Digitale Agenda kw43 / 2017

 

Jamaika digital

Die schwarze Null ist der einzige Punkt, worauf sich die künftigen Jamaika-Koalitionäre bisher einigen konnten. Keine neuen Schulden bedeutet einen Spielraum von maximal 30 Milliarden für Investitionen – wenn es sie überhaupt geben sollte (Zeit).

Der digitale Wandel braucht aber Investitionen. Breitbandausbau, Technologieförderung, eGovernment, Förderung digitaler Berufsbilder und mehr. Der ITK-Branchenverband Bitkom hat sie zusammengefasst und streicht vor allem die Bereiche Digitale Städte und Schulbildung heraus (FAZ).

Wann, wenn nicht jetzt? Die Zinsen für Staatsanleihen stehen auf Null, das Institut der Deutschen Wirtschaft, die OECD und sogar der Internationale Währungsfonds mahnen zu Investitionen. Sie wissen: Zukunft wird aus Geld gemacht (Spiegel).

 

Digitale Welt

Die neue ePrivacy-Verordnung der EU, die Verbraucher besser gegen Tracking schützen soll, ist vom EU-Parlament genehmigt worden (Süddeutsche). Allerdings war das nur die erste Etappe auf dem Weg zum Gesetz. Die Daten- und Werbeindustrie läuft derweil Sturm (Netzpolitik.org, Meedia).

Kaspersky kämpft um seine Zukunft. Nach Spionagevorwürfen und einem Installationsverbot in US-Behörden hat das russische Unternehmen eine Transparenz-Initiative gestartet. Es will inzwischen auch nachvollziehen können, wie es zum NSA-Datenklau kam (Spiegel).

EU führt Vorratsdatenspeicherung für Gesichtsdaten ein. Alle Einreisenden aus Nicht-EU-Ländern müssen ab sofort ihre Passdaten, Fingerabdrücke und einen Gesicht-Scan abgeben. Eine Ausweitung auf EU-Bürger soll schon im Gespräch sein (Netzpolitik.org).

Künstliche Intelligenz braucht Aufsicht, argumentiert Patrick Beuth in der Zeit. Kommerzielle Unternehmen wie Google halten ihre Algorithmen gerne unter Verschluss, doch Blackboxen sind für öffentliche Dienste wie Justiz oder Gesundheit gefährlich. Beispiele für Diskriminierung gibt es heute schon zuhauf.

Googles neues Pixel 2 Smartphone hat Display-Fehler. Vor allem beim 6-Zoll-Modell Pixel 2 XL häufen sich Beschwerden über flaue Farben, einen deutlichen Blaustich und Einbrenneffekte (heise.de).

ITK-Branche ist jetzt Deutschlands größter Arbeitgeber. Mehr als 1 Million Arbeitsplätze meldet der Bitkom, Tendenz steigend. Die starke Nachfrage für Software-Entwickler soll die nächsten Jahre weiter anhalten.

 

Zu guter Letzt …

Amazon will die Wohnungstüren seiner Kunden öffnen. Pakete vor der Haustür können geklaut werden. Dagegen hat sich Amazon den neuen Dienst Amazon Key einfallen lassen. Sollte der Empfänger nicht im Haus sein, öffnet Amazon dem Boten die Tür über die Cloud. Der Bote legt das Paket in den Flur und zieht die Tür wieder zu. Sicherheitsbedenken sind völlig unbegründet, versichert Amazon (Zeit).