Digitale Agenda kw13 / 2019

 

EU-Urheberrechtsreform

Alles Demonstrieren half nichts. Fast 200.000 Menschen gingen auf die Straße letzten Samstag, um gegen die EU-Urheberrechtsreform und ihre Upload-Filter zu demonstrieren – echte Menschen, keine Bots und schon gar nicht gekaufte Demonstranten. 

Das Ergebnis im EU-Parlament hätte anders ausfallen können. Es war sehr knapp und hinterher stellte sich heraus, dass einige Abgeordnete versehentlich falsch abstimmten. 

Die Wortführerin der Gegner, die Piratin Julia Reda, ist aus ihrer Partei ausgetreten und wirft ihrem Büroleiter vor, die Wahl verbockt zu haben. 

Bei dieser Reform gibt es nur Verlierer. Die Wut auf die Politiker und deren Verunglimpfungen ist groß kurz vor der Europawahl, die Reform hat schlimmere Auswirkungen als wir ahnen und geistiges Eigentum wird damit alles andere als gut geschützt. 

 

Digitales Leben

Apple versucht eine Services Company zu werden. Neue Streaming-Dienste, Zeitschriften- und Games-Abos, eigene TV-Serien und eine Apple-Kreditkarte sollen alternative Geschäftsmodelle zur Hardware aufbauen. Die Apple Watch kann jetzt auch Herzprobleme erkennen. 

Die Versteigerung der 5G-Frequenzen läuft auf vollen Touren, inzwischen ist die Milliardenmarke geknackt.

Die Kooperation zwischen der deutschen Polizei und Amazon ist dem obersten Datenschützer ein Dorn im Auge. Die Aufnahmen der Bodycams der Beamten werden teilweise in der Amazon-Cloud gespeichert, aber der Innenminister sagt „passt scho“.

Facebook reagiert endlich gegen rechtsradikalen Rassismus. Nach dem Attentat von Christchurch hat die Plattform „Lob, Unterstützung und Präsentation“ von „weißem Nationalismus“ und „weißem Separatismus“ verboten. Zur Europawahl will Facebook die Wahlwerbung strenger kontrollieren.  

BMW baut eine Datenplattform für 230 Petabyte auf. Bis Ende des Jahres sollen darauf die Aufzeichnungen aus 5 Millionen Kilometern Fahrdaten von 140 autonomen Testfahrzeugen darauf gespeichert werden, und das ist erst der Anfang. 

 

Zu guter Letzt…

Eine Peep-Show der besonderen Art haben vier Südkoreaner übers Internet im Live-Abonnement angeboten. Dazu hatten sie 42 Zimmer in 30 kleineren Hotels in Seoul mit versteckten Kameras verwanzt und mehr als 1600 Hotelgäste heimlich gefilmt. Es ist kein Einzelfall: Die illegale Verbreitung von den Intimbereich Dritter betreffenden Videoaufnahmen ist ein ernsthaftes Problem in Südkorea.