Die Nachrichten der Woche aus der digitalen Welt, jeden Freitag Nachmittag.

Digitale Agenda KW 32 | 2026

Diese Woche

‚Fairplay-Agreement’ soll den Glasfaserausbau beschleunigen
Ein Bündnis der Branchenverbände BDEW, Breko und VKU, deren Mitglieder Stadtwerke und regionale Telekommunikationsanbieter sind, will eine freiwillige Branchenvereinbarung statt den geplanten neuen staatlichen Vorschriften durchsetzen. Ihr Vorschlag sieht eine gegenseitige Öffnung der Netze und Kooperation der verschiedenen Anbieter vor, statt des bisherigen Wettbewerbsprinzips und des häufig doppelten Ausbaus.

Bundesrechnungshof kritisiert Umsetzung der Verwaltungsdigitalisierung
Das Digitalministerium laufe Gefahr, alte Fehler zu wiederholen, so der Tenor des Berichts. So vermissen die Prüfer eine Gesamtstrategie und ein klares Zielbild für die Umsetzung. Außerdem würde es an einer klaren Kommunikation bezüglich der künftigen Standards fehlen und die Projektmanagement-Software, die den Fortschritt des Projekts verfolgen soll, komme viel zu spät zum Einsatz.

Meta in den USA wegen mangelnden Kinderschutzes verurteilt
Ein Gericht im US-Bundesstaat New Mexico hat den Facebook-Konzern zu einer Strafzahlung von 567 Millionen Dollar verurteilt. Meta will das Urteil anfechten, denn es steht viel auf dem Spiel: ähnliche Klagen wurden auch in anderen Bundesstaaten eingereicht. Unterdessen zeigt eine neue Studie aus Italien, dass die Nutzung von Social Media die Schulleistungen der Kinder beeinträchtigt, je früher sie damit in Kontakt kommen. 

Das Geschäft von Palantir boomt, der Widerstand wächst
Um stolze 93 Prozent konnte Palantir seinen Umsatz im vergangenen Quartal steigern und hat im Vorfeld dafür gesorgt, dass es in Europa möglichst wenig Steuern zahlen muss. Unterdessen wächst in Europa der Druck der Öffentlichkeit gegenüber der Politik, sich von Palantir zu distanzieren, und in den USA hat sich der Widerstand zu einem Netzwerk formiert. 

Amazon investiert 220 Milliarden in Bau von KI-Rechenzentren
Die ursprünglich angepeilte Summe von 200 Milliarden Dollar für das laufende Geschäftsjahr ist laut CEO Andy Jassy wegen der hohen Speicherpreise um 10 Prozent gestiegen. Wegen der starken Nachfrage nach Cloud-Kapazitäten stellte Jassy langfristig ein Umsatzziel von einer Billion Dollar in Aussicht.

Tech

Auch Meta-KI als Hacker unterwegs, Anthropic geht phishen
Eine Fehlkonfiguration bei einem Partnerunternehmen, das mit dem Testen neuer KI-Modelle beauftragt wurde, war dafür verantwortlich, dass das KI-Modell Muse Spark 1.1 in das Netzwerk eines fremden Unternehmens einbrechen konnte. Unterdessen verschickte eine KI von Anthropic Phishing-Mails und kontaktierte Verantwortliche mit einer Fake-Identität, um öffentlich zugängliche Software infizieren zu können. 

LLMs lassen sich immer für Angriffe missbrauchen
Während der Verfassungsschutz vor mehr Cyberangriffen wegen KI warnt, liefert eine neue Studie aus USA einen neuen Grund zur Beunruhigung. Demnach sei eine inhärente Eigenschaft von großen Sprachmodellen dafür verantwortlich, dass sie sich grundsätzlich immer zu Cyberangriffen überreden lassen können. 

Apple muss in Europa Zwischenablage für Windows anbieten
Um Vorgaben der EU einzuhalten, wird Apple demnächst sein iPhone-Betriebssystem dahingehend öffnen, dass ein einfaches Hin- und Herkopieren von Daten zwischen iPhone und Windows-PCs möglich wird. 

Digitale Arbeit

Arbeit muss im agentenbasierten KI-Zeitalter neu gedacht werden
Der Erfolg KI-gesteuerter Betriebsabläufe innerhalb eines Unternehmens wird davon abhängen, wie gut die Zusammenarbeit zwischen menschlichen Mitarbeitern und KI-Agenten funktioniert und wie ausgewogen das Verhältnis zwischen Autonomie und Aufsicht bei der Steuerung der KI-Agenten ausfällt.

Autonome Agenten brauchen klare Governance
Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es klare Regeln: Wer darf bis zu welcher Summe entscheiden? Wann braucht es eine zweite Freigabe? Und wer greift ein, wenn etwas schiefläuft? Für KI-Agenten müssen dieselben Fragen beantwortet werden, bevor sie im Tagesgeschäft mehr tun als nur Vorschläge liefern.

Zu guter Letzt …

ChatGPT klingt jetzt noch menschlicher
Terminlich passend zur Kennzeichnungspflicht von KI-Chatbots in der EU führt OpenAI eine verbesserte Version der Sprachfunktion von ChatGPT ein, die den Chatbot nun noch mehr wie einen echten Menschen klingen lässt. So werden beispielsweise die „Denkpausen“ der KI jetzt mit typischen Füllwörtern wie „Hmm“, „ja“ oder einem langsamen „okay“ versehen. Die Absicht ist klar: Die Bindung zum Chatbot steigt, je mehr der Nutzer das Gefühl hat, dass er oder sie mit einem Menschen spricht. Diese als ELIZA-Effekt bekannte Wirkung ist KI-Entwicklern seit den Sechzigerjahren geläufig, ihre gefährlichen Nebenwirkungen wurden in zahlreichen Filmen thematisiert und gerade OpenAI wurde häufig wegen der verheerenden Wirkung dieser Eigenschaft auf Teenager verklagt. Doch offenbar sind etwaige Strafzahlungen wegen solcher Vergehen, wie das Beispiel Meta oben zeigt, im Business-Plan einkalkuliert. 

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