Schlagwort-Archive: Windows 10

Digitale Agenda kw31

 

Windows aus der Cloud

Das erste große Windows 10 Update genau ein Jahr nach der Einführung heißt sinnigerweise „Anniversary Update“ und nimmt seine Nutzer noch ein Stück weiter mit in Richtung Microsoft-Cloud. Eine Zusammenfassung der Neuerungen hat ZDnet.de, ein ausführlicher Testbericht findet sich auf AnandTech.com (Englisch).

Aus der Cloud kommen vor allem neue Sicherheitsfeatures für Unternehmen: Advanced Threat Protection soll Angriffe aufs Firmennetz erkennen und Maßnahmen vorschlagen; Information Protection trennt persönliche und Unternehmensdaten unabhängig von ihrem Speicherort; Windows Hello entsperrt den PC über die biometrische Erkennung des Nutzers per Kamera.

In die Microsoft-Cloud wandern hingegen jetzt noch mehr viele Nutzungs- und Nutzerdaten als je zuvor. So wird die digitale Assistentin Cortana zur ständigen Begleiterin inklusive Zugriff auf den Browser-Verlauf und lässt sich kaum noch abschalten (golem.deheise.de); die Gruppenrichtlinien wurden umgekrempelt (heise.de); es gibt neue Privacy-Regeln für Enterprise-Produkte (silicon.de).

    

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Die neue Datenschutz-Grundverordnung ist Vorbote für einige grundlegende Veränderungen in der IT-Sicherheit, glaubt Tim Grieveson von HP Enterprise im HPE-Blog. Und
die vier häufigsten Missverständnisse in Sachen Datenschutz beim Umgang mit der Cloud werden im Datacenter-Insider erläutert.

Design Thinking kann im IT Service Management dazu beitragen, Innovationsprozesse richtig zu strukturieren – wenn man die Scheu vor dieser neuen Methode verliert und sie richtig anwendet. Ihre wesentlichen Bausteine erklärt der ITSM-Experte Martin Beims auf CIO.de.

Häufiges Passwortwechseln bringt nicht viel, sagen inzwischen eine ganze Reihen an Studien. Ars Technica hat sie zusammengetragen (deutscher Artikel auf Süddeutsche.de).

Wie Drohnen Industrieanlagen gefährden und Daten klauen können, demonstrierte der Security-Experte Jeff Melrose auf der Black Hat-Konferenz diese Woche. Auf dem Dach eines Gebäudes z.B. können sie sich in WLANs hacken und drahtlose Tastaturen abhören (Computerwoche).

Die Netzneutralität soll durch Bußgelder verteidigt werden. Im Gesetzentwurf, der die Gleichbehandlung von Datenpaketen im neuen Telekommunikationsgesetz verankern soll, ist von Bußgeldern bis zu 500.000 Euro die Rede (Spiegel).

Die Digitalwirtschaft boomt und ist ein Job-Motor, sagen die neuesten Statistiken. Sechs der zehn wertvollsten Weltkonzerne sind Technologiefirmen (FAZ) und der Industrieverband Bitkom hat seine Beschäftigungsprognose für Deutschland nochmals erhöht.

Ein ewiges Leben als Avatar verspricht der kanadische KI-Experte Hossein Rahnama. Er arbeitet an Algorithmen künstlicher Intelligenz, die eine Person zu Lebzeiten so gut „kennen lernen“, dass ihre Nachfahren auch nach ihrem Tod mit ihrem Avatar interagieren können (Zeit).

    

Zu guter Letzt …

Für „geheime Putsch-Botschaften“ hielt eine türkische TV-Reporterin vor laufender Kamera die Einträge im Notizblock eines Erdogan-Kritikers. Zahlenkombinationen wie „4825550100“ und Wörter wie „Helikopter“ oder „Waffe“ entpuppten such allerdings als Cheat-Codes aus dem Gangsterspiel Grand Theft Auto (Süddeutsche).

Digitale Agenda kw22

 

Internet-Milliardäre und die Medien

Die Geschichte ist pikant. Der berühmte Wrestler Hulk Hogan wird beim Sex mit der Frau eines Freundes gefilmt, das Klatschmagazin Gawker stellt den Film ins Internet. Hogan zieht vor Gericht und erreicht eine Entschädigung, die die Schließung von Gawker bedeuten würde. Und dann stellt sich heraus, dass die Klage in Wirklichkeit ein Rachefeldzug des deutschstämmigen PayPal-Gründers Peter Thiel war, weil Gawker ihn 2007 als schwul geoutet hatte (Spiegel).

Das Ganze ist nicht nur zum Lachen. Internet-Milliardäre wie Thiel bestimmen immer mehr die öffentliche Meinung.
– Die Washington Post gehört Amazon-Chef Bezos (Süddeutsche),
– Konzerne wie Verizon kaufen massiv Internet-Medien (Handelsblatt),
– die Gründerin der Huffington Post sitzt im Verwaltungsrat von Uber – desselben Uber, das vor zwei Jahren missliebige Journalisten „fertigmachen“ wollte (Süddeutsche),
– und Trump-Unterstützer Peter Thiel sitzt im Verwaltungsrat von Facebook.

