Die Nachrichten der Woche aus der digitalen Welt, jeden Freitag Nachmittag.

Digitale Agenda KW 43 | 2026

Diese Woche

EU-Länder einigen sich beim digitalen Omnibus
Die EU-Staaten haben sich auf eine gemeinsame Position in Sachen ‚Digitaler Omnibus‘ verständigt. Das neue Gesetzespaket soll die bisherigen digitalen Gesetze, von der DSGVO bis zum AI Act, miteinander harmonisieren. Die Prioritäten der Staaten liegen beim Schutz von Betriebsgeheimnissen, einer Lockerung des Datenschutzes und der Freigabe persönlicher Daten für das KI-Training. Kritiker sehen die Reform als Abbau von digitalen Grundrechten. 

Bundesregierung will mit Nvidia zusammenarbeiten
Bundeskanzler Merz und Nvidia-Chef Jensen Huang unterzeichneten diesbezüglich eine Absichtserklärung. Die Kooperation zielt primär auf die Entwicklung von Physical AI und KI-gesteuerten Robotern ab. Befürchtungen über ein Zurückfallen von Europa in Sachen KI wies Huang zurück, mahnte aber einen Umbau von Deutschland an. 

Europäisches Konsortium tritt gegen Starlink an
Nachdem Elon Musk die Absicht geäußert hat, Starlink zu einem terrestrischen Mobilfunkanbieter auszubauen, planen Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica und Orange, ein eigenes europäisches Satelliten-Mobilfunknetz zu starten. Nun sollen Funkfrequenzen erworben werden, die direkte Mobilfunkverbindungen ins All ermöglichen. 

Cloud-Provider häufen Schulden von 2,7 Billionen Dollar an
Microsoft, Meta, Alphabet, Amazon und Oracle sind Leasing-Verträge in Höhe von 1,1 Billionen Dollar über die nächsten fünf Jahre eingegangen und haben darüber hinaus Verpflichtungen für den Bau neuer Rechenzentren über 1,6 Billionen – sofern letztere überhaupt zustande kommen. Microsoft ist kürzlich aus einem Deal über ein neues Rechenzentrum in Großbritannien ausgestiegen, weil die Stromversorgung nicht gesichert war. Die „Schattenschulden“ tauchen bis dato nicht in den Bilanzen der Unternehmen auf. 

Stehen Verhaltensscanner in Berlin auf der Kippe?
Die öffentliche Kritik über das Ausmaß an eingeführten sowie geplanten Überwachungsmaßnahmen, allen voran den neu installierten Verhaltensscannern (FAQ), könnte bei den Koalitionsverhandlungen für die künftige Berliner Stadtregierung Kurskorrekturen nach sich ziehen. 

Tech

Schwerwiegende PHP-Lücke hält das Web immer noch in Atem
Eine kritische PHP-Sicherheitslücke, die bereits im Sommer von KI-Modellen entdeckt wurde, stellt immer noch eine Bedrohung für Millionen von Websites dar. Zahlreiche Websites haben daraufhin PHP-Funktionen abgeschaltet und waren nur eingeschränkt nutzbar. Während die