Schlagwort-Archive: WhatsApp

Digitale Agenda kw02 / 2021

 

Konsequenzen

Die Sperrung von Trumps Social-Media-Konten durch Twitter, Facebook, Snapchat und anderen sowie das Abschalten von Parler hat eine Debatte über digitale Meinungsfreiheit und die Macht von Internet-Konzernen entfacht. 

„Wichtig, richtig, viel zu spät“ finden die einen, während es andere, inklusive Angela Merkel und Twitter-Chef Jack Dorsey, es zugleich als problematisch sehen und der Bitkom sich nur noch wundert.

Eine strengere Regulierung der Konzerne seitens der EU und des Bundeskartellamts könnte helfen, ist aber kein Allheilmittel.

Die Alternativen zu Twitter & Co. nehmen Gestalt an – und sie sind dezentral. Plattformen wie Matrix, Mastodon, IPFS oder LBRY basieren auf Open-Source-Software und bieten Nutzern mehr Autonomie und Privatsphäre als Silicon-Valley-Konzerne (Interview dazu mit dem Datenschutzbeauftragten von Baden-Württemberg).

 

Digitales Leben

WhatsApp ändert seine Nutzungsbedingungen (hier die Details) und Konkurrenten wie Signal, Threema und Telegram freuen sich über die Flut an neuen Nutzern. 

Microsoft arbeitet an einheitlicher Outlook-App. Sie soll in neuem Design kommen und auf allen Betriebssystemen und dem Web gleich aussehen. 

Sein Bitcoin-Passwort im Wert von 200 Millionen Euro hat ein aus Deutschland stammender Programmierer einfach vergessen. Er hat noch zwei Versuche, dann ist die Kohle weg.

Die Datenskandale der Woche: notebooksbilliger.de spioniert spioniert seine Mitarbeiter aus und die Menstruations-App Flo gibt Gesundheitsdaten an Facebook und Google weiter.

 

Zu guter Letzt …

Andreas Scheuer gibt mal wieder Geld aus. Der Skandal um die versenkten Millionen der Kfz-Maut ist dank Corona fast vergessen. Nun bekommt der Verkehrsminister endlich wieder die Aufmerksamkeit von Politik und Bundesrechnungshof mit seinem Plan, die Lücken in der Breitbandversorgung zu schließen. 

Digitale Agenda kw46 / 2020

 

Messenger im Visier

Bundeskartellamt untersucht Messenger-Apps. WhatsApp, Telegram & Co sollen gegen wiederholt gegen die Datenschutzrechte der Verbraucher verstoßen haben. Die Behörde will außerdem untersuchen, ob die Kommunikation zwischen verschiedenen Messenger-Diensten möglich werden soll. 

EU-Staaten wollen Hintertüren für Messenger. Verschlüsselung ist nach wie vor ein Dorn im Auge von Ermittlern und Geheimdiensten und sie lassen nicht locker, ganz egal wie schlecht die Idee sein mag. 

Industrie und Verbraucher warnen vor Hintertüren. Bitkom, Eco, TeleTrusT, CCC, die Gesellschaft für Informatik und viele andere Industrieverbände und Organisationen warnen vor einem Irrweg.  

 

Digitales Leben

Die ersten Macs mit Apple-CPU sind da. Sie versprechen dreifache CPU-Leistung, fünffache Grafikleistung und bessere Akku-Laufzeiten. Apple zufolge ist der M1-Prozessor weder ein Intel-Klon noch eine ARM-Adaption, sondern etwas ganz eigenes. 

Biden gewinnt, Silicon Valley jubelt. Selbst wenn der neue US-Präsident Google & Co. höher besteuert, hätten sie sieben Gründe zur Freude. Sogar bei einem blockierten Senat würden sie profitieren.  

Bitcoin ist wieder in den Schlagzeilen. Der Kurs der Kryptowährung geht durch die Decke, das US-Justizministerium wird zum Bitcoin-Milliardär und ein ehemaliger Microsoft-Mitarbeiter nutzt den Bitcoin-Mixer zur Geldwäsche. 

Schleicht sich Google in die europäische Cloud ein? Der französische Cloud-Anbieter OVH ist ein federführendes Mitglied bei Gaia-X, geht aber eine weitgehende Partnerschaft mit Google ein – zum Wohle der Euro-Cloud. 

Ausnahmezustand wird zur Normalität. Die Antiterror-Gesetze im Nachgang von 9/11 waren ursprünglich auf fünf Jahre begrenzt. Trotz starker verfassungsrechtlicher Bedenken sollen sie nun dauerhaft gelten. 

 

Zu guter Letzt …

Bei Gesundheitsfragen hört die Google-Neutralität auf. Bei Suchbegriffen wie Grippe, Corona, Allergien und anderen Krankheiten funktioniert Google nicht mehr nach den seinen „normalen“ Algorithmen. Fortan wird ein Infokasten mit einem Text des Gesundheitsministeriums angezeigt. Zeitungen und Fachmedien wie die Apothekenumschau fühlen sich übergangen. 

Digitale Agenda kw09 / 2020

 

Politische Werbung

Im Wahlkampf wird das meiste Geld immer noch für Werbung im TV ausgegeben, aber Online-Plattformen werden immer wichtiger.