Die Presse ist zu ängstlich, um die Eliten in Schach zu halten, urteilt der Internet-Experte Evgeny Morozov in der SZ. Beispiele von wohlmeinenden Berichten über Milliardäre häufen sich (Pando) und auch Facebook sieht keinen Grund, Thiel vom Verwaltungsrat zu entfernen (Slate.com). Die Tech-Branche ist dabei, sich ihre eigene Lügenpresse zu schaffen (Handelsblatt).

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Der neue Jahresbericht über Internet-Trends der US-Analystin Mary Meeker (Präsentation) sieht Spracheingabe, Messaging, selbstfahrende Autos und künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch (Zeit).

Was man über Software-Defined Storage wissen sollte, fasst Thomas Joos in der Computerwoche zusammen. Speicher-Virtualisierung ist sinnvoll, der Umgang damit will aber gelernt sein.

Virtual Reality wird die Arbeitswelt verändern, sagt eine neue Studie von Deloitte. Deutsche Firmen wollen bis 2020 knapp 850 Millionen Euro in VR- und MR-Anwendungen investieren.

9 Gründe, warum agile Methoden scheitern, hat das Beratungshaus PwC identifiziert. Die deutsche Zusammenfassung gibt’s auf CIO.de.

Der Bitcoin-Kurs geht gerade durch die Decke. Chinesische Investoren haben die Kryptowährung für sich entdeckt (t3n.de), Kriminelle aber auch. Sie betreiben darüber massiv Geldwäsche (heise.deMiami Herald, Hintergrundartikel zu Bitcoin in der Zeit).

Die Störerhaftung ist endlich beerdigt, Abmahnungen sind aber immer noch möglich. Rechtssicherheit sieht anders aus, kommentiert Netzpoitik.org.

Microsoft zwingt User zum Update auf Windows 10. Die Popups nerven Nutzer schon länger, das Wegklicken des Popups versteht Microsoft jetzt plötzlich als Einverständnis zum Update (Welt.de).

    

Zu guter Letzt …

Cyberkriminelle entdecken E-Zigaretten für sich. Durch das Aufladen über USB-Ports kann man sich Viren einfangen, warnt das BSI (Süddeutsche). Immerhin kam auch das Virus vom Atomkraftwerk Gundremmingen über eine USB-Schnittstelle (Spiegel).

Digitale Agenda kw51

 

Die neue EU-Datenschutzverordnung

Ab 2018 gilt gleiches Datenschutzrecht in allen EU-Ländern. Nach vierjährigen Verhandlungen und einer beispiellosen Lobby-Schlacht haben sich die EU-Gremien auf die Eckpunkte geeinigt, die nächstes Jahr in ein Gesetz formuliert werden sollen.

Verbraucher
– haben künftig einen einfacheren Zugang zu ihren Daten,
– können hinterfragen, wie und zu welchem Zweck ihre persönlichen Daten verarbeitet werden,
– haben in allen Ländern dieselbe Art Beschwerdestellen und können in jedem Land prozessieren.

Auf Unternehmen kommen einige Umstellungen zu:
– Es gibt keine Datenschutz-Oasen mehr – für internationale Firmen gilt das „Marktort-Prinzip“. Der Marktort ist die EU, es gilt in allen Ländern dasselbe Recht.
– Die Zustimmung für jede anderweitige Nutzung persönlicher Daten als für die ursprüngliche muss vom Nutzer gesondert eingeholt werden.
– Verstöße werden mit Strafzahlungen von bis 4 Prozent des Jahresumsatzes geahndet.
– KMUs müssen nicht mehr einen Datenschutzbeauftragten bestellen, wenn Datenverarbeitung nicht deren Kerngeschäft ist. Den einzelnen Ländern wird aber erlaubt, strengere Gesetze zu verordnen.

Die Wirtschaft ist „not very amused“. Verbände wie BitkomBVDWoder eco beschweren sich über die größere Bürokratie und die Hürden für europäische Startup-Firmen (Zusammenfassung auf Welt.de und Netzpolitik.org). Der Spezialanwalt Niko Härting sieht im Interview mit der Zeit die Verordnung als „Paradies für uns Juristen“, weil sie vieles im Unklaren lässt.

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT 

Die IT-Budgets 2016 steigen, aber Fachabteilungen mischen bei deren Ausgestaltung stärker mit, zeigen erste Vorab-Ergebnisse der neuen IT-Trends Studie von Capgemini. Deswegen wird mehr Geld für Updates, Aktualisierungen und Erweiterungen bestehender Systeme und deutlich weniger für Neuanschaffungen ausgegeben.

Was 2016 auf die IT zukommt, schildert PAC-Analyst Andreas Zilch auf CIO.de. Quintessenz: Die IT wird als Technologie für Unternehmen immer wichtiger, doch die IT-Abteilung muss erst noch die richtige Rolle und Organisationsform für sich finden.

