt Haus- und Wohnungsbesitzer in Hoteliers – ohne Gewerbeschein und gerne am Finanzamt vorbei (Süddeutsche).

Der Gesetzgeber lernt erst, damit umzugehen. Uber-Manager rund um die Welt verbringen viel Zeit vor Gericht, um ihr Geschäftsmodell trotzdem durchzudrücken (Handelsblatt). Die Partner von Airbnb scheiterten letzte Woche vor Gericht beim Versuch, das Berliner Zweckentfremdungsverbot zu umgehen (Tagesspiegel).

Man sollte die Startups nicht unterschätzen. Ihre Investoren haben einen langen Atem und sehr tiefe Taschen (Handelsblatt). Und sie investieren neuerdings viel in Lobbyismus – mit ersten Erfolgen: Die EU-Kommission hat der Sharing Economy bereits ihre Unterstützung zugesagt (Spiegel).

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Eine Software hilft, den richtigen Bewerber einzustellen – an diesen Gedanken sollten sich Bewerber und Personalmanager langsam gewöhnen. Drei solcher Hilfsmittel und ihre Möglichkeiten beschreibt Michael Schweizer auf Computerwoche.de.

Microsoft kauft LinkedIn und will damit „Produktivität und Geschäftsabläufe neu erfinden“. LinkedIn wirft mehr als 400 Millionen vernetzte Nutzer in den Topf, Microsoft bringt Office, Skype und jede Menge Anwendungen und Infrastruktur mit. Könnte was werden (Zeit.de).

Nur eins von vier Big-Data-Projekten ist profitabel, hat eine neue Studie von Capgemini ergeben. Eine Studie von Bitkom wiederum zeigt, dass deutsche Firmen mit Big Data noch sehr zurückhaltend sind. Zusammenfassung auf Computerwoche.de.

Internet-Anbieter müssen echte Geschwindigkeit angeben, hat die Bundesregierung beschlossen. 50 Mbit/s auf dem Papier sind heute meistens nicht viel mehr als 41 Mbit/s in der Leitung. Die Grünen verlangen zudem Geldbußen bei Nichteinhaltung (Süddeutsche).

Edward Snowden darf keinen Ehrendoktor bekommen, urteilte das Verwaltungsgericht Schwerin. Die Philosophische Fakultät der Uni Rostock wollte ihm der Titel verleihen, der Rektor lehnte es ab mit der Begründung, Snowden habe „keine besondere wissenschaftliche Leistung“ hervorgebracht (Zeit).

Apples neuer Umgang mit persönlichen Daten löst Kontroversen aus. Mit „Differential Privacy“ will Apple Erkenntnisse über die Gewohnheiten seiner Nutzer ziehen, die persönlichen Daten aber vorher anonymisieren. Experten zweifeln an der Praktikabilität des Verfahrens (Spiegel).

Die besten Wetter-Apps fürs Smartphone hat die Süddeutsche gekürt, mit Unterstützung eines Meteorologen. Ihre Pendants fürs iPad hat das CIO-Magazin unter die Lupe genommen.

    

Zu guter Letzt …

Hacker interessieren sich für Trumps Geheimnisse. Gleich zwei russische Hackergruppen sind in das Netzwerk der Demokratischen Partei eigedrungen und haben ein vertrauliches Dossier über The Donald erbeutet (Süddeutsche). Dabei tauschen Trump und Putin seit Wochen Liebenswürdigkeiten aus … (Spiegel)

Microsoft steigt ins Marihuana-Geschäft ein – ganz legal. Der Konzern unterstützt das Startup Kind Financial mit einer Software, die den legalen Marihuana-Verkauf verwaltet und die Rechtmäßigkeit der Transaktionen prüft (New York TimesComputerwoche).
Die Affinität zum Gras scheint bei Microsoft Tradition zu haben: Schon drei Jahre zuvor hatte ein Microsoft-Manager seine Karriere beim Konzern an den Nagel gehängt, um legal Cannabis zu verkaufen (Süddeutsche).

