Schlagwort-Archive: Digitale Agenda

Digitale Agenda kw36

 

Der Tod der Klinke

Das Aufregendste am Apple-Event vom letzten Mittwoch (Überblick auf Süddeutsche.de): Das neue iPhone 7 hat keine Kopfhörerbuchse mehr. Die mitgelieferten Kopfhörer benutzen den Lightning-Anschluss. Einen Adapter für die alten Kopfhörer gibt’s wenigstens kostenlos dazu. Oder man kauft sich gleich die neuen drahtlosen Ohrstöpsel für 180 Euro und die Frage stellt sich erst gar nicht.

Spinnen die? Das hat man immer gefragt, wenn Apple ein Stück Hardware weggelassen hat. Die 5-1/4-Zoll-Floppy, das 3-1/2-Zoll-Laufwerk, das CD-ROM-Laufwerk und noch mehr. Jetzt eben die Klinkenbuchse, und dafür gibt es auch gute Gründe – zumindest für Apple (Zeit.de).

Vielleicht ist das der erste Schritt zur Abschaffung des Smartphones. Irgendwann wird man das klobige Ding in der Tasche ohnehin nicht brauchen und alles über einen intelligenten drahtlosen Ohrhörer regeln. Glaubt auch der Gründer des deutschen Startups Bragi, bastelt fleißig daran und hat inzwischen eine Menge zahlungskräftiger Kapitalgeber hinter sich (Süddeutsche).

    

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

Die 7 wichtigsten Skills für IT-Führungskräfte erläutern drei US-Autoren in einem neuen Buch, eine Rezension dazu gibt es in der Computerwoche. Kommunikation und Beziehungspflege sollten demnach ganz oben auf der Prioritätsliste stehen.

Wie DevOps die Arbeit der Admins verändert, schildert der Chef der Admin-Plattform Spiceworks in einem Interview mit CloudComputing-Insider.de. Wohlgemerkt „verändert“, nicht abschafft. Auch die zunehmende Automatisierung von Rechenzentren macht Admins alles andere als überflüssig.

Wie man mobile Workflows strukturiert, erklären Experten von IDC in der Computerwoche. Die Bereitstellung relevanter Informationen und Anwendungen auf mobilen Geräten verlangen nicht nur der IT einiges an Ressourcen, Nerven und Denkarbeit ab.

Die Roaming-Gebühren fallen weg – eigentlich. Die EU-Kommission wollte, dass Kunden nur drei Monate lang im Ausland zum Preis des Heimtarifs telefonieren und surfen dürfen (Spiegel). Nach massiver Kritik von Verbraucherschützern (Mogelpackung!) und Medien (Eigentor!), zog sie heute ihren Vorschlag wieder zurück.

Wo stehen wir bei der Digitalen Agenda? Erst bei 40 Prozent, so die nüchterne Bilanz nach zwei Jahren (Süddeutsche). Wie Dobrindt, Gabriel und de Maizière das Ergebnis trotzdem schönzureden versuchen, steht auf Netzpolitik.org. Wie es richtig geht mit der Digitalisierung, schaut sich Angela Merkel derzeit in Estland an (heute.de).

Die IT-Branche formiert sich neu. Hewlett Packard Enterprise (HPE) verkauft seine Softwaresparte an Micro Focus, Intel trennt sich wiedervon McAfee (das jetzt wieder McAfee heißen darf), SAP schließt fünf Standorte in Deutschland und Dell schließt seine EMC-Übernahme ab – jetzt wird eine Entlassungswelle erwartet.

Microsoft will Teams über Skype organisieren. Cloud-basierte Kommunikationsplattformen wie Slack haben so viel Erfolg, dass Microsoft jetzt mit Skype Teams an einer eigenen Lösung bastelt (golem.de).

    

Zu guter Letzt …

Das Überfrachten neuer PCs mit Shitware ist legal, urteilte der Europäische Gerichtshof (Spiegel) nachdem ein Franzose Sony wegen unlauterer Geschäftspraxis verklagt und durch alle Instanzen getrieben hatte. Leider. Auch dem Autor dieser Zeilen kostete das Ausmisten eines neuen PCs neulich ein Viertelwochenende.

