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Digitale Agenda kw32 / 2020

 

TikTok Wars

Nach Huawei macht die US-Regierung jetzt Jagd auf TikTok. Das soziale Netzwerk soll entweder seinen Betrieb in den USA bis Mitte September einstellen oder verkaufen, verlangt die Trump-Regierung (Hintergrundbericht).

Als potenzieller Käufer hat Microsoft Interesse gezeigt. CEO Satya Nadella will bis Mitte September entscheiden, ob er die US-Niederlassung von TikTok kaufen will. Letzteres würde Trump sehr begrüßen. Für Europa plant TikTok derweil ein neues Datacenter in Irland.

Die US-Regierung will ein China-freies Internet im Westen und hat jetzt auch Geschäfte mit den Mutterformen von TikTok und WeChat verboten. Deren Apps seien eine Bedrohung für die Privatsphäre. 

Auch Europa beteiligt sich an den Sanktionen. Die Bundesregierung verbietet den Verkauf von Laser-Satellitentechnik nach China, EU-Staaten wollen weniger Überwachungstechnik nach China und Honkong ausführen. 

 

Digitales Leben

Telekom und SAP sollen Europas Corona-Apps vernetzen. Die App ist zwar nicht perfekt, scheint aber wegen ihres Datenschutzes zum Vorbild zu werden – im Gegensatz zur Polizei.

Fitbit-Übernahme durch Google: EU hat Bedenken. Gesundheitsdaten sind spätestens seit Corona viel Geld wert, doch Googles Marktdominanz bereitet der EU Sorgen.

Amazon will 3.200 Satelliten ins All schießen. Auch in den entlegensten Ecken der Welt sollen die Menschen bei Amazon shoppen können – mit einer Internet-Verbindung aus dem All,

WhatsApp will Fake-News bekämpfen. Bei Meldungen, die sich viral verbreiten, soll eine neue Funktion eine einfache Faktenprüfung aktivieren können. 

Die neue Ransomware-Generation geht sehr gezielt vor. Statt nach dem Gießkannenprinzip anzugreifen, zielen die Attacken inzwischen genau auf die Schwachpunkte der Unternehmen. 

 

Zu guter Letzt …

Siebzehnjähriger wegen Twitter-Hack festgenommen. Zusammen mit zwei etwas älteren Freunden soll er durch den Hack 100.000 Dollar erbeutet haben. Die erste Online-Gerichtsanhörung geriet allerdings zur Lachnummer.

Digitale Agenda kw06 / 2018

 

Digitale GroKo-Pläne

Glasfaser und Gigabit-Internet für alle bis 2025, Schulen auf der digitalen Überholspur, WLAN überall und eine digitalisierte Verwaltung verspricht das Koalitionspapier von Union und SPD. Der Weg dorthin bleibt im Nebel, aber der Steuermänner (der CSU) kenner ihn ja gut (Spiegel).

Deutschland verschiebt den Beginn der Digitalisierung auf 2021, heißt es auf Twitter und  die Kommentare der Zeitungen sind auch nicht viel freundlicher. „Vom Neuland ins Digitalland“ urteilt z.B. Die Zeit nach ihrem Realitätscheck.

Konkreter sind nur die Pläne für mehr Überwachung. Aus Datenschutz wird Dateninnovation, es gibt mehr Videoüberwachung und Datenaustausch zwischen Sicherheitsbehörden und die CSU will die Polizei zum Geheimdienst aufrüsten.

 

Digitale Welt

Telekom und Vodafone wollen Passwörter abschaffen. Die Angabe der Handy-Nummer soll genügen, um sich eindeutig zu identifizieren, den Rest machen die Telko-Riesen im Hintergrund. Die Deutsche Bank, Lufthansa und verschiedene Online-Händler wollen mitmachen (Süddeutsche).

Schluss mit Geoblocking im Online-Shopping. Kunden sollen künftig unabhängig von ihrem Wohnort frei wählen können, in welchem Shop sie innerhalb der EU einkaufen. Dies betrifft den Kauf von Waren ebenso wie das Mieten von Ferienwohnungen oder Leihwägen (Zeit).

Digitalisierung wird 3,4 Millionen Jobs kosten, sagt eine Studie des Branchenverbands Bitkom. Verbandchef Achim Berg spricht sich deshalb dafür aus, die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens zu testen (FAZ).

WeChat soll den Personalausweis ersetzen. Der chinesische WhatsApp-Konkurrent will virtuelle ID-Karten verteilen, die die Bürger anstatt von physischen Personalausweisen verwenden können (Netzpolitik.org).

Facebook steht im Regen, zumindest was das öffentliche Ansehen betrifft. Prominente Tech-Vertreter werfen dem Netzwerk vor, jugendliche Nutzer absichtlich süchtig zu machen, der Schauspieler Jim Carrey ruft wegen der Russland-Affäre zum Boykott auf. Ob Facebook sein neuestes Patent, das Nutzer in Arbeiter, Mittelschicht und Oberschicht klassifiziert, positive PR bringt, scheint fraglich.

 

Zu guter Letzt …

Ein Kontrollarmband für Lagermitarbeiter hat sich Amazon patentieren lassen. Seine eigentliche Funktion besteht darin, einem Mitarbeiter den Weg zur richtigen Ware zu weisen und zu vibrieren, wenn er daneben greift (t3n.de). Allerdings kennt Amazon damit auch immer die exakte Position des Mitarbeiters und weiß, wie schnell er arbeitet oder ob er zu lange Pausen macht. In Italien, wo Amazon das Ansehen eines Blutsaugers genießt, ist das Armband zum Wahlkampfthema geworden (Süddeutsche).