Digitale Agenda kw17 / 2020

 

Corona-App

Pandemie-Prävention oder Totalüberwachung? Beim Streit um die Corona-App geht es um eine Grundsatzentscheidung über das technische Konzept – zentrale Speicherung mit anonymisierten Daten oder Datenspeicherung ausschließlich auf dem Smartphone des Nutzers.

Jens Spahn scheint sich entschieden zu habenfür das Modell mit zentraler Datenhaltung, auch wenn offiziell noch drei verschiedene Modelle evaluiert werden und die EU-Kommission sich nicht festlegen will. 

Die Corona-App droht zu scheitern, bevor sie überhaupt fertig wird. Den App-Entwicklern laufen die Partner davon, Wissenschaftler warnen vor beispielloser Überwachung, Digitalvereine distanzieren sich und die Sache mit der Freiwilligkeit ist fragwürdig. 

Der Staat rüstet trotzdem digital auf. Jens Spahn will die Einhaltung der Quarantäne überwachen, Hessen kauft Überwachungssoftware, das RKI greift persönliche Daten ab und Frankreich verlangt von Apple, seine Bluetooth-Einschränkungen fallen zu lassen.  

 

Digitales Leben

Bundesbürger gespalten beim Thema 5G. Laut einer Bitkom-Umfrage ist jeder zweite gegen neue Funkmasten, auch wenn Telekom und Vodafone ehrgeizige Pläne haben. Derweil machen sich Experten Sorgen um die Sicherheit von 5G. 

Sicherheitslücken in der iOS Mail-App. Forscher behaupten, über die App könnte Schadcode auf iPhones und iPads eingeschleust werden. Das BSI rät zur Deinstallation, Apple widerspricht. 

Facebook blockiert Demo-Aufrufe. Weltweit finden Demonstrationen gegen den Lockdown statt, in den USA reagiert Facebook mit einer Löschung der Aufrufe. 

Corona-Krise zeigt Wirkung in der IT-Branche. IBM berichtet darüber, dass sein Software-Geschäft im März über Nacht zum Erliegen kam. Ähnliches berichtete der IT-Fachhandel Ende März. 

Australien will seine Presse mit Google-Steuer retten. Die Regierung hat Facebook, Google & Co. dazu verdonnert, für die Übernahme journalistischer Inhalte zu zahlen.

 

Zu guter Letzt …

Liechtenstein will Corona per Armband bekämpfen. Etwa 5 Prozent der Bürger sollen Armbänder tragen, die Puls und Körpertemperatur überwachen. Damit soll ein Wiederaufflammen der Epidemie im Herbst rechtzeitig erkannt werden.