Schlagwort-Archive: WhatsApp

Digitale Agenda kw24 / 2019

 

Der Wirtschaftskrieg der USA gegen Huawei eskaliert weiter, auch wenn nach Russland jetzt auch Spanien sein 5G-Netz mit Huawei aufbauen will. 

Huawei wird durch die US-Sanktionen dazu gezwungen, ein komplett eigenes Ökosystem aufzubauen. 

Riskieren die USA eine neue Wirtschaftskrise? Die ersten Großinvestoren bringen ihr Geld in Sicherheit. 

 

Digitales Leben

Innenminister Seehofer erntet einen Shitstorm für seine Vorstellung, Messenger-Dienste wie WhatsApp zur Herausgabe von Chat-Verläufen zu zwingen. Rund 100 Organisationen aus Industrie, Verbraucherschutz und Datenschutz haben die Pläne mit einem offenen Brief quittiert. 

Der Bund bekommt 6,6 Milliarden Euro aus der 5G-Auktion und diesmal gibt es neben der Telekom, Vodafone und Telefonica einen vierten Netzbetreiber, 1&1 Drillisch. Vodafone will jetzt schon seine Milliarden zurück – als Hilfe zum Aufbau der Infrastruktur. 

Die Polizei bekommt keinen Zugriff auf Gmail. Googles E-Mail-Dienst ist kein Kommunikationsdienst im Sinne des EU-Rechts, urteilte der Europäische Gerichtshof. Deswegen muss Google auch keine Schnittstelle für das Ausspähen der Kommunikation zur Verfügung stellen.

US-Grenzbehörde stellt auf Biometrie um. Der digitale Striptease für die Einreise wird immer umfangreicher, der Umgang mit den gewonnenen Daten immer fahrlässiger. Nun wurden einem Dienstleister zehntausende Gesichtsfotos und Kfz-Kennzeichen geklaut.  

Neue Regeln für Drohnen. Nachdem Anfang des Jahres der Londoner Flughafen Gatwick durch eine Drohne lahmgelegt wurde, beschloss die zuständige EU-Behörde jetzt verbindliche Regeln für Drohnen. 

 

Zu guter Letzt …

Mark Zuckerberg erklärt sich zum Weltherrscher. In einem Video auf Instagram sagt der Facebook-Chef, dass er die gestohlenen Daten von Milliarden von Menschen besitzt und erklärt, dass „wer die Daten beherrscht, beherrscht auch die Zukunft“. Natürlich ist das Video gefälscht, aber es ist ein äußerst gekonntes Deep Fake. Und Mark Zuckerberg besitzt offenbar genug Humor, um das Video nicht vom Netz nehmen zu lassen. 

Digitale Agenda kw43 / 2018

 

Digitale Erziehung

Mit der digitalen Bildung in deutschen Schulen ist es nicht weit hin und damit werden junge Leute nicht gut genug für die Arbeitswelt von morgen vorbereitet. Das liegt an der schlechten Ausstattung der Schulen ebenso wie am fehlenden Fachwissen beim Lehrpersonal.  Zumindest am Geld sollte das heute nicht scheitern. Über den DigitalPakt Schule will der Bund 5 Milliarden Euro in die digitale Bildung investieren, doch die Länder zieren sich, denn dazu müssten sie eine Einmischung des Bundes in ihre Kulturpolitik dulden.  Der Druck der Industrie könnte zum Schluss die Länder zum einlenken zwingen. „Allgemeinbildung definiert sich in der digitalen Welt anders als in der Industriegesellschaft“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg (statt über „Smartphone in der Schule„-Diskussionen oder „Smartphones sind allem Schuld„-Debatten).   

Digitales Leben

Apple-Chef will eine DSGVO für die USA und wettert gegen den „Daten-industriellen Komplex“ von Facebook und Google. „Daten werden mit militärischer Effizienz gegen uns als Waffen eingesetzt“, sagte Tim Cook auf einer Datenschutz-Konferenz in Brüssel. Deutsche Autohersteller sind nicht von Google abhängig. Mit ihren Kartendienst Here sind sie gerade dabei, Nokias eher mittelmäßiges Navi-Produkt in eine brauchbare Plattform für selbstfahrende Fahrzeuge zu verwandeln. Brasilien hat keinen Putsch nötig. Der Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro, ein erklärter Freund der letzten Militärdiktatur, setzt systematisch auf Lügen und Verleumdungen, die über WhatsApp verbreitet werden. WhatsApp könnte das eigentlich verhindern. Nein, keine Krise. Nur um einen gesunden Rücksetzer handelt es sich laut Experten bei den fallenden Kursen von wichtigen Technologiefirmen. Seit gut einer Woche bereiten Firmen wie IBM, Amazon, Google oder Snapchat den Anlegern Sorgen. Strafen für Apple, Samsung und Facebook. Apple und Samsung zahlen in Italien 10 bzw. 5 Millionen wegen der Leistungsdrosselung ihrer Geräte durch Updates, Facebook zahlt in England 500.000 Pfund wegen der Datenweitergabe an Cambridge Analytica. Arme Portokasse…  

