Schlagwort-Archive: Verschlüsselung

Digitale Agenda kw49 / 2020

 

Privatsphäre

Bundesregierung plant Sollbruchstellen in WhatsApp & Co., sagt jemand, der es wissen müsste. Sven Herpig hat eine Karriere beim BSI und Außenministerium hinter sich und warnt vor dem Ende verschlüsselter Kommunikation. 

Auch die EU will die Verschlüsselung umgehen. Hilfe bekommt sie von den Geheimdiensten der englischsprachigen Alliierten (Five Eyes), wenn auch noch nicht klar ist, welcher Art.

Der Entwurf des neuen BND-Gesetzes legalisiert alles, was der BND aktuell praktiziert und teilweise vom Verfassungsgericht moniert wird, und soll seinen Wirkungsradius noch ausbauen. 

 

Digitales Leben

Microsoft misst die Produktivität von Office-Nutzern. Der Productivity Score zeichnet unter anderem detailliert auf, wer in einem Unternehmen wie arbeitet. Das brachte Datenschützer auf die Barrikaden und Microsoft dazu, die Mitarbeiterüberwachung etwas zu entschärfen.

Großbritannien schließt Huawei vom 5G-Netz aus. Ab September 2021 dürfen keine Geräteteile des chinesischen Konzerns beim 5G-Ausbau mehr verwendet werden. Die Briten setzen nun auf NEC.

Ist das Darknet einfach nur kriminell? Genau das behaupten Forscher in einer Studie, doch die Erfinder wollen das nicht auf sich sitzen lassen. Anonymität schütze auch Dissidenten totalitärer Regime.

Der neue M1-Mac kann auch Windows 10. Einige schnelle Patches und eine Open-Source-Virtualisierungssoftware – mehr brauchte ein deutscher Entwickler nicht. Bei Windows handelt es sich um die Version für ARM-CPUs. 

Videoüberwachung wird in Karlsruhe privatisiert. EnBW und Stadtverwaltung wollen eine datenschutzkonforme Form der Videoüberwachung installieren, die keine personenbezogenen Daten aufnimmt. Zur Unterstützung der Polizei, so EnBW.

 

Zu guter Letzt …

Libra war so frei: Jetzt heißt sie Diem. Facebooks Digitalwährung wurde bereits letztes Jahr in eine Gesellschaft mit Sitz in Genf überführt. Der Namenswechsel soll signalisieren, dass die Diem Association „autonom und unabhängig“ von Facebook arbeitet. 

Digitale Agenda kw48 / 2020

 

Amazon Boykott

Pünktlich zum Black Friday regt sich Widerstand gegen den weltgrößten Online-Händler. 

  • In Deutschland ruft die Gewerkschaft Verdi zum Streik und Netzpolitik.org zum Boykott gegen Amazon auf.
  • In Frankreich ruft eine Ministerin, die Pariser Bürgermeisterin, zahlreiche Politiker und der Einzelhandel zum Boykott auf.
  • Weltweit finden unter dem Motto Make Amazon Pay heute ähnliche Aktionen statt, unterstützt von einer langen Liste von Gewerkschaften, Bürgerrechtlern, Klimaschützern und anderen Verbänden. 

Der Vorwurf: Amazon profitiert massiv von der Krise während der Einzelhandel in den Innenstädten den Lockdown-Tod stirbt, übt sich in Steuervermeidung (auch in Deutschland), bezahlt seine Mitarbeiter schlecht und überwacht sie permanent.

 

Digitales Leben

Weniger Datenschutz hilft nicht gegen Corona, schreibt der Bundesdatenschutzberuftragte Ulrich Kelber in einem Gastbeitrag im Spiegel. Politiker, die Ähnliches raunen, täten dies ohne jeglichen Beleg.

Den Kampf der EU gegen die Verschlüsselung fasst die Zeit in einem Artikel zusammen. Politiker scheinen allzu bereitwillig zu sein, den Geheimdiensten Zugang zu jeglicher verschlüsselter Kommunikation zu gewähren. 

Regierung plant Gesetz gegen Darknet-Handel. Justizministerin Lambrecht will den Kampf gegen Drogenhandel, Waffenhandel und Kindesmissbrauch im Darknet durch einen neuen Straftatbestand verschärfen.

„Terrorismus“ als Vorwand für Maulkorb? Die EU-Innenminister wollen Plattformen wie Facebook dazu verpflichten, Aufrufe von Terroristen binnen einer Stunde zu löschen. Doch wer entscheidet, wer alles ein „Terrorist“ ist? 

 

Zu guter Letzt …

Der Tesla X lässt sich knacken – mit Software. Belgische Forscher haben den Elektro-Geländewagen mit Hacker-Werkzeugen für weniger als 200 Euro geknackt und gestartet. Es war schon das dritte Mal.

Digitale Agenda kw46 / 2020

 

Messenger im Visier

Bundeskartellamt untersucht Messenger-Apps. WhatsApp, Telegram & Co sollen gegen wiederholt gegen die Datenschutzrechte der Verbraucher verstoßen haben. Die Behörde will außerdem untersuchen, ob die Kommunikation zwischen verschiedenen Messenger-Diensten möglich werden soll. 

