- Chatkontrolle, Data Scientists, Informationsfreiheitsgesetz, KI-Agenten, Open-Source First, Reformpaket, Schufa
Diese Woche
EU-Ministerrat will erneut die Chatkontrolle durchpeitschen
EU und Bundesregierung halten hartnäckig ihren Kurs in Richtung Totalüberwachung:
→ Der EU-Ministerrat unternimmt mitten in den Sommerferien einen erneuten Versuch, Messenger-Betreiber zu einer Durchleuchtung aller Chats vor der Verschlüsselung zu verpflichten.
→ EU-Experten empfehlen ein Social-Media-Verbot für unter 13-Jährige, wie zuvor auch die deutsche Familienministerin. Abgesehen davon, dass solche Maßnahmen gesellschaftlich umstritten sind, würde dies nur über eine generelle Aufhebung der Anonymität im Internet funktionieren. Eine wirksame Kontrolle der Plattformen und Bußgelder gegen süchtig machende Praktiken wie zuletzt gegen Meta und TikTok erscheinen sinnvoller.
→ Während das neue Bundespolizeigesetz das Zeitalter der automatisierten Überwachung einläutet, will Innenminister Dobrindt den Bundesnachrichtendienst im Rahmen einer Reform zu einem richtigen Geheimdienst ausbauen, der heutige rote Linien weit überschreitet.
→ Unterdessen wird klar, was die Reform des Datenschutzes wirklich bedeuten würde, und gegen die faktische Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes regt sich heftiger Widerstand von Bürgern und zivilgesellschaftlichen Organisationen.
Bundestags-Gutachten empfiehlt Open-Source-First-Strategie
Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags über Vergabeverfahren bei Ausschreibungen von Behörden erklärt die explizite Forderung nach Open-Source-Lösungen als rechtlich zulässig und aus strategischen sowie wirtschaftlichen Gründen als den oft sinnvollsten Weg.
Der derzeitige Open-Source-Trend wird auch durch einen Mozilla-Report untermauert: Demnach sind Open-Source-KI-Modelle inzwischen denen von Anthropic und OpenAI fast ebenbürtig.
Schufa erneut in Datenskandal verwickelt
Recherchen von NDR und der Süddeutschen Zeitung brachten an den Tag, dass die Schufa neben ihrer offiziellen Datenbank auch eine Datenbank mit „historischen“ Daten über Millionen von Verbrauchern betreibt. Letztere konnten bisher davon ausgehen, dass diese Daten längst gelöscht sind, wie es auch EU-Gesetze vorschreiben.
Aktien großer Software-Hersteller geraten unter Druck
Nach den enttäuschenden Zahlen für das abgelaufene Quartal ist der Kurs der IBM-Aktie um 27 Prozent eingebrochen. Auch die Aktien von SAP, Salesforce und anderen SaaS-Anbietern leiden schon länger unter den Befürchtungen über die Auswirkungen von KI auf deren Geschäftsmodell, die zum Teil berechtigt sind.
Tech
Die erste Hardware von OpenAI – ein Tasten-Pad
Lange wurde spekuliert, was die erste KI-Hardware von OpenAI sein würde, zuletzt ging man von einem smarten Lautsprecher aus. Nun ist es ein Makropad geworden, mit dem sich vor allem KI-Agenten steuern lassen sollen. Und genau genommen ist es kein OpenAI-Produkt, sondern eines des Peripherieherstellers Worklouder.
Unterdessen wurde OpenAI von Apple verklagt, weil OpenAI den mehr als 400 Entwicklern, die es von Apple abgeworben hat, nahegelegt haben soll, Apple-Betriebsgeheimnisse zu klauen.
Google muss KI von Wettbewerbern auf Android zulassen
Nutzer von Android-Smartphones sollen das Recht haben, statt Gemini einen KI-Assistenten eines Konkurrenzunternehmens darauf zu betreiben, ordnete die EU-Kommission an.
Fünf geeignete Anwendungsszenarien für KI-Agenten
KI-Agenten scheinen der erste wirklich gangbare Weg zu sein, um generative KI einigermaßen sicher in Unternehmensprozesse einzubinden. Diese fünf Use Cases haben sich bisher als stabil genug für diesen Zweck erwiesen.
Digitale Arbeit
Erfahrungsbericht: Wie KI die Arbeit von Data Scientists verändert
Die Verwendung einer Coding-KI wie Claude Code befreit Data Scientists von lästigen Programmierarbeiten, sodass sie sich besser auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können. Doch das bringt neue Gefahren mit sich und setzt eine Änderung der eigenen Arbeitsweise voraus.
Anthropic erleichtert Teamwork bei Claude Artifacts
Artifacts ermöglicht Claude-Nutzern, eigenständige Dashboards, Prototypen, Websites oder Dokumente, die dauerhaft erhalten bleiben, einzurichten. Nun können sie diese auch mit Kollegen teilen, die keinen eigenen Claude-Account oder Zugriff auf deren Workspace besitzen.
Zu guter Letzt …
Wer für Palantir arbeitet, muss Tötungssoftware OK finden
Ein Softwareentwickler berichtet, dass Bewerber beim Einstellungsgespräch gefragt werden, wie sie sich fühlen würden, wenn sie an Software arbeiten, die Menschen tötet. Palantir-Software wird zunehmend im Ukrainekrieg sowie von Israel in den besetzten Gebieten und in Libanon eingesetzt – für genau diesen Zweck.
- Freiwillige Chatkontrolle, Informationsfreiheitsgesetz, KI-Lügen, Smart Glasses
- DSGVO, Informationsfreiheitsgesetz, KI-Subventionen, Tokenmaxxing