Zu guter Letzt …

Künstliche Intelligenz kann richtig teuer malen. Ein von einem Algorithmus erstelltes Gemälde ist in New York für 432.000 Dollar versteigert worden. Erwartet wurde eher ein Preis um die 10.000 Dollar. Der Käufer besitzt jetzt ein Gemälde mit der originellsten Signatur der Kunstgeschichte: min G max D Ex[log(D(x))]+Ez[log(1-D(G(z)))]

Digitale Agenda kw41 / 2018

 

5G-Mobilfunk

Das Geschacher um die 5G-Lizenzen hat schon begonnen, lange bevor die eigentliche Versteigerung nächstes Jahr stattfindet. 99 Prozent Abdeckung bis 2025 verspricht die Telekom im Gegenzug für lockerere Regeln für die Verlegung von Glasfaser. Heftige Kritik erntet derweil der Entwurf der Auktions- und Vergaberegeln. Diese Kriterien des Grauens seien dafür verantwortlich, dass Deutschland heute nur 70 Prozent LTE-Abdeckung hat, schreiben die Grünen im Handelsblatt. Und die Telko-Platzhirsche befürchten, von Google, Apple und Amazon ausgetrickst zu werden. Sie könnten über regionale Lizenzen sich in das Vergabeverfahren einschleichen und das Monopol von Telekom, Vodafone und Telefonica brechen.   

Digitales Leben

Die Urheberrechtsreform der EU war ein Eigentor, nicht nur weil die jetzt vorgesehenen Upload-Filter einen ersten Schritt in Richtung Zensur bedeuten. Die geplanten Regelungen gefährden auch die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz in Europa. Die Security-Bilanz dieser Woche: Die neue Agentur für Cybersicherheit soll Cyberwaffen entwickeln. Eine parlamentarische Anfrage der Linken brachte an den Tag, dass die Produkte der ‚Agentur für Innovationen in der Cybersicherheit‘ eher auf Angriff ausgelegt sein werden.   

Zu guter Letzt …

Ruhe Sanft, Google+. Zum Schluss war es eine Software-Panne, die dem Facebook-Klon den Garaus machte. Eine Lücke gab App-Entwicklern unberechtigten Zugang zu privaten Nutzerdaten. Das Netzwerk, in dem es still wie auf dem Friedhof war, soll nächsten Sommer für Privatnutzer dichtgemacht werden und nur noch für die interne Kommunikation von Firmen zur Verfügung stehen. 

Digitale Agenda kw31 / 2018

 

Zensur-Plattformen

Google liefert China eine eigene Filterblase. Nach Informationen von The Intercept arbeitet Google an einer Version seiner Suchmaschine, die den Zensurvorgaben der chinesischen Regierung entspricht (Zeit). Google hatte sich 2010 aus China zurückgezogen, weil es nicht zensieren wollte. 

Facebook löscht 32 Seiten und Konten, die ein „koordiniertes nicht-authentisches Verhalten“ zeigten. Mit der gleichen Begründung wurde auch die Veranstaltungsseite einer Demonstration gegen die Kundgebung einer rechtsextremen Gruppe gelöscht. 

Wer entscheidet, was gelöscht wird oder nicht auffindbar sein soll? Angesichts immer lauterer Forderungen nach Zensur in der EU und der bereits herrschenden Zensur in Asien und Afrika, eine nicht ganz unberechtigte Frage. 

 

Digitales Leben

Die schmutzigen Tricks beim Glasfaserausbau soll die Überarbeitung des Telekommunikationsgesetzes nun verhindern. Die Kommunen beklagen schon länger ein Schlupfloch im aktuellen Gesetz, das vor allem die Deutsche Telekom extensiv genutzt haben soll. 

Ab 2019 ist WhatsApp nicht mehr werbefrei. Die Werbung soll vorerst nicht in oder zwischen den privaten Chats, sondern nur im „Status“ auftauchen. Die beiden WhatsApp-Gründer hatten das Unternehmen letztes Jahr verlassen, weil sie damit nicht einverstanden waren.

Warum sollte man Wikipedia vertrauen? Im Interview mit der Zeit erklärt Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, nach welchen Kriterien sich die Autoren-Community ihre vertrauenswürdigen Quellen aussucht und wie sie mit Trollen fertig wird, die „alternative Fakten“ einschmuggeln. 

Facebooks Security-Chef geht und ist frustriert über die Haltung des Unternehmens zum Thema Sicherheit und Datenschutz. Alex Stamos hatte dazu eine wesentlich nutzerfreundlichere Einstellung als sein Arbeitgeber, wie eine Analyse der Süddeutschen zeigt. 

Apple ist jetzt 1 Billion Dollar wert. Nachdem die letzten Quartalszahlen noch besser waren als erwartet (11,5 Milliarden Gewinn), ist der Aktienwert von Apple auf 1.000.000.000.000 Dollar gestiegen – als erstes nichtstaatliches Unternehmen der Wirtschaftsgeschichte. 

 

Zu guter Letzt …

Die Sprache der Rechtsextremen im Netz hat sich Sascha Lobo genauer angeschaut und erklärt, was wirklich unter Begriffen wie „Merkel“, „Globalisten“ oder „Goldstücke“ zu verstehen ist.