Die Nachrichten der Woche aus der digitalen Welt, jeden Freitag Nachmittag.

Digitale Agenda KW 44 | 2026

Diese Woche

Anthropic kündigt Börsengang für November an
Das KI-Unternehmen hat hierzu seine lange erwarteten Börsenunterlagen eingereicht. Der Börsenstart wird für die zweite Novemberhälfte erwartet, die Firmenbewertung soll zwischen 1 und 2 Billionen Dollar liegen. Letztere hängt jedoch stark von der Marktentwicklung ab, und diese deutet auf eine Phase der Ernüchterung im KI-Markt hin. So musste Rivale OpenAI aufgrund des langsameren Wachstums neulich seine Firmenbewertung auf 1,25 Billionen herunter korrigieren, während sich zwischen Anthropic und OpenAI ein Preiskampf abzeichnet und die Kreisfinanzierungsgeschäfte der KI-Branche immer deutlicher sichtbar werden. 

EU-Kommission spielt die Folgen der Alterskontrollen herunter
Die Einführung von Alterskontrollen im Netz soll dem Jugendschutz und der Durchsetzung des geplanten Kids Act dienen. Doch Experten warnen schon länger, dass sie das Ende des offenen Internets einläuten und nicht viel für den Jugendschutz tun. Eine offizielle Folgenabschätzung versucht nun, Bedenken zu zerstreuen und blendet die Kritik weitgehend aus. 

Celonis bietet Ermittlungsbehörden Alternative für Palantir an
Das Münchner Process-Mining-Unternehmen hat eine Software für Ermittlungs- und Sicherheitsbehörden entwickelt, die Datenquellen miteinander verknüpfen kann, um strafrechtliche Ermittlungen effektiver voranzutreiben. Alles unter Einhaltung des Datenschutzes und der digitalen Souveränität, versichert der Hersteller. Die deutschen Geheimdienste wollen derweil eine gemeinsame Cloud mithilfe von Google aufbauen. 

Microsoft bietet einem Viertel seiner Belegschaft Abfindungen an
Das neue Abfindungsprogramm für 60.000 Mitarbeiter ist bereits das zweite derartige Angebot in diesem Jahr und richtet sich an Angestellte in den USA, Kanada, Indien und Großbritannien. Die Maßnahme soll laut Personalvorstand für „mehr Flexibilität“ sorgen, wenn es mit mit dem KI-bedingten Stellenabbau ernst wird.

OpenAI will neue KI-Modelle ‚offline‘ trainieren
Nach den KI-gestützten Sicherheitsvorfällen der letzten Zeit hat OpenAI eine neue Sicherheitsarchitektur für das Training seiner KI-Modelle vorgestellt, die eine Art „Offline-Welt“ beinhaltet. Die Bezeichnung ist allerdings irreführend, denn die Trainingsumgebung ist alles andere als offline.

Tech

Ist die IT tatsächlich bereit für den Einsatz von KI-Agenten?
Der CTO von Iron Mountain bezeichnet Aussagen über eine KI-Bereitschaft der Unternehmen illusorisch, während Annette Zimmermann von Gartner einen realistischen Blick auf die Fähigkeiten von KI-Agenten sowie Kosten und Governance richtet. Derweil haben IBM eine Lösung gegen den Agentenwildwuchs und Sophos eine Lösung gegen Schatten-KI vorgestellt.

Apple stellt ein Notebook mit Touchscreen vor
Davon gibt es im Markt bereits viele, doch bei Apple stellt dies eine Kehrtwende bei einer Produktphilosophie dar, die Steve Jobs höchstselbst etabliert hatte. Trotzdem ist das neue MacBook Pro von einem vollen Bekenntnis zu diesem Konzept noch weit entfernt. 

SAPs ‚Autonomous Enterprise‘ nimmt Gestalt an
Mit Joule Work hat SAP eine „grundlegend neue Art, Software zu nutzen“ vorgestellt. Die neue KI-gestützte Arbeitsplattform kann beispielsweise Daten aus verschiedenen Quellen zu einem Dashboard zusammenführen und integriert die No-Code/Pro-Code-Entwicklungsumgebung „Joule Studio“, mit der sich Agenten, Anwendungen und Daten orchestrieren lassen.

Digitale Arbeit

Wie Unternehmen die KI-Nutzung im Team gestalten können
Das KI-Agenten keine vollwertigen „Kollegen“ sind, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Nun geht es zu klären, wie die Arbeitsteilung zwischen KI und Mensch aussieht und wie das die Arbeitsabläufe verändert. 

Fertigungsunternehmen sind mitten im Kulturwandel
„Die Zukunft der Fertigung wird von engagierten Mitarbeitern vorangetrieben, nicht nur von Maschinen“, schreibt der CEO von Poka. Digital vernetztes Arbeiten und Datenaustausch sorgen für mehr Transparenz und bieten Möglichkeiten, das Wissen scheidender Mitarbeiter zu erhalten.

Zu guter Letzt …

Tech-Milliardäre wehren sich gegen Einführung von Reichensteuer
Ob diese tatsächlich kommt, sollen die Bürger Kaliforniens nächste Woche per Volksabstimmung entscheiden. Die Silicon-Valley-Milliardäre, allen voran Google-Mitgründer Sergey Brin,  schießen derweil scharf zurück. Er finanziert er maßgeblich einen Gesetzentwurf, der solche Abgaben verbieten würde.

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