EU-Staaten wollen Hintertüren für Messenger. Verschlüsselung ist nach wie vor ein Dorn im Auge von Ermittlern und Geheimdiensten und sie lassen nicht locker, ganz egal wie schlecht die Idee sein mag. 

Industrie und Verbraucher warnen vor Hintertüren. Bitkom, Eco, TeleTrusT, CCC, die Gesellschaft für Informatik und viele andere Industrieverbände und Organisationen warnen vor einem Irrweg.  

 

Digitales Leben

Die ersten Macs mit Apple-CPU sind da. Sie versprechen dreifache CPU-Leistung, fünffache Grafikleistung und bessere Akku-Laufzeiten. Apple zufolge ist der M1-Prozessor weder ein Intel-Klon noch eine ARM-Adaption, sondern etwas ganz eigenes. 

Biden gewinnt, Silicon Valley jubelt. Selbst wenn der neue US-Präsident Google & Co. höher besteuert, hätten sie sieben Gründe zur Freude. Sogar bei einem blockierten Senat würden sie profitieren.  

Bitcoin ist wieder in den Schlagzeilen. Der Kurs der Kryptowährung geht durch die Decke, das US-Justizministerium wird zum Bitcoin-Milliardär und ein ehemaliger Microsoft-Mitarbeiter nutzt den Bitcoin-Mixer zur Geldwäsche. 

Schleicht sich Google in die europäische Cloud ein? Der französische Cloud-Anbieter OVH ist ein federführendes Mitglied bei Gaia-X, geht aber eine weitgehende Partnerschaft mit Google ein – zum Wohle der Euro-Cloud. 

Ausnahmezustand wird zur Normalität. Die Antiterror-Gesetze im Nachgang von 9/11 waren ursprünglich auf fünf Jahre begrenzt. Trotz starker verfassungsrechtlicher Bedenken sollen sie nun dauerhaft gelten. 

 

Zu guter Letzt …

Bei Gesundheitsfragen hört die Google-Neutralität auf. Bei Suchbegriffen wie Grippe, Corona, Allergien und anderen Krankheiten funktioniert Google nicht mehr nach den seinen „normalen“ Algorithmen. Fortan wird ein Infokasten mit einem Text des Gesundheitsministeriums angezeigt. Zeitungen und Fachmedien wie die Apothekenumschau fühlen sich übergangen. 

Digitale Agenda kw07 / 2020

 

Gesichtserkennung

Eine Infrastruktur für die Gesichtserkennung ist erstaunlich einfach aufzusetzen, fand ein Team des Schweizer Fernsehens heraus, und liefert auch recht schnell brauchbare Ergebnisse. Doch was lässt sich damit alles machen?

Das Bundeskriminalamt identifiziert Straftäter. Hunderte Personen sollen mit Hilfe von Gesichtserkennung als Täter überführt worden sein, Tendenz steigend. Allein bei der Bundespolizei waren es  letztes Jahr 219 Personen.

Die Kombination mit Künstlicher Intelligenz hebt Gesichtserkennung auf eine höhere Ebene, doch damit sind noch viele offene Fragen verbunden, ebenso wie bei diesen bizarren Anwendungsfällen.  

 

Digitales Leben

BND und CIA verkauften falsche Verschlüsselung. Über eine Schweizer Firma vermarkteten die zwei Geheimdienste jahrzehntelang Verschlüsselungsgeräte an Regierungen, in die sie Hintertüren eingebaut hatten.

Geheimdienste sollen Vorratsdaten speichern dürfen. Die Bundesregierung versucht, den Europäischen Gerichtshof von seinem Verbot der Vorratsdatenspeicherung abzubringen – der öffentlichen Sicherheit wegen. 

Der MWC fällt dem Coronavirus zum Opfer. Erst sagten die chinesischen Konzerne ihre Teilnahme  beim Mobile World Congress ab, dann viele europäische und US-Firmen. Jetzt wurde der Kongress komplett abgesagt. 

Microsofts Deal mit dem Pentagon wurde gestoppt. Nach einer Klage des Konkurrenten Amazon muss Microsoft seine Arbeit für das Projekt einstellen. Angeblich hat sich Donald Trump beim Vergabeverfahren eingemischt. 

Huawei wegen Industriespionage verklagt. Die New Yorker Staatsanwaltschaft ermittelt, der Konzern streitet alle Vorwürfe ab. Derweil will die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag Huawei nicht mehr vom Ausbau des 5G-Netzes ausschließen. 

 

Zu guter Letzt …

Valentinstag muss ohne Facebook Dating auskommen, zumindest in Europa. Die irische Datenschutzbehörde stoppte den für heute geplanten Start des Dating-Dienstes, weil sie erst zehn Tage zuvor davon erfuhr und mit den Unterlagen für eine Datenschutzprüfung versorgt wurde.