Digitale Agenda kw15 / 2021

 

Security Fails

Exchange muss wieder gepatcht werden. Das Update vom letzten Dienstag schließt mehr als hundert Schwachstellen, das BSI warnt vor kritischen Lücken und das FBI hackt jetzt selbst Exchange-Server in den USA, um Hintertüren zu beseitigen.

Daten von über 500 Millionen LinkedIn-Nutzern werden seit letzter Woche zum Verkauf angeboten. Das Netzwerk beschwichtigt und sagt, dass es um öffentlich zugängliche Daten handelt. Nur waren sie bisher nicht als Paket auf dem Markt. 

Parlamentarier vom Facebook-Datenverlust betroffen. Der Bundestag warnte 54 Abgeordnete, deren Handy-Nummern im Datensatz waren, Netzpolitik rief sie an. 

Auch die Check-In-App Luca hat ein Problem. Der Chaos Computer Club forderte einen Stopp der App, die inzwischen viele Einzelhändler zur Voraussetzung für den Einkauf machten. 

 

Digitales Leben

Sitzen deutsche Firmen in einer Datenschutzfalle? Da das Datenschutzabkommen zwischen USA und EU vom Europäischen Gerichtshof gekippt wurde, stellen Datenschutzbehörden nun die Nutzung von US-Cloud-Diensten in Frage. 

Vodafone macht ernst mit 5G. Der Provider nimmt ein erstes Handynetz in Betrieb, das nicht mehr auf 4G aufsetzt. Der Nutzerkreis wird allerdings in naher Zukunft sehr klein bleiben.

Endspiel in Sachen Upload-Filter. Die Implementierung des neuen EU-Urheberrechts wird im Bundestag diskutiert und wie es scheint, werden alle Interessengruppen außer den Verlagen eine Kröte schlucken müssen.

Leitplanken für die digitale Verfolgung. Der digitale Impfausweis soll ohne den technischen Overkill von fünf(!) Blockchains auskommen; die EU-Kommission KI-basiertes Social Scoring, wie es in China praktiziert wird, verbieten; EU-Bürger fordern, dass der digitale Euro anonym sein soll.

Einsatz von Polizei-Software soll rechtswidrig sein. Die Datenschutzbehörde von NRW hält die Verwendung der Palantir-Software für potenziell rechtswidrig, der Innenminister spricht von einem Missverständnis. 

 

Zu guter Letzt …

Das Stopfen von Funklöchern lässt auf sich warten. Die Gesellschaft, die sich im Auftrag von Verkehrsminister Andreas Scheuer seit einem Jahr drum kümmern soll, hat zwar schon eine Wunschimmobilie im Auge, aber noch nicht einmal einen Personalplan.