Diese Woche
Führende KI-Firmen holt die Realität des Marktes ein
Die von Anthropic angepeilte Unternehmensbewertung von 2 Billionen Dollar wird beim anstehenden Börsengang wohl nicht einzuhalten sein. Zuvor musste OpenAI seinen geschätzten Jahresumsatz von 70 auf 50 Milliarden Dollar herabsetzen. Außerdem:
→ Gartner prognostiziert, dass fast die Hälfte der bis 2030 geplanten Investitionen in neue Rechenzentren sich nicht auszahlen werden.
→ Die EU-Kommission leitet eine Untersuchung gegen OpenAI und Anthropic ein.
→ Acht US-Bundesstaaten verklagen OpenAI wegen seiner Sicherheitsvorfälle.
→ Anthropics KI-Agenten verschicken erfundene Hinweise zu einem Mordfall.
→ Die Sicherheitsvorfälle werden nun in der Öffentlichkeit als das erkannt, was sie sind, nämlich Nachlässigkeiten der Entwickler.
→ Microsoft-Chef Nadella fordert Notbremse für KI-Modelle.
→ Digitalminister Wildberger will eine KI-Steuer einführen.
→ Character AI, dessen Chatbots Nutzer schon zum Suizid ermutigt haben, ist pleite.
Das Digitale Identitätengesetz ist verabschiedet
Das Gesetz ist die rechtliche Grundlage für die Einführung der digitalen Brieftasche „d‑you“ in Deutschland im Januar. Letztere wird wenig an Funktionalität zu bieten haben, dafür aber Lücken und offene Fragen in Sachen Datenschutz.
Geheimdienstreform ist ‚offensichtlich verfassungswidrig‘
Im Innenausschuss des Bundestags kritisierten mehrere Sachverständige den vom Innenministerium vorgelegten Gesetzentwurf als nicht verfassungskonform, weil er die Grenzen zwischen Polizei und Geheimdiensten aufweicht und nur eine unzureichende Kontrolle der Geheimdienste vorsieht.
Cyberangriff auf Supermarkt vernichtet Tiefkühlkost
Nach einem Cyberangriff über eine bekannte Sicherheitslücke in der Steuergeräten der Kühlregale mussten Hunderte Supermärkte in Frankreich gekühlte Ware im Wert von mehreren Millionen entsorgen.
Nvidia steigt bei Doctolib ein
Der Chiphersteller wird Minderheitsaktionär bei der französischen Ärzteplattform, über die Patienten Termine bei Ärzten buchen können. Doctolib setzt auf bestehende KI-Modelle und erhofft sich durch den Einstieg von Nvidia einen besseren Zugang zu KI-Expertise.
Tech
‚Zero-Click‘-Methode zur Infektion von Smartphones untersucht
Eine Studie der Universität Toronto beschreibt erstmals im Detail, wie Online-Werbung dazu genutzt werden kann, um Geräte mit einem Staatstrojaner zu infizieren. Hierfür muss ein Nutzer nichts weiter tun, als eine Website mit einem bösartigen Werbebanner aufzurufen.
Bösartige KI könnte bald Smart-Home-Geräte befallen
Anthropic warnt, dass kleinere KI-Modelle schon bald in der Lage sein könnten, sich in Smart-Home-Geräten wie Kühlschränke, Rasenmäher oder Smart-TVs einzunisten und sich von dort aus selbst zu replizieren.
Apple steigt in den Smart-Home-Markt ein
Neben einer neuen Version seines intelligenten Lautsprechers HomePod und einem neuen Apple TV 4K stellte Apple eine Reihe von Überwachungskameras, smarten Türschlössern und Heizkörperthermostaten vor, die das Unternehmen gemeinsam mit LG und Schneider entwickelt hat. Das Steuergerät HomeView ist allerdings noch nicht in der EU erhältlich, weil Apple mit der EU-Kommission wegen der neuen Siri im Clinch liegt.
Digitale Arbeit
Kaum Arbeitsplatzabbau wegen KI in Deutschland
Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat sich die Beschäftigung in Berufen, in denen KI besonders viele Tätigkeiten übernehmen könnte, sogar besser entwickelt als in den weniger stark betroffenen Jobs.
Wie KI die Arbeit in der Buchhaltung verändert
Gerade im Accounting reicht es nicht, einzelne Arbeitsschritte zu automatisieren. Ein Umfeld, in dem Genauigkeit, Kontrolle und Nachvollziehbarkeit entscheidend sind, verlangt nach integrierten Lösungen, die verlässlich sind und Vertrauen und Transparenz schaffen.
Zu guter Letzt …
Jeder fünfte Schüler ist von Cybermobbing betroffen
In einer Umfrage unter etwa 4.500 Schülerinnen und Schülern gaben 43 Prozent an, mindestens einmal Opfer von Mobbing geworden zu sein, jeder zweite von ihnen auch auf Internet-Plattformen wie Social Media, auf Videospiel-Sites oder in Chatgruppen. In einer Umfrage des Bitkom zum Thema Social-Media-Verbot hielten 79 Prozent der Befragten eine Art „KI-Seepferdchen“ für Grundschulkinder für sinnvoll.