Digitale Agenda kw21

 

Facebook und die US-Wahlen

Die gute Nachricht zuerst: Facebook hat die Berichterstattung über die US-Vorwahlen, entgegen entsprechender Vorwürfe, nicht manipuliert, ergab eine interne Untersuchung. Trotzdem sieht sich das Netzwerk dazu gezwungen, noch mehr als bisher auf seine Neutralität zu achten (Zeit.de).

Das Problem: Algorithmen sind nicht neutral. Sie werden von Menschen programmiert und die Kriterien, was gezeigt werden darf und was nicht, werden von Menschen bestimmt und sind ihren Konventionen unterworfen (Netzpolitik.org).

Den Beweis lieferte Facebook selbst diese Woche. Das Netzwerk weigerte sich die Anzeige einer Organisation mit dem Foto eines übergewichtigen Models zu zeigen. Begründung: Es entspreche nicht seinen Kriterien (Spiegel, Diskussion auf süddeutsche.de).

Jetzt müssen Regeln her, fordern Internet-Experten wie Kate Crawford im Spiegel-Interview. Das Internet beeinflusst unsere Wahrnehmung, allen voran Plattformen wie Facebook oder Google, die inzwischen mitbestimmen, welche Nachrichten wir zu sehen bekommen.

 

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Wie man Websites auf Benutzerfreundlichkeit testet, schildert Frank Piotraschke von Optimizely in der Computerwoche. Seine sechs Tipps zielen vor allem darauf ab, Conversion Rates zu erhöhen.

Android-Hersteller sollen endlich schneller updaten, findet Android-Urheber Google, und will jetzt zu langsame Gerätehersteller öffentlich bloßstellen. Die schlimmsten lassen sich derzeit mit Security-Updates bis zu 11 Monaten Zeit (golem.de).

Wo Deutschland bei der Digitalisierung lahmt, verrät der neue European Digital Progress Report. Unter den 28-EU-Ländern steht Deutschland jetzt auf Platz 9 und holt schnell auf – zumindest was die Industrie betrifft. Beim E-Government reicht es gerade mal für Platz 18 (Zeit.de).

Software zur Voraussage von Verbrechen ist rassistisch, fand das US-Medium Pro Publica heraus. Die Software wird in den USA eingesetzt, um das Rückfallrisiko bekannter Straftäter vorauszusagen. Afroamerikaner werden dabei systematisch benachteiligt, obwohl die Ergebnisse dagegen sprechen (heise.de).

Einen Besuch bei Microsofts Hardware-Entwicklung schildert Axel Postinett in der Zeit. Hardware ist für Microsoft inzwischen kein kurzzeitiges Abenteuer mehr, der Konzern will es vielmehr mit Apple aufnehmen.

Smartphones sollen Nutzer über ihre Sensoren erkennen. Im Rahmen von „Project Abacus“ wird von Google eine Programmierschnittstelle entwickelt, die biometrische und Nutzerdaten auswertet. Besonders für die Sprachsteuerung von Geräten sind solche Verfahren wichtig (silicon.de).

    

Zu guter Letzt …

US-Atomstreitkräfte nutzen Computer aus den Siebzigern und haben sich deswegen eine Rüge des US-Rechnungshofs eingefangen. Sogar 8-Zoll-Floppydisks für IBM-Rechner der Serie 1 sollen noch im Einsatz sein (Spiegel).

Technologiefirmen horten die größten Cash-Reserven. Apple hat mehr als 200 Milliarden Dollar auf der hohen Kante, Microsoft etwa halb so viel. Es folgen Google, Cisco und Oracle. Der reichste Pharmakonzern, Pfizer, kommt nicht einmal auf 40 Milliarden (GeekWire).