Diese Woche
USA wollen bei EU-Kartellverfahren mitreden
Die EU-Kommission hat ein neues Gremium gegründet, das die Umsetzung von EU-Digitalgesetzen wie dem Digital Services Act mit der US-Regierung abstimmen soll. Im Gegenzug wollen die USA der EU bei Einfuhrzöllen entgegenkommen. Der Einfluss der US-Regierung macht sich bereits seit einiger Zeit durch eine drohende Verwässerung des KI-Gesetzes der EU bemerkbar.
Social-Media-Verbot in Deutschland kaum durchsetzbar
Während immer mehr EU-Länder die Einführung von Social-Media-Verboten beschließen (zuletzt Spanien, Österreich, Frankreich und Griechenland), findet ein neues Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags eine ähnliche Maßnahme in Deutschland als schwer durchsetzbar, weil sie gegen die Verfassung verstoßen würde.
Digitalministerium stellt Gesetzentwurf für digitale Brieftasche vor
Das Gesetz soll die „Europäische Brieftasche für die Digitale Identität“ (EUDI Wallet) der EU implementieren und regelt Zuständigkeiten, technische Umsetzung und laufenden Betrieb. Eine „Experimentierklausel“ erlaubt dem Digitalministerium neue Verfahren zu erproben, mit denen auch Jugendliche ab 12 Jahren die EUDI Wallet nutzen können, um sich auszuweisen.
OpenAI erreicht irrwitzige Valuierung
Der Betreiber von ChatGPT hat sich eine Finanzierungsrunde von 122 Milliarden Dollar zu einer Unternehmensbewertung von 852 Milliarden gesichert. Der aktuelle Jahresumsatz von OpenAI wird auf 10 bis 20 Milliarden geschätzt, die Verluste belaufen sich auf 12 Milliarden pro Quartal. Zugleich sind keine entscheidenden Wettbewerbsvorteile gegenüber Google und Anthropic auszumachen.
Perplexity gab vertrauliche Chats an Google und Meta weiter
Der KI-Suchmaschine wird in einer Sammelklage vorgeworfen, über Jahre hinweg Millionen Chat-Verläufe an Google und Meta weitergegeben zu haben, egal ob die Nutzer eingeloggt, nicht eingeloggt oder im Inkognito-Modus waren.
Tech
Anthropics ‚Mythos‘ revolutioniert Schwachstellensuche
Laut einer Mitteilung des Unternehmens soll das KI-Modell, das speziell für die Fehlersuche in Software optimiert wurde, so gut sein, dass es Anthropic vorerst nicht veröffentlicht. Stattdessen wurde es Tech-Schwergewichten wie Microsoft, Apple, Google, Amazon und anderen zur Verfügung gestellt, um ihre eigene Software zu überprüfen. BSI-Chefin Plattner sieht durch Tools wie Mythos auch Fragen der nationalen Sicherheit in Deutschland berührt.
Open-Source ist dank KI im Aufwind
Die Beiträge von quelloffenem Code haben sich in den letzten Jahren deutlich erhöht, während sich der Schwerpunkt auf zukunftsweisende Technologien verlagert, darunter Kubernetes, Observability, Platform Engineering und KI in der Produktion.
Qualitätssicherung von KI-generiertem Code wird vernachlässigt
Unternehmen investieren viel Geld in KI-Tools für die Software-Entwicklung, doch das schafft ein Ungleichgewicht im Verhältnis zur Qualitätssicherung des Codes. Die gesteigerte Code-Produktion erzeugt eine unüberschaubare Menge an Änderungen, die potenziell Risiken bergen.
Digitale Arbeit
Wenn KI-Agenten wirklich autonom werden …
Während der Einsatz von KI-Agenten am Arbeitsplatz steigt, warnen Experten Unternehmen vor Agenten in ihrer Eigenschaft als „überprivilegierte Insider“, die große Schäden anrichten können. Zwei neue Studien (Zusammenfassungen hier und hier) konkretisieren die Gefahren.
Euro-Office als souveräne MS-Office-Alternative
Eine Allianz aus mehr als einem Dutzend führender europäischer Organisationen entwickelt Euro-Office als Open-Source-Alternative zu Microsoft Office. Technische Basis ist das quelloffene OnlyOffice aus Lettland, das besonderen Wert auf Kompatibilität zu Microsoft-Formaten legt.
Zu guter Letzt ...
Microsoft Copilot „dient ausschließlich Unterhaltungszwecken“
So steht es wörtlich in den Nutzungsbedingungen zu Microsoft Copilot für Privatpersonen seit Oktober 2025, doch erst neulich ist die Formulierung auch Fachmedien aufgefallen. Ob Microsoft damit seinen KI-Assistenten auf das Niveau von Karl Klammer degradiert, dürfte zweitrangig sein. Hauptsache, das Unternehmen wird nicht verklagt, weil Copilot irgendwas herbeihalluziniert hat.