Die Nachrichten der Woche aus der digitalen Welt, jeden Freitag Nachmittag.

Digitale Agenda KW 31 | 2026

Diese Woche

OpenAI und Anthropic entpuppen sich zunehmend als Gefährder
Der Einbruch bei Hugging Face war wohl nur die Spitze des Eisbergs: Auch andere Firmen waren von den Angriffen des neuen ChatGPT-Modells betroffen, wie OpenAI selbst zugegeben hat. Außerdem wurde jetzt bekannt, dass auch das neue Modell von Anthropic bei Testläufen ungeplant in Computersysteme von drei Unternehmen eindrang. Doch sosehr solche „Eigenmächtig ausgebrochen“-Stories seitens der KI-Firmen für PR-Zwecke ausgeschlachtet werden, es ist nicht die „Allmacht der KI-Modelle“, die für derlei Vorfälle verantwortlich ist,. Schon eher die Nachlässigkeit der KI-Entwickler in Sachen Security, die langsam die gesamte digitale Industrie und die Privatsphäre ihrer Nutzer gefährdet.

Zirkelgeschäfte der KI-Branche bereiten Anlegern Sorgen
Letztes Jahr kündigte OpenAI mehrere Deals für den Aufbau neuer Rechenzentren an, mitunter einen 300-Milliarden-Deal mit Oracle – obwohl es noch keinerlei Aussicht auf Profitabilität hat. Nun will Nvidia Garantien in Höhe von 250 Milliarden Dollar für diese Projekte bereitstellen – wohl auch, um den Absatz der eigenen Prozessoren zu sichern. Diese Art Geschäfte sorgen nun dafür, dass Anleger der KI-Branche langsam den Rücken kehren (€). 

EU will sieben KI-Gigafactories auf den Weg bringen
Mit knapp 10 Milliarden Euro will die EU den Aufbau neuer KI-Rechenzentren fördern. Die Initiative ist Teil der Strategie, eine souveräne europäische KI-Infrastruktur aufzustellen und den Zugang zu Hochleistungsrechnern zu verbessern. Nun sollen sich Unternehmen wie die Telekom, Schwarz Digits, IONOS und andere mit entsprechenden Projekten bewerben.

Geheimdienstreform als Vorbereitung auf den Ausnahmezustand
Die geplante Geheimdienstreform des Innenministeriums enthält mehrere Maßnahmen, die von Experten als nicht verfassungskonform bezeichnet werden. Doch im Kriegsfall oder der Erklärung des Ausnahmezustands würden nach dem Gesetzentwurf die Geheimdienste komplett außer Kontrolle agieren. 

Erweiterte Kennzeichnungspflicht für KI-Produkte tritt in Kraft
Am Sonntag läuft die Übergangsfrist für eine Reihe von Regeln des EU-KI-Gesetzes (AI Act) ab. Dazu gehört die Kennzeichnung von KI-Chatbots für Verbraucher, die Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten und Bildern sowie die Emotionserkennung. 

Tech

IT-Firmen gründen Sicherheitsallianz für KI
Während Mitarbeiter von KI-Firmen eine weltweite Verlangsamung des Entwicklungstempos für KI fordern (als wären ihre Arbeitgeber dazu bereit, dies einzuhalten), gründen 30 große IT-Konzerne (darunter OpenAI, Google, IBM, Palantir und Microsoft) eine neue Allianz, um Open-Source-Modelle zur Cyberabwehr bereitzustellen. 

6G soll auch als Umgebungsradar eingesetzt werden
Der neue Mobilfunkstandard soll ab 2030 nicht nur zur Datenübertragung dienen, sondern auch als eine Art Radar seine Umgebung erfassen können – inklusive Menschen ohne Smartphone. Die Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder warnen bereits jetzt vor einer lückenlosen Überwachung. 

Apple soll seine Pläne für Smart Glasses auf Eis gelegt haben
Laut Apple-Kenner Mark Gurman wollte Apple Ende dieses Jahres eigene Smart Glasses auf den Markt bringen, doch die Diskussion um die zunehmende gesellschaftliche Ächtung der Digitalbrille von Meta soll den Konzern dazu gebracht haben, die Markteinführung aufzuschieben.

Digitale Arbeit

Agentic Coding – auch etwas für Programmier-Laien?
Coding-Agenten machen die Erstellung von Software auch für Laien möglich – so die Theorie. Profis hingegen warnen, mitunter weil Laien das Ergebnis kaum beurteilen können. Wo genau liegen die Hürden und Risiken und was kann man tun, um sie einzugrenzen?  

Welche Fehler Sie bei Kanban nicht begehen sollten
Kanban ist die am weitesten verbreitete agile Arbeitsweise und gilt als Garant für effiziente Workflows, schnelle Durchlaufzeiten und selbstorganisierte Teams. Hier sind die neun Fallstricke, die Sie mit Ihrem Team vermeiden sollten. 

Zu guter Letzt …

KI-gestützte Dating App soll die Geburtenrate erhöhen
Japan gehört zu den Ländern mit einer schnell alternden Bevölkerung – mangels Nachwuchs. Regierungsbehörden versuchen seit Jahrzehnten dieses Problem auf vielerlei Weise zu bekämpfen. Vor zwei Jahren hat die Hauptstadt Tokio eine KI-gestützte Dating App eingeführt, und die Ergebnisse lassen sich durchaus sehen. 

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