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Digitale Agenda kw31 / 2017

 

Elektromobilität

Der neue Tesla 3 ist eine Wucht – sagen zumindest Tester, die das neue Elektromobil aus Kalifornien schon gefahren haben (WiWo). Bis 340 km Reichweite, in 6 Sekunden von 0 auf 100, viel Platz, 35.000 Dollar.

Ein Verkaufsschlager zeichnet sich ab. 400.000 Vorbestellungen vor Produktionsstart, zur Zeit flattern täglich 1.800 Bestellungen bei Tesla ein (Golem).

Daimler hat leider nichts mehr davon. Die Stuttgarter sind schon Ende 2014 bei Tesla ausgestiegen (Süddeutsche).

Einen Digital-Gipfel statt dem Dieselgipfel schlägt Sascha Lobo im Spiegel der deutschen Autoindustrie vor und erklärt, warum es bei Elektromobilität um viel mehr geht als um Motoren.

 

Digitale Welt

Das Pilotprojekt zur Gesichtserkennung ist am Berliner Südbahnhof diese Woche angelaufen (Süddeutsche). Auch wenn Videoüberwachung immer populärer wird, eine rechtliche Grundlage für Gesichtserkennung gibt es heute nicht einmal für das Pilotprojekt (Netzpolitik.org).

VPN-Apps kommen unter Druck. Apple hat VPN-Apps letzte Woche in China aus dem App Store genommen, Russland und andere Länder könnten folgen (Zeit). Auch Mediatheken und Anbieter wie Netflix blockieren inzwischen Nutzer, die VPNs benutzen (Süddeutsche).

Den massiven Missbrauch eines Staatstrojaners haben zwei US-Journalisten aufgedeckt. Offenbar setzt die mexikanische Regierung mächtige Überwachungs-Software gegen Oppositionelle, Aktivisten und Journalisten ein (Süddeutsche).

Die Falschmeldungen über Künstliche Intelligenz häufen sich. Aus Sensationsgier oder reiner Unwissenheit verpassen Medien oft die tatsächliche Sensation hinter einer Meldung, wie das Beispiel von Facebooks KI, die auch lügen kann, zeigt (Zeit).

100 Sekunden, um einen Wahlcomputer zu hacken. Auf der Konferenz Def Con konnten sich Hacker an verschiedenen Wahlcomputern austoben, die in den USA eingesetzt wurden. Das Ergebnis war wie erwartet erschütternd (Zeit).

 

Zu guter Letzt …

Ein E-Mail-Troll veräppelt das Weiße Haus. Der britische Spaßvogel gab sich gegenüber dem inzwischen geschassten Kommunikationschef Anthony Scaramucci als Stabschef Reince Priebus aus, beklagte sich über sein rüdes Verhalten – und bekam prompt eine Antwort. Es war nicht das erste Mal, dass Trump-Mitarbeiter auf den Troll hereinfielen (Süddeutsche).

Digitale Agenda kw47

 

Fake News im Bundestag

Falschmeldungen sind Chefsache geworden. Die Kanzlerin hat den Bundestag aufgefordert, an Gesetzen gegen Hassreden, Meinungsroboter und Falschmeldungen mitzuarbeiten (Zeit).

Facebook reagiert auf Druck aus Deutschland. Nach der Drohung von Justizminister Maas, Facebook dem Medienrecht zu unterstellen und bei Verbreitung falscher Tatsachen mit Bußgeldern zu belegen, kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg Maßnahmen an, um das Problem zu bekämpfen (Süddeutsche).

Die Bekämpfung von Fake News ist nicht einfach. Falschmeldungen könnten ein ähnliches Problem werden wie Viren oder Spam, die immer einen Weg finden, die Wachen zu umgehen (Pando). Auch sollte Facebook nicht eine Lizenz zur Zensur erteilt werden, wie es demnächst in China passieren soll (Spiegel).

Gegen Falschmeldungen helfen am besten Fakten – und genau hier haben die etablierten Medien versagt, schreibt Jeff Jarvis in der Zeit. Sie erreichen ihre Leser nicht mehr und nehmen nicht an ihren Diskussionen teil, sondern erwarten nur, dass sie das konsumieren, was ihnen vorgesetzt wird.

    

Digitale Arbeit

Wie ersetzt man den Flurfunk, wenn man mobil arbeitet? Eine Studie von Dell fand heraus, dass der Großteil der Beschäftigten mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden sind, den direkten Kontakt zu Kollegen schätzen und sich vor der „digitalen Isolation“ fürchten (Computerwoche).

Wir sind auf dem Weg zum 24-Stunden-User. Bereits heute nutzen zwei Drittel aller Menschen privat vier verschiedene elektronische Geräte – jeden Tag. Durch das Internet der Dinge werden wir bis 2020 rund um die Uhr mit ihnen zu tun haben, glaubt Gartner.

Keine zusätzlichen Krankheitstage durch Digitalisierung. Eine Studie der Barmer (PDF) zeigt, dass der Krankenstand in Unternehmen seit der Digitalisierung nicht gestiegen ist, oft aber das Familienleben darunter leidet (Computerwoche).

  

Nachrichten

Wurden die Wahlcomputer in den USA gehackt? Security-Spezialisten und Uni-Professoren halten das für sehr wahrscheinlich und empfehlen Clinton, eine Neuauszählung einzuklagen. Die Kandidatin der Grünen sammelt schon mal Geld für das Verfahren (Zeit).

Die Verbraucherschutzbehörde fürs Internet kommt. Nach Informationen der F.A.Z. will die große Koalition das Bundeskartellamt entsprechend ausbauen und ihm Befugnisse erteilen, gegen Internet-Konzerne vorzugehen.

TiSA – TTIP’s große Schwester ist noch viel schärfer. Verhandlungsdokumente für das Abkommen, das den globalen Austausch von Dienstleistungen regeln soll, geben Anlass zur Sorge: Datenschutz, Netzneutralität und IT-Sicherheit sind gefährdet, die Zensur soll privatisiert werden (Netzpolitik.org).

UK: Bahn frei für das Superüberwachungsgesetz. Die jetzige Premierministerin Theresa May hat es vor zwei Jahren entworfen, jetzt kommt es. Hacking und Überwachung sind dem Geheimdienst pauschal erlaubt, Browser- und Verbindungsdaten werden ein Jahr lang gespeichert (Zeit).

Was macht Wikipedia mit so viel Geld? Die jährliche Spendenaktion läuft gerade, 8,6 Millionen Euro braucht die deutsche Ausgabe. Die F.A.Z. hat nachgeschaut, was mit dem Geld passiert.

   

Zu guter Letzt …

OMG, eine Weihnachtskrippe für Hipster. Die Scheune hat natürlich Solarzellen auf dem Dach (ist von einem Bio-Bauern), Josef macht ein Selfie mit Maria und dem Christkind und die Heiligen Drei Könige kommen auf Segways angerauscht – gibt’s alles hier zu kaufen.