Die Nachrichten der Woche aus der digitalen Welt, jeden Freitag Nachmittag.

Digitale Agenda KW 18-19 | 2026

Diese Woche

Ringen um KI-Regulierung in der EU und in USA
Das KI-Gesetz der EU (AI Act) ist längst in Kraft, doch dessen Anwendung auf Hochrisiko-Systeme wurde noch nicht im Detail konkretisiert. Nun versuchen Lobbygruppen über den EU-Rat, die EU-Kommission und das EU-Parlament, das Gesetz durch Ausnahmeregelungen aufzuweichen. Die Gespräche zwischen den drei Gremien sind Medienberichten zufolge vorerst gescheitert. Unterdessen soll es in den USA Erwägungen geben, von einer absoluten Nichtregulierung von KI abzusehen und Kontrollverfahren für KI-Produkte wie das noch nicht veröffentlichte „Mythos“ von Anthropic einzuführen. 

Google stoppt Vergabe der Behörden-Cloud per Einverfahren
Den Zuschlag für den Aufbau einer Cloud für die deutschen Verwaltungsorgane sollten eigentlich SAP und die Deutsche Telekom bekommen, doch in letzter Minute hat ein Konsortium um Google Beschwerde eingelegt. Google und seine Partner sehen nicht ein, dass deren Bewerbung wegen eines angeblichen Formfehlers nicht in die engere Wahl kam. 

Google wird Lieferant des US-Verteidigungsministeriums
Trotz des lautstarken Protests von Hunderten seiner Mitarbeiter hat Google offenbar einen Kooperationsvertrag mit dem Pentagon abgeschlossen. Google ist dabei nur eines von vielen Silicon-Valley-Unternehmen, denen die aktuelle Kriegslust der USA neue Umsatzquellen erschließt. Auch Palantir, dessen Software maßgeblich bei der Identifizierung von Zielen eingesetzt wird, konnte seinen Umsatz fast verdoppeln. 

Elon Musk liefert RZ-Kapazitäten an Anthropic
Die Zusammenarbeit zwischen SpaceX und Anthropic sieht vor, dass erstere die gesamte Kapazität eines Rechenzentrums mit 220.000 Nvidia-KI-Prozessoren Anthropic zur Verfügung stellen wird. Die Integration von xAI in SpaceX und die Zusammenarbeit mit dem Rivalen Anthropic könnte auf eine neue KI-Strategie bei Elon Musk hindeuten. Unabhängig davon versucht Musk mit einem Gerichtsverfahren gegen OpenAI letztere zurück in die Gemeinnützigkeit zu zwingen und eine Milliardenentschädigung für sich herauszuschlagen. 

EU ermittelt gegen Meta wegen fehlenden Jugendschutzes
Nach Meinung der EU-Kommission genügen die Jugendschutzmaßnahmen von Facebook und Instagram nicht EU-Gesetzen, weil sie das in ihren Nutzungsbedingungen festgelegte Mindestalter von 13 Jahren nicht konsequent überprüfen und durchsetzen. Unterdessen arbeitet Meta an einer neuen KI-gestützten Software zur Altersverifizierung, die weiter reicht als alle bisher bekannten Verfahren. 

Tech

Einheitliches Ladekabel jetzt auch für Laptops
Für Smartphones und E-Reader ist es längst Pflicht, ab sofort müssen auch neue Laptops über den USB-C-Anschluss geladen werden können. Laut EU haben die bisher unterschiedlichen Ladegeräte für 11.000 Tonnen Elektroschrott jährlich gesorgt. 

Apple Neo wird ein unverhoffter Verkaufsschlager
Das neue Notebook von Apple ist nicht besonders großzügig ausgestattet, aber mit Preisen ab 599 Euro für Apple-Verhältnisse sehr günstig. Das bescherte Apple nun ein Rekordquartal und eine Verdoppelung der Produktionskapazitäten. 

KI in der Fertigung braucht neue Sicherheitskonzepte
Die zu erwartenden Vorteile in Bezug auf Effizienz, Produktivität, Wissensaustausch und Kostensenkungen durch den Einsatz von KI sind sehr groß, doch intelligente Fabriken brauchen eine ebenso intelligente Sicherheitsarchitektur – und die fehlt meistens noch.

Digitale Arbeit

Google meint es ernst mit dem ‚persönlichen‘ Assistenten
Googles Gemini kann jetzt mehr Details über den Nutzer abspeichern und diese in künftige Interaktionen nutzen, um die Ergebnisse zu verbessern. Unter dem Codenamen „Remy“ soll Google außerdem an einem OpenClaw-ähnlichen Agenten arbeiten, der eigenständig Aufgaben erledigen soll. 

KI-Nutzung steigt, der Widerstand gegen KI am Arbeitsplatz auch
Laut einer Umfrage des Bitkom nutzt jeder Dritte KI mindestens einmal pro Woche. Die meisten stehen positiv gegenüber KI, doch 24 Prozent haben Angst, durch KI zu verdummen, und jeder Zweite lehnt KI am Arbeitsplatz ab. Laut dem US-Medium The Verge ist die ablehnende Haltung bei Studenten und jüngeren Arbeitnehmern besonders stark ausgeprägt ($). Einer US-Studie zufolge sabotieren 44 Prozent der befragten Arbeitnehmer der Generation Z aktiv die KI-Strategie ihres Arbeitgebers.

Zu guter Letzt …

Spotify will künftig menschengemachte Musik kennzeichnen
Der „AI Slop“ (KI-Matsch) hat längst auch Streaming-Dienste wie Spotify und YouTube erfasst. Nun will Spotify Musik, die von echten Künstlern statt von Maschinen stammt, mit einem grünen Häkchen kennzeichnen. Im Gegenzug ist der KI-DJ von Spotify nun auch auf Deutsch verfügbar. 

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