Digitale Agenda kw19

 

 Die EU soll ein „Digitaler Binnenmarkt“ werden 

Das Geoblocking soll verschwinden, der Paketversand vereinheitlicht, Verbraucher- und Urheberrecht sollen harmonisiert werden – all das und noch mehr verspricht EU-Kommissar Günther Oettinger in einem neuen Strategiepapier bis Ende 2016 umzusetzen. Das Ziel sei ein digitaler Binnenmarkt, der es mit den USA und China aufnehmen kann (Spiegel.de).

Der Kontinent ist groß, aber fragmentiert – das ist das größte Problem der EU, wenn es um Innovation geht. In den USA können Startups einen Markt mit über 300 Millionen Menschen sofort ansprechen. Die mehr als 500 Millionen Bürger trennen nicht nur 22 Sprachen, sondern auch 28 verschiedene Gesetzeswerke. Deswegen sind hier keine Googles und keine Facebooks entstanden.

Vieles in der digitalen Agenda bleibt vage, vieles muss erst unter den EU-Partnern zäh verhandelt werden. Angesichts der Tatsache, dass bis dato weder eine EU-Datenschutzverordnung noch ein Telekommunikationsgesetz zustande gekommen sind, wirft die Süddeutsche den EU-Kommissaren vor, „Dinge zu verkünden, die sie gar nicht halten können„.

Den Amerikanern hingegen geht einiges zu weit. Die Ankündigung von Oettinger, US-Riesen wie Google und Amazon in die Schranken zu weisen, brachte den Chef des IT-Verbands in den USA auf die Barrikaden. Europa mache einen „schweren Fehler“, wenn es jetzt regulatorische Schranken aufsetze, sagte er dem Wall Street Journal.

Im Internet geht es nur noch ums Business, mussten diese Woche auch die letzten Web-Romantiker auf der re:publica-Konferenz ernüchtert feststellen. „Wir haben jede Menge Blödsinn geglaubt“, sagen jetzt altegdiente Internet-Pioniere (Welt.de) und sehen ihre Appelle für mehr Datenschutz und Fairness ins Leere laufen (Süddeutsche).

 


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IT-MANAGEMENT

Enterprise Mobility geht am besten ohne Android, findet Crisp-Analyst Max Hille auf silicon.de. Die Trendsetter heißen heute Citrix, Apple & IBM, Microsoft und VMware. Google hat sehr spät angefangen, Enterprise-Features einzuführen. Nun ist Android ein Security-Fass ohne Boden.

Wie man mit elektronischen Bewerbungsunterlagen richtig umgeht, erklärt Oliver Schonscheck auf SearchSecurity.de. Laut einer Bitkom-Studie wollen 58 Prozent aller Personalchefs die Unterlagen nur noch elektronisch – und das wirft datenschutzrechtlichtliche Fragen auf.

 

TECHNIK

Fünf Aspekte, die man bei All Flash Arrays beachten sollte, erklärt Ulrich Maue auf Storage Insider, darunter die begrenzte Anzahl von Schreibzyklen, die Inline-Deduplizierung und die Performance-Steuerung.

Googles NoSQL-Datenbank ist als Cloud-Service verfügbar. Auf „Bigtable“ basieren Google-Dienste wie die Suche oder Analytics. Der Datenbank-Sevice ist für Kunden mit großen Datenmengen gedacht, über die Apache HBase-API verfügbar und preislich ein Schnäppchen (silicon.de).

Tesla bringt Akku für Häuser mit Solarzellen. Die schrankgroße „Powerwall“ kostet mit 3.500 Dollar nur ein Drittel dessen, was vergleichbare Technik bisher gekostet hat, und macht Selbstversorgung zum tragfähigen Konzept (Golem.de).

 

Zu guter Letzt …

Salesforce steht angeblich vor einer Übernahme, berichtet Bloombergund bringt als potenzielle Käufer Microsoft, IBM und Oracle ins Spiel. Microsoft soll sogar besonders interessiert sein (Bericht auf t3n.de).

Real Madrid entdeckt die digitalen Fans. Der reichste Club der Welt will mit Hilfe von Microsoft mit seinen 450 Millionen Fans „besser kommunizieren“. Oder wie Real-Präsident Sanchez sagt: „Das derzeitige Geschäftsmodell ist ausgereizt.“ Bericht auf Quartz, Details bei Microsoft.