Donald Trump hat sich den begehrtesten digitalen Werbeplatz gesichert. Auf der Startseite von YouTube soll in den Tagen vor der Präsidentschaftswahl nur Trump-Werbung laufen. 

Der Milliardär Mike Bloomberg unterhält eine ganze Social-Media-Maschinerie, die in seinem Sinne postet, die Posts aber nicht als Werbung kennzeichnet (Englisch).

Sogar Deep Fakes werden in Indien im Wahlkampf eingesetzt. Ein Politiker nutzte gefälschte Videos, um Wähler in verschiedenen Dialekten anzusprechen (Englisch). 

Personalisierte politische Werbung ist unerwünscht, sagen deutsche Verbraucher. Wie sie ihr entkommen können, wissen die meisten aber nicht. 

 

Digitales Leben

Eine Milliarde Geräte von WLAN-Lücke betroffen. Ein Fehler in weit verbreiteten WLAN-Chips macht zahlreiche Smartphones und PCs sowie Amazons Echo und Kindle angreifbar. Erste Updates sind verfügbar. 

Die geheime Kundenliste von Clearview wurde gehackt. Hunderte Polizeibehörden nehmen die Dienste des Betreibers einer Datenbank mit 3 Milliarden Gesichtern in Anspruch, um Verdächtige zu identifizieren. Auch die Gesichtserkennungs-App von Clearview wurde jetzt entdeckt. 

5G kommt ohne Huawei momentan nicht aus. Trotz aller Boykottaufrufe aus den USA haben 47 europäische Provider Lieferverträge für 5G-Infrastruktur mit Huawei abgeschlossen. Dessen Umsatz stieg um 18 Prozent. 

WhatsApp ist für EU-Diplomaten nicht sicher genug. Die zu Facebook gehörende Messenger-App ist zwar verschlüsselt, doch US-Behörden haben Zugriff auf ihre Metadaten. Der Auswärtige Dienst der EU nutzt jetzt lieber eine eigene App. 

NSA-Telefonüberwachung bringt gar nichts. 100 Millionen Dollar hat die NSA in den letzten vier Jahren ausgegeben, um US-Amerikaner abzuhören. Herausgekommen ist nur eine einzige wichtige Ermittlung. 

 

Zu guter Letzt …

Airbnb will Nachbarn vor Partylärm schützen. Der Vermittlungsdienst empfiehlt Vermietern, kleine, mit dem Internet verbundene Lärm-Messgeräte in ihre Räumlichkeiten zu installieren, die den Lärmpegel messen und sie benachrichtigen, wenn das Treiben in den vermieteten Wohnungen allzu bunt wird.

Digitale Agenda kw24 / 2019

 

Der Wirtschaftskrieg der USA gegen Huawei eskaliert weiter, auch wenn nach Russland jetzt auch Spanien sein 5G-Netz mit Huawei aufbauen will. 

Huawei wird durch die US-Sanktionen dazu gezwungen, ein komplett eigenes Ökosystem aufzubauen. 

Riskieren die USA eine neue Wirtschaftskrise? Die ersten Großinvestoren bringen ihr Geld in Sicherheit. 

 

Digitales Leben

Innenminister Seehofer erntet einen Shitstorm für seine Vorstellung, Messenger-Dienste wie WhatsApp zur Herausgabe von Chat-Verläufen zu zwingen. Rund 100 Organisationen aus Industrie, Verbraucherschutz und Datenschutz haben die Pläne mit einem offenen Brief quittiert. 

Der Bund bekommt 6,6 Milliarden Euro aus der 5G-Auktion und diesmal gibt es neben der Telekom, Vodafone und Telefonica einen vierten Netzbetreiber, 1&1 Drillisch. Vodafone will jetzt schon seine Milliarden zurück – als Hilfe zum Aufbau der Infrastruktur. 

Die Polizei bekommt keinen Zugriff auf Gmail. Googles E-Mail-Dienst ist kein Kommunikationsdienst im Sinne des EU-Rechts, urteilte der Europäische Gerichtshof. Deswegen muss Google auch keine Schnittstelle für das Ausspähen der Kommunikation zur Verfügung stellen.

US-Grenzbehörde stellt auf Biometrie um. Der digitale Striptease für die Einreise wird immer umfangreicher, der Umgang mit den gewonnenen Daten immer fahrlässiger. Nun wurden einem Dienstleister zehntausende Gesichtsfotos und Kfz-Kennzeichen geklaut.  

Neue Regeln für Drohnen. Nachdem Anfang des Jahres der Londoner Flughafen Gatwick durch eine Drohne lahmgelegt wurde, beschloss die zuständige EU-Behörde jetzt verbindliche Regeln für Drohnen. 

 

Zu guter Letzt …

Mark Zuckerberg erklärt sich zum Weltherrscher. In einem Video auf Instagram sagt der Facebook-Chef, dass er die gestohlenen Daten von Milliarden von Menschen besitzt und erklärt, dass „wer die Daten beherrscht, beherrscht auch die Zukunft“. Natürlich ist das Video gefälscht, aber es ist ein äußerst gekonntes Deep Fake. Und Mark Zuckerberg besitzt offenbar genug Humor, um das Video nicht vom Netz nehmen zu lassen.