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Digitale Agenda kw30 /2017

 

Digitaler Wahlkampf

Wie stehen die politischen Parteien zu wichtigen digitalpolitischen Fragen? Mit dem „Wahlkompass“ des Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft (HIIG) lassen sich die Wahlprogramme mit wenigen Klicks vergleichen (Süddeutsche).

Wie sich Parteien in digitalen Medien schlagen, analysiert der Experte Hannes Ley. Im Interview mit dem Spiegel. Sein Urteil: Es gibt nur eine Partei, die soziale Medien wirklich versteht – die AfD.

Mi gefälschten Tweets versucht es mal die Junge Union – und landet vor Gericht (Zeit).

Etwas mehr Substanz in digitalpolitischen Themen fordert derweil der Industrieverband Bitkom und erhofft sich von der neuen Regierung ein neues digitales Regierungsprogramm.

 

Digitale Welt

Arbeitgeber dürfen Mitarbeiter nicht pauschal überwachen, urteilte das Bundesarbeitsgericht in einem Fall, in dem der Arbeitgeber einen Keylogger am PC des Mitarbeiters installiert hatte und jeden Tastendruck von ihm aufzeichnete (Süddeutsche).

Auf 55 Milliarden Euro beziffert der IT-Industrieverband Bitkom den Schaden, der der deutschen Wirtschaft durch Spionage, Sabotage und Datendiebstahl jährlich entsteht. Die Übeltäter sitzen häufig in den eigenen Reihen (FAZ).

Facebook ist ausverkauft. Das soziale Netzwerk verzeichnet 2 Milliarden aktive Nutzer im Monat, in seinem Feed sind die Werbeplätze immer voll belegt. WhatsApp, das auch zu Facebook gehört, nutzen 1 Milliarde Menschen – täglich (Zeit).

Start-ups leiden an Fachkräftemangel. Jedes zweite Start-up kann Stellen nicht besetzen, weil geeignete Kandidaten fehlen. Viele verlegen ihren Sitz deswegen ins Ausland – der Standort Deutschland hat das Nachsehen (WirtschaftsWoche).

Goodbye, Microsoft Paint! Das legendäre Malprogramm wird nicht mehr weiterentwickelt und Microsoft will es auch nicht mehr in Windows 10 integrieren. Ein Abschied, aber noch kein Nachruf. Paint soll weiterleben, nur anders (Süddeutsche, Zeit).

Adobe Flash ist bis 2020 mausetot, hatte Apple-Chef Steve Jobs 2010 vorausgesagt. Seine Prophezeiung hat jetzt Adobe selbst bestätigt. 2020 wird die Entwicklung eingestellt (Spiegel).

 

Zu guter Letzt …

Wenn Ihr Staubsauger den Grundriss Ihrer Wohnung verkauft, wird es Zeit, ihn vom Netz zu nehmen. Genau das hat aber iRobot vor, Hersteller des derzeit populärsten Roboter-Staubsaugers Roomba. Als Abnehmer dieser Daten, die einen detaillierten Grundriss inklusive aller Gegenstände auf Ihrem Fußboden beinhalten, kämen Firmen wie Apple, Google oder Amazon in Frage. Natürlich nur mit Ihrer Einwilligung … (Zeit).

Digitale Agenda kw18

 

Facebook und die Politik

Wie wird auf Facebook Politik gemacht? Antworten auf diese komplexe Frage versucht diese Woche ein ebenso brillantes wie aufwändig produziertes Special der Süddeutschen Zeitung zu geben.

Facebooks Newsfeed ist viel mehr als eine digitale Wand, an der Wahlplakate hängen, so viel steht fest. Es ist auch Ort politischer Auseinandersetzungen, auf dem um Wählerstimmen geworben wird. Ein lesenswerter Artikel beleuchtet, wie die einzelnen Parteien auf Facebook Politik machen.

Wie Facebook die politische Diskussion verändert hat, was es für das Machtverhältnis zwischen Politikern und Bürgern inzwischen bedeutet und warum es eine Erschütterung der Demokratie, wie wir sie kennen ist, analysiert ein weiterer Artikel.

Welche Rolle spielt das Phänomen “Filterblase”? Gibt es diese Filterblase überhaupt? Und wenn ja, ist das Phänomen wirklich so neu? Die Erkenntnisse des Artikels “Filterblase? Selbst schuld!” sind ebenso interessant wie widersprüchlich.

“Die Filterblase sind wir selbst”, schreibt Sascha Lobo im Spiegel und versucht, einige Dinge zurecht zu rücken. Soziale Medien sind nicht Motor, sondern Indikator einer gesellschaftlichen Veränderung. Unsere eigene Vorstellung von dieser Welt platzt gerade dank Facebook & Co. wie eine Filterblase.

        

Digitale Welt

Windows 10 “S” steht für Schule. Mit einem neuen schicken, leistungsfähigen, aber nicht ganz billigen Notebook will Microsoft Schüler begeistern – und ihre Eltern. Das Betriebssystem lässt nur Software aus dem Windows Store zu und bietet auch sonst viele Kontrollmöglichkeiten für Eltern (Spiegel, silicon.de).

Digitalisierung bedeutet Stress. Laut einer neuen Studie des DGB klagt jeder zweite über eine größere Arbeitsbelastung, zwei von drei über die ständigen Unterbrechungen (FAZ). Laut einer Studie der Barmer Krankenkasse sehen aber die meisten Berufstätigen die Digitalisierung als Chance.

Die fünf größten Passwort-Mythen entlarvt ein Artikel in der Süddeutschen, darunter den häufigen Passwortwechsel und die Nutzung von Sonderzeichen. Und auch die Biometrie bekommt ihr Fett weg.

