Digitale Agenda kw05 / 2019

 

5G und Huawei

Huawei soll nichts mit dem künftigen 5G-Netz zu tun haben. Die USA werfen dem Hersteller Spionage und ein Unterlaufen der Sanktionen gegen den Iran vor und haben nun Anklage erhoben. Deutsche Geheimdienste meldeten ebenfalls Bedenken an. 

Huawei wird als Druckmittel genutzt im Handelskrieg der USA gegen China, scheinbar mit Erfolg. Die chinesische Regierung deutet nun Zugeständnisse an. Experten erwarten, dass der Handelskrieg darüber hinaus weitergehen wird. 

Der Ausbau des deutschen 5G-Netzes könnte sich verzögern, warnte die Telekom, hat aber (wie auch ihre Wettbewerber Vodafone und Telefonica) kaum eine Wahl. Laut Handelsblatt bereiten sich Netzwerkbetreiber darauf vor, Huawei aus ihren Kernnetzen zu verbannen.

 

Digitales Leben

Die Aufhebung der Netzneutralität macht Mobilfunk teurer. Angebote wie StreamOn der Deutschen Telekom, mit dem die mobile Nutzung von Diensten wie Spotify keinen Datenverbrauch kostet, benachteiligen kleinere Anbieter und treiben Mobilfunkpreise in die Höhe. 

Facebook führt Messenger, WhatsApp und Instagram zusammen. Künftig sollen Nutzer aller drei Plattformen über dieselbe App chatten können. Was mit einer Konsolidierung der Infrastrukturen begründet wird, ist in Wirklichkeit eine Zusammenführung von Nutzerdaten. 

Das Gesetz gegen Hassrede bewirkt sehr wenig. Das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ (NetzDG) sollte dafür sorgen, dass strafbare Inhalte schnell aus sozialen Netzwerken verschwinden. Die Warnungen der Experten im Vorfeld scheinen sich nun zu bewahrheiten. 

EU führt verbessert Verbraucherschutz für Software-Produkte. Kunden müssen nicht mehr selbst beweisen, dass ein Produkt fehlerhaft gewesen ist, und haben das Recht auf Software-Updates. Die Richtlinie bezieht sich sowohl auf reine Software-Produkte und Cloud-Dienste als auch auf „smarte“ Hardware. 

Facetime-Bug verwandelt iPhones in Wanzen. Apple musste Anfang der Woche die Funktion, mit der mehr als zwei Personen an einem Gespräch teilnehmen können, abschalten, weil der dritte Teilnehmer abgehört werden kann, bevor er das Gespräch angenommen hat. 

 

Zu guter Letzt …

Wie man Facebook den Datenhahn zudreht, demonstrierte Apple diese Woche, wenn auch nur für einen Tag. Facebook hatte ein Entwickler-Zertifikat verwendet, um eine Marktforschungs-App unter die Leute zu bringen – an Apple vorbei. Diese App hatte Apple bereits letztes Jahr aus dem App-Store geworfen, weil sie viel zu viele Daten abgriff. Apple erklärte daraufhin das Zertifikat für ungültig mit dem Effekt, dass Facebook weder neue Apps testen noch interne Apps betreiben konnte, geschweige denn „Marktforschung“ durchzuführen.