- Digitaler Euro, Mitarbeiter-Tracking, souveränes SecOps, Speicherpreise
Diese Woche
Industrie richtet sich auf dauerhaft hohe Speicherpreise ein
Langfristige Verträge der Speicherhersteller mit Großkunden sorgen dafür, dass Speicherpreise auf absehbare Zeit hoch bleiben. Das hievt einerseits Firmen wie Micron oder SK Hynix zur Gruppe der wertvollsten Unternehmen weltweit, hat aber Auswirkungen auf die Preise von Endgeräten. Apple erhöht die Preise für bestehende Macbook– und iPhone-Modelle deutlich, der britische Smartphone-Anbieter Nothing verzichtet komplett auf die Einführung eines neuen Modells in diesem Jahr.
Deutsches Social-Media-Verbot für Jugendliche ist vom Tisch
Nach massiven Protesten von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Industrieverbänden ist Familienministerin Prien von einem pauschalen Social-Media-Verbot für Jugendliche, das über Alterskontrollen durchgesetzt wird, abgerückt. Stattdessen orientiert sich sich nun an die Empfehlungen ihrer Expertenkommission und ihrer Fraktion und strebt eine europäische Regelung an, die eine Mindestaltersgrenze von 13 Jahren vorsieht und Social-Media-Plattformen in die Pflicht nimmt. Australiens Social-Media-Verbot hat sich unterdessen als völlig unwirksam erwiesen.
Digitaler Euro nimmt erste Hürde im EU-Parlament
Der Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments hat den Weg zur Einführung des digitalen Euro freigemacht. Voraussetzung war die Einhaltung eines Maximums an Datenschutz, das den D€ zu einer Alternative zu Bargeld und günstiger als private Dienstleister wie PayPal machen soll. Gleichzeitig soll Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel gestärkt werden. Nun sollen die Details zwischen EU-Kommission, EU-Rat und EU-Parlament ausgehandelt werden.
Neues Energieeffizienzgesetz erleichtert Bau neuer Rechenzentren
Ein neuer Entwurf des Energieffizienzgesetzes stutzt die Anforderungen des bisherigen Gesetzes auf die Vorgaben der EU zurück und verdoppelt die Übergangsfrist für neue Rechenzentren auf vier Jahre. Der Bitkom sieht im Entwurf gute Ansätze, bemängelt aber die Praxistauglichkeit vieler Vorgaben, die nun „verschlimmbessert“ wurden.
Nachfolger der aktuellen Datenschutzbeauftragten steht fest
Moritz Hennemann wurde als Nachfolger von Louisa Specht-Riemenschneider vom Bundestag bestätigt. Er ist Professor für Zivilrecht, Informationsrecht, Medienrecht und Internetrecht an der Universität Freiburg und gilt als wirtschaftsliberal und Verfechter einer „Datenrealpolitik“, die Daten als Wirtschaftsgut betrachtet.
Tech
Der weltweit schnellste Supercomputer steht nun in China
LineShine heißt das von Huawei am National Supercomputing Center in Shenzhen (NSCCSZ) aufgebaute System und ist mit 2,198 Exaflops deutlich schneller als der bisherige Spitzenreiter El Capitan (1,809 Exaflops). Die Besonderheit: Das System wurde ausschließlich mit chinesischen Prozessoren aufgebaut.
Microsoft und BKA nehmen Hunderte Malware-Server vom Netz
Laut BKA konnten in einer koordinierten Aktion mehr als 340 Command-and-Control-Server abgeschaltet werden, davon 40 in Deutschland. Maßgeblich für den Erfolg war eine Analyse des Schadcodes mittels KI, deren Erkenntnisse eine weltweite Koordinierung der Aktion ermöglichten.
Telekom und Palo Alto bringen souveräne SecOps-Lösung
„Sovereign Cortex with T Security“ basiert auf der SecOps-Plattform von Palo Alto Networks und wurde mit Kontrollen zur Datensouveränität ausgestattet, die von der Deutschen Telekom durchgeführt und verwaltet werden. Sie ist vor allem für stark regulierte Branchen wie Gesundheitswesen, Finanzdienstleistung, den öffentlichen Sektor und die kritische Infrastruktur gedacht.
Digitale Arbeit
Meta setzt Mitarbeiter-Tracking aus
Der Facebook-Konzern war einer der ersten, der Stellen wegen KI abgebaut hatten, und ist inzwischen berüchtigt für den rigorosen KI-Einsatz im Bereich Arbeit. Nun wurde jedoch das Mitarbeiter-Tracking zum Training von KI-Algorithmen ausgesetzt, weil private Unterhaltungen sowie Daten zu Personen und deren Leistung intern für mehr Mitarbeiter zugänglich waren, als ursprünglich vorgesehen.
Chinesische eCommerce-Plattform will Hunderttausende Mitarbeiter umschulen
Das als „chinesisches Amazon“ geltende JD beschäftigt rund 700.000 Menschen. Da die Tätigkeit der meisten langfristig von Robotern übernommen werden soll, plant JD die Umschulung der meisten zu Büromitarbeitern oder Personal, das sich um die Wartung und Reparatur der Roboter kümmern soll.
Zu guter Letzt …
Mit KI-Börsengängen sieht es wohl doch nicht so rosig aus
Nach der anfänglichen Euphorie ist die Aktie von SpaceX, das immerhin mit der Vermietung von Rechenkapazitäten Milliarden umsetzt, auf einen Wert unterhalb des Ausgabepreises gerutscht. Das dürfte mit ein Grund sein, warum OpenAI seinen Börsengang auf nächstes Jahr verschieben will, obwohl es bereits seine Unterlagen bei der Börsenaufsicht eingereicht hatte. Kenner der Szene wie der KI-Experte und GenAI-Kritiker Gary Marcus hören bereits aus der Richtung der KI-Blase ein leises Pfffffffft …
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- KI-Börsengänge, KI-Sicherheitsinstitut, Open-Source-Förderung, Siri 2.0