Die Nachrichten der Woche aus der digitalen Welt, jeden Freitag Nachmittag.

Digitale Agenda KW 39 | 2026

Diese Woche

OpenAI, Anthropic und KI-Experten fordern globale KI-Regulierung
Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats zum Thema Gefahren durch KI haben Vertreter der Tech-Branche vor den Risiken dieser Technologie gewarnt und für ein langsameres Vorgehen plädiert. Vorausgegangen waren zahlreiche Warnungen von KI-Experten vor dem Gefahrenpotenzial der KI sowie Forderungen von Politikern vieler Länder nach einer weltweiten KI-Regulierung.
Die Sorgen um die Gefahren mögen berechtigt sein, doch dass ausgerechnet OpenAI und Anthropic am lautesten Alarm schlagen, während Google sich auffällig zurückhält, könnte auf ein anderes Problem deuten. Die beiden leben momentan von Investorengeld, sind stark defizitär, ihnen geht aufgrund der großen Nachfrage die Rechenkapazität aus und der geplante Börsengang musste bei beiden verschoben werden, weil der Markt ihre angepeilten Unternehmensbewertungen nicht mitträgt. Google hat diese Probleme nicht. Es baut seine KI-Prozessoren und Rechenzentren selbst, ist hochprofitabel und hat ein umfassendes KI-Anwendungsportfolio, mit dem es Unternehmen ansprechen kann – mit niedrigeren Preisen. Eine weltweite Verlangsamung des KI-Wettlaufs könnte OpenAI und Anthropic etwas Luft verschaffen. Doch sie ist nicht in Sicht, weil auch China nichts davon hätte. Entsprechend gab es beim Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping nichts über KI-Regulierung zu verlautbaren, außer die Einrichtung eines KI-Gesprächskanal für Notfälle zu prüfen. 

OpenAI und Google erneut mit Hacks in den Schlagzeilen
Bereits im Juni verschafften sich autonome KI-Agenten von OpenAI Zugang zu einer Website der Regierung von Australien und griffen auf Daten der Gesundheitsbehörde zu. OpenAI informierte die Behörden erst im September und erntete dafür reichlich Kritik. Googles KI hackte bereits im Mai drei Unternehmen, machte den Vorfall aber nicht öffentlich, weil „kein Schaden entstanden“ sei.

Ausspionieren von Standorten kostet Google 403 Millionen Euro
Zwischen 2018 und 2020 hat Google den Standort seiner Android-Nutzer ohne deren Zustimmung verarbeitet. Die irische Datenschutzbehörde hat sich weitere Strafzahlungen vorbehalten, doch die Strafsumme wird angesichts von Googles Profiten und der Schwere des Vergehens von vielen Datenschützern als viel zu klein empfunden. 

Investitionen in KI steigen um fast 50 Prozent
Einer Schätzung von Gartner zufolge werden die weltweiten Ausgaben für KI dieses Jahr um 49,5 Prozent auf 2,7 Billionen Dollar steigen, nächstes Jahr um weitere 36,2 Prozent. Laut Bitkom steigen die KI-Investitionen in Deutschland dieses Jahr um 48 Prozent, im nächsten Jahr um 40 Prozent. 

Kommt die Nutzung personenbezogener Daten für KI-Training?
Die Datenschutzorganisation von ‚Facebook-Schreck’ Max Schrems befürchtet, dass im Rahmen des kommenden Digitalen-Omnibus-Gesetzes der EU KI-Konzernen eine Pauschalerlaubnis für den Zugriff auf personenbezogene Daten für das Training ihrer KI-Modelle erteilt wird. Der Zugriff auf solche Daten soll zu „berechtigten Interesse“ erklärt werden, während die Cookie-Banner abgeschafft werden.

Tech

KI-Agenten kosten noch viel Aufwand, bringen aber wenig Ertrag
Eine Untersuchung von McKinsey ergab, dass nur 37 Prozent der Unternehmen bei ihren KI-Initiativen positive Auswirkungen auf ihre Erträge verzeichnen können, während 93 Prozent von ihnen ihre KI-Budgets sprengen. Agentic AI sei wiederum technisch noch nicht ausgereift genug, um eine positive Wirkung zu entfalten.

Nach der Schatten-Cloud und Schatten-KI: Shadow Agents
In einer Umfrage von Veeam berichten Unternehmen von Sicherheitsbedenken bei KI-Workflows und autonomen KI-Agenten. Gleichzeitig steigt der Druck auf Führungskräfte wegen der steigenden Rechenschaftspflicht samt persönlicher Haftung sowie der mangelnde Daten-Governance.

Voraussetzungen für den Einsatz von KI-Agenten in Workflows
KI-Agenten sind nicht einfach irgendeine Anwendung, sondern stellen einen grundlegenden Wandel im Hinblick auf die internen Prozesse dar. Für deren produktiven Einsatz müssen deshalb eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein.

Digitale Arbeit

Wieviel KI steckt wirklich in Facebooks Muse?
Meta will seine Muse AI als persönlichen Assistenten für den Alltag positionieren, der Nutzern eine Vielzahl von Aufgaben proaktiv abnehmen kann. Doch nun wurde bekannt, dass Meta eine „menschliche Zwischenebene“ testet, bei der ein Callcenter Anrufe, die eigentlich die KI übernehmen soll, „abschließt“. 

Tipps für die Einrichtung von KI-Schulungen
Führungskräfte müssen ihre Teams nicht nur schulen, sondern auch dafür sorgen, dass diese Trainingsprogramme richtig ausgerichtet sind. Eine Reihe von Experten geben Tipps, worauf dabei zu achten ist. 

Zu guter Letzt …

Smarte Kühlschränke fallen nach Update komplett aus
Der Vorfall ereignete sich in Südkorea und ausgerechnet vor einem großen Feiertag, im Vorfeld dessen die Menschen ihre smarten Kühlschränke mit Delikatessen füllten. Ein Unternehmenssprecher von Hersteller Samsung bestätigte das Problem und versprach Notfallmaßnahmen, die aber für viele Lebensmittel zu spät kamen.

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