Betrüger tricksen das mTAN-Verfahren aus. Über eine seit zwei Jahren bekannte Schwachstelle konnten Kriminelle mit einem Trick mTAN-SMSs abfangen und zahlreiche deutsche Konten leer räumen (Süddeutsche).

Amazon verkauft jetzt auch Lebensmittel. “Amazon Fresh” startet als Pilotprojekt zunächst nur in Berlin und Potsdam (FAZ). Das könnte kleineren lokalen Lebensmittelhändlern, die ihre Waren über Amazon verkaufen, eine Chance gegen die dominierenden Supermärkte geben, glaubt die Verbraucherzentrale Bundesverband (Handelsblatt).

Wie Organisationen beweglich werden, schildert der Unternehmensberater Klaus Kissel in der Computerwoche anhand von fünf Fragen, die sich Unternehmen hinsichtlich ihrer Organisation und Struktur stellen sollten.

Vier USB-Sticks mit einer Kapazität von 256 GB und einen mit 2 TB hat das c’t-Magazin unter die Lupe genommen und kommt zum Fazit, dass Sticks sich in der Praxis eher für die Speicherung weniger aber großer Dateien eignen als für viele kleine (Spiegel).

   

Zu guter Letzt …

Illegales Filsharing interessiert nur noch wenige. Als Hacker eine neue, noch nicht veröffentlichte Staffel einer populären Netflix-Serie raubten, versuchten sie Lösegeld zu erpressen, doch Netflix gab nicht nach. Daraufhin veröffentlichten sie die Staffel online – und scheiterten auch damit. Das Interesse auf den einschlägigen Seiten war eher übersichtlich. Legale Angebote machen inzwischen für die meisten Nutzer viel mehr Sinn (Zeit).

Digitale Agenda kw04

 

Digitaler Wahlkampf

Meinungsbildung sollte man nicht Social Bots überlassen. Der deutschen Politik graust es vor einem Wahlkampf à la Trump und Innenminister De Maizière überlegt, den Betrieb von Social Bots unter Strafe zu stellen (Zeit).

Ist die Angst vor Social Bots überhaupt berechtigt? Empirische Beweise für deren Gefahr gibt es kaum (Netzpolitik.org). Und selbst wenn es sie gäbe, ist es fraglich, ob Verbote etwas bewirken würden (Süddeutsche).

Außerdem benutzen Politiker selbst Social Bots. Eine Analyse der Twitter-Follower zahlreicher Politiker hat ergeben, dass ihre Gefolgschaft bis zu drei Vierteln aus Bots oder falschen, inaktiven und längst aufgegebenen Accounts besteht (Mitteldeutsche Zeitung).

Viel wirksamer könnte ein Werbe-Boykott von Medien sein, die bewusst Fake News verarbeiten. Vor dem Start der deutschen Ausgabe von Breitbart haben mehr als 700 internationale Firmen die ultrarechte Lügenschleuder auf eine Blacklist gesetzt (Süddeutsche).

  

Trumps alternatives Internet

Mit der Netzneutralität könnte es bald vorbei sein. Donald Trump hat mit Ajit Pai einen neuen Chef der Telekommunikations-Aufsichtsbehörde FCC ernannt, der es lieber den Telko-Konzernen recht machen und das Neutralitätsgesetz kassieren will (SpiegelNetzpolitik.org).

Das Thema Klimawandel ist im Internet tabu. Trump hat der Umweltbehörde, der NASA und der Verwaltung der Nationalparks einen Maulkorb verhängt, sie dürfen nichts mehr dazu tweeten. Die Reaktion: Zahlreiche Guerilla-Accounts und ein Wissenschaftler-Marsch auf Washington (Zeit).

Trump erschafft seine eigene Faktenwelt – mit „alternativen Fakten“, versteht sich. Lügen sind Teil einer Methode, die von Diktatoren hinlänglich bekannt ist (ZeitBloomberg). George Orwells „1984“ ist derzeit in den USA das meistgekaufte Buch auf Amazon (Süddeutsche).

 

Digitale Welt

Microsoft muss keine Daten rausrücken. Der Konzern hat im Streit mit der US-Regierung ein weiteres Mal gesiegt: In Irland gespeicherte Daten dürfen nicht nach Amerika wandern – zumindest nicht nach aktueller Gesetzeslage (FAZ).

Samsung weiß jetzt, warum Note7 brannte. Schuld an den Bränden seines Flaggschiffs der Galaxy-Serie sollen fehlerhafte Batterien gewesen sein. Samsung will jetzt die Produktionsprozesse ändern (Zeit).

Das digitale Leben erzeugt Stress. Der Zwang zur permanenten Erreichbarkeit und das ständige Multitasking können auf Dauer Depression und Burnout verursachen, sagt eine Studie der Uni Mainz (Politik Digital).

… und soziale Netzwerke können deprimieren, sagt eine Studie von Kaspersky. Der extensive Gebrauch der sozialen Netzwerke und die Jagd nach ‚Gefällt mir‘-Klicks erzeugt Druck und kann Neid, Stress und Depression auslösen (Computerwoche).

   

Zu guter Letzt …

‚Satan‘, der Trojaner zum Selbermachen. Erpresserviren gibt es jetzt auch im Leasing-Modell. Die Gruppe hinter der Ransomware „Satan“ bietet einen Service an, bei dem ihre „Kunden“ die schädliche Software über eine webbasierte Oberfläche gemäß ihren Bedürfnissen anpassen können. Die Satan-Hersteller kassieren dann 30 Prozent des Lösegelds (Süddeutsche).