Digitale Agenda kw06

 

Fahrerlos in die Zukunft 

Das Patent über einen fahrerlosen Paket-Lkw wurde Google diese Woche zugesprochen. Eine weitere Komponente im Baukasten des Konzerns, der die Zukunft des motorisierten Transports beherrschen will und seit vielen Jahren massiv darin investiert.

Die Fahrzeuge selbst sind dabei nur das Beiwerk. Diese dürfen im Auftrag von Google Firmen wie Ford produzieren (Welt.de). Googles Stärke liegt in seiner Fähigkeit, autonome Fahrzeuge im normalen Straßenverkehr steuern zu können – über seinen Kartendienst und über Steuerungen, die künstliche Intelligenz einsetzen.

Googles Steuerungssystem wurde nun als ‚Fahrer‘ anerkannt. Die für Verkehrssicherheit zuständige US-Behörde hat diese Woche eine entsprechende Anfrage von Google positiv beantwortet (Spiegel.de).

Wieviel sozialer Sprengstoff in diesem Thema steckt, konnte man vor zwei Wochen in Frankreich beobachten. Streikende Taxifahrer legten den Pariser Verkehr lahm im Protest gegen den Fahrvermittlungsdienst Uber (Zeit.de). Dieser ist gerade dabei, dem Taxigewerbe in den USA vollends den Garaus zu machen.

Auch Uber wird auf lange Sicht keine Fahrer brauchen. Das Geschäftsmodell des heißesten Startups im Silicon Valley, in dem private Investoren bereits 8 Milliarden Dollar gesteckt haben, geht nur dann auf, wenn die Fahrer in sechs bis zehn Jahren durch autonome Fahrzeuge ersetzt werden (Pando.com, englisch).

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Wie die Aufgabe eines Chief Data Officers definiert ist, hat Gartner kurz zusammengefasst (Artikel auf silicon.de). Die Marktforscher rechnen damit, dass bis 2019 neun von zehn großen Unternehmen einen CDO haben werden.

Die Digitalisierung ist ein potenzieller Jobkiller, hat die US-Regierung erkannt, und suchte Rat bei den deutschen Kollegen (Zeit.de). Auch die Deutsche Telekom rechnet mit Jobverlusten in der eigenen Organisation (heise.de).

Wie HP Enterprise Inhouse-Anwendungen mit der Cloud verbinden will, erläutert der Europa-Chef von HPE in der Computerwoche. Der HPE-Ansatz ist nicht an eine bestimmte Plattform oder Technik gebunden.

Eine Plattform zur Bereitstellung virtueller Arbeitsplätze bringt VMware mit Workspace One. Endnutzer können damit auf alle Unternehmensressourcen zugreifen, unabhängig von der Art des Endgeräts (silicon.de).

Wie Sicherheitsanalysen aus der Cloud funktionieren, erklärt Oliver Schonscheck auf CloudComputing-Insider.de. Sie können nicht nur mit Daten aus der Cloud angereichert werden, sondern auch vollständig in der Wolke ablaufen.

Auch Google zeigt jetzt Flash die rote Karte. Ab 2017 soll über die eigenen Netzwerke keine Flash-Werbung mehr ausgeliefert werden (Spiegel.de).

Slack kann nicht nur Teams organisieren, sondern auch private Gruppen (kostenlos mit der Integration von bis zu zehn Anwendungen). Der Bericht eines Nutzers, der über Slack seine Familie organisiert, brachte den Stein ins Rollen, t3n.de feiert Slack als das bessere WhatsApp.

   

Zu guter Letzt …

Die NSA will auch über intelligente Hausgeräte spionieren, sagte US-Geheimdienstdirektor James Clapper vor dem US-Senat. Dass er damit eine ganze Branche in Verruf und womöglich auch um ihr Geschäft bringt, dürfte ihm ziemlich egal sein (Zeit.de).