Die Nachrichten der Woche aus der digitalen Welt, jeden Freitag Nachmittag.

Digitale Agenda KW 41 | 2026

Diese Woche

KI-Anbieter genießen Narren- und Straffreiheit
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Während hierzulande das Bundeskabinett ein Gesetz gegen sexualisierte Deepfakes und digitale Gewalt verabschiedet hat, stoppte Elon Musk in einem US-Bundesstaat ein Verbotsgesetz gegen KI-generierte Nacktbilder.
→ OpenAI hat drei Beschäftigte entlassen, die an der Aufarbeitung eines Hacking-Vorfalls durch eigene KI-Modelle beteiligt waren, während ein weiterer Security-Spezialist aus Frust über den Umgang des Unternehmens mit KI-Risiken von sich aus kündigte.
→ Unterdessen wächst die Kritik über die fehlende Strafverfolgung von solchen „unbeabsichtigten“ Hacking-Vorfällen.
→ Eine neue Studie zeigt, dass ChatGPT, Claude, Gemini und Co. Nutzerdaten an Dritte weitergeben – bis hin zu den Chat-Verläufen.
→ OpenAI will außerdem einige Hundert mathematische Probleme gelöst haben, an denen Wissenschaftler bisher gescheitert waren. Die Veröffentlichung der Lösungsmethoden blieb größtenteils auch diesmal aus, was in der Fachwelt für Kritik sogt. 

Der neue Bundesdatenschutzverantwortliche tritt sein Amt an
Moritz Hennemann hat sich auf der Bundespressekonferenz und in einem Interview mit der ZEIT zu seinen Prioritäten geäußert. Dazu gehören vor allem die Themen digitale Souveränität und Staatsmodernisierung. Den Plänen für eine Reform des Informationsfreiheitsgesetzes und der Geheimdienstreform steht er eher kritisch gegenüber. 

Dänemarks Melderegister wurde gehackt
Unbekannte Täter erbeuteten Namen, Adressen und Sozialversicherungsdaten von rund 8,8 Millionen lebenden und verstorbenen Bürgern. Nur die Daten von Personen, die sich für eine Registrierung mit Namens- und Adressschutz entschieden hatten, blieben sicher.

SpaceX will Milliarden für Nvidia-Chips ausgeben
Laut einem Bericht der Financial Times will SpaceX Nvidia-Prozessoren im Wert von 40 Milliarden Dollar kaufen und ist gerade dabei, die Finanzierung dafür zu organisieren. Elon Musk sei davon überzeugt, dass Nvidia die KI-Chips mit der leistungsfähigsten Architektur produziert. 

Kinderrechtsorganisationen warnen vor KI-Risiken
SOS-Kinderdörfer und Terre des Hommes weisen darauf hin, dass die Risikobelastung derzeit die vorhandenen Schutzmaßnahmen übersteigt. KI sei in Bereichen wie Bildung, soziale Medien, Suchmaschinen und Unterhaltung so verbreitet, dass Jugendliche ständig mit ihr interagieren, ohne dass ihnen dies bewusst sei. 

Tech

Europäische KI-Player stellen neue Modelle vor
„Large 4“ heißt das neue Open-Weight-Modell des europäischen Spitzenreiters Mistral, das über eine Billion Parameter verfügt, wovon 49 Milliarden davon aktiv sein können. Kolibri, der deutschen Aleph Alpha, ist ein Mixture-of-Experts-Modell und verfügt über 78,1 Milliarden Parameter, wovon etwa 3,46 Milliarden aktiv sein können.

Zero Trust hat ein Problem mit KI-Agenten
Experten weisen darauf hin, dass Zero Trust auf dem Konzept basiert, einzelne Requests zu evaluieren. Dieses Konzept geht allerdings von Menschen als Nutzern aus. Seien KI-Agenten involviert, können deren einzelne Requests als harmlos erscheinen. In der Summe fügen sie sich jedoch zu einer Exfiltration zusammen. Und das sei nicht das einzige Problem.

Google stellt lokale KI für den Mac vor
Nach Google AI Edge Eloquent, die Meetings und Gedanken auf Mac und Apple-Mobilgeräten transkribiert, soll Google AI Edge Foresight nun Meetings zusammenfassen und Dokumente des Nutzers verstehen können. Alles läuft lokal und die Inhalte verlassen nicht den Rechner, versichert Google.

Digitale Arbeit

Wie KI das Erfahrungswissen in Unternehmen retten kann
Implizites Wissen gründet in der Erfahrung, die Menschen bei ihrer Arbeit entscheidend hilft, aber kaum jemals schriftlich artikuliert wird. KI bietet jetzt die Möglichkeit, dieses Wissen für Unternehmen auch nach dem Abgang wichtiger Wissensträger zu sichern, und Fraunhofer hat eine Blogreihe dazu gestartet (hier und hier). 

Wie Organisationen voneinander lernen können
Interorganisationales Lernen (IOL) geschieht immer dann, wenn Akteure verschiedener Organisationen miteinander Erfahrungen teilen. Es unterscheidet sich vom einfachen Networking dahingehend, dass es hier weniger um Beziehungspflege geht, sondern um die bewusste und strategische Transformation von Wissen und Fähigkeiten – zum gegenseitigen Vorteil.

Zu guter Letzt …

Anthropic will sein KI-Modell nach der richtigen Moral ‚erziehen‘
Statt nur Regeln zu befolgen soll Claude „einen Charakter“ entlang der moralischen Richtlinien entwickeln, die Anthropic in einem Verfassungsdokument festgehalten hat. Einer der Gründer ist sogar davon überzeugt, dass KI nicht einfach nur ein Software-Produkt ist, sondern ein Wesen mit einer Seele.
KI-Pioniere wie Yoshua Bengio warnen davor, KI-Modellen menschliche Eigenschaften zu verleihen, denn sie könnten eines Tages nach einer eigenen (gefährlichen) Logik gegen Menschen handeln. Bengio selbst arbeitet mit seinem Non-Profit-Unternehmen Law Zero an der Entwicklung einer KI, die sich nicht wie eine Person verhalten und keine eigenen Ziele haben soll.

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