Sechs Technologie-Treiber für die Arbeit der Zukunft beschreibt Jens Brauer von Polycom in der Computerwoche. Faktoren wie Mobilität, die Cloud und neue Kommunikationsmethoden machen eine Neudefinition des Begriffs „Arbeit“ nötig.

Das neue Windows-10-Update ist ein Problemfall. Erst hat das Update für Windows 10 Mobile ausgerechnet die Microsoft-eigenen Lumia-Smartphones gecrasht, dann hat Windows 10 für Desktops die Nutzer dazu genötigt, das 6 GB große Update herunterzuladen, ob sie es wollten oder nicht (silicon.de).

Das Ziel von 100 neuen Business-Apps bis Jahresende haben Apple und IBM locker erreicht. Die beiden ungleichen Partner hatten ihre Kooperation im Sommer 2014 angekündigt, inzwischen haben sie Unternehmen aus 14 Branchen und Business-Nutzer aus 65 Berufen mit ihren Apps beglückt (Computerwoche).

 

Zu guter Letzt …

WhatsApp wird in Brasilien 48 Stunden lang blockiert – und zwar per Gerichtsbeschluss. Die Strafe hat sich WhatsApp wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft in einem Strafverfahren eingebrockt (Zeit.de).

Google will autonome Autos als Taxis einsetzen, will der Wirtschaftsdienst Bloomberg erfahren haben (deutsch auf Golem.de). Dumm nur, dass die kalifornische Kfz-Behörde kurz vorher bestimmt hatte, dass Insassen von autonomen Autos unbedingt fahrtüchtig sein müssen (heise.de).

Digitale Agenda kw47

 

IT und der Terror

Terroristen wissen um die Möglichkeiten der Technik – und nutzen sie. Sie chatten über verschlüsselte Apps wie Telegram (Spiegel) oder über die PlayStation 4 und schützen ihre Server genauso effektiv wie sicherheitsbewusste Firmen, beispielsweise über die Dienste von Cloudflare (Welt.de).

Welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen?
– Polizei, Geheimdienste und Politik fordern mehr Massenüberwachung (Zeit.deSüddeutsche).
– Deutschland stockt seine Geheimdienste auf (Netzpolitik.org),
– England debattiert über die faktische Abschaffung von Privatsphäre (Spiegel),
– Die Hackergruppe Anonymous hat ISIS den Krieg erklärt (Süddeutsche).

Was hat Massenüberwachung bisher gebracht? Die Anschläge von Paris konnte sie jedenfalls nicht verhindern, obwohl Frankreich die schärfsten Gesetze in Europa hat. Dabei gaben sich die Terroristen vom letzten Freitag nicht mal viel Mühe. Die Drahtzieher verschlüsselten kaum etwas und kommunizierten teilweise im Klartext übers Telefon und per SMS (The InterceptSpiegel).

„Überwachung bringt mehr Sicherheit“ ist ein Rezept, das nur Symptome bekämpft, aber nicht die Ursachen, schreibt Sascha Lobo im Spiegel. Nirgendwo in Europa gibt es so viele junge Männer ohne Zukunft wie in den Vorstädten von Paris. „Das beste Mittel gegen Radikalisierung ist eine für alle funktionierende Gesellschaft.“

 

IT-MANAGEMENT & TECHNIK

Sieben Collaboration-Alternativen zu Exchange und Outlook hat die Computerwoche unter die Lupe genommen, darunter Open-Xchange, Kerio und Scalix.

Das erste Update für Windows 10 ist da (heise.de) und mit ihm auch eine Möglichkeit für Admins zu bestimmen, wann genau welche Updates an welche Rechner ausgerollt werden sollen (ZDnet.de).

Eine neue Multi-Cloud-Management-Plattform hat Fujitsu mit MetaArc vorgestellt. Sie soll eine IT der zwei Geschwindigkeiten möglich machen – die „robuste IT“ des Betriebs und die „schnelle IT“ der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle (silicon.de).

Hybride Cloud 1: Exchange. Wie bringt man lokale Exchange-Server und Office 365 zusammen? Um Administratoren bei der Umstellung zu unterstützen, hat Microsoft eine neue Version seines Office 365 Hybrid Configuration Wizard veröffentlicht (CloudComputing-Insider.de).

Hybride Cloud 2: Lokale und Cloud-Daten. Die EMC-Produkte VMAX, VNX, CloudBoost, Spanning, Data Domain und NetWorker bieten ab sofort Services für hybrides Datenmanagement (silicon.de).

Google+ versucht es noch einmal. Nicht nur optisch unterscheidet sich Googles soziales Netzwerk jetzt stärker von Facebook, es geht auch konzeptionell einen anderen Weg durch eine Zweiteilung in „Communities“ und „Sammlungen“ (t3n.de).

 

Zu guter Letzt …

Die witzigsten Fehlermeldungen in Windows & Co. hat CIO.de in einer Bildergalerie gesammelt. Was für die Mittagspause, solange man die Hand vor dem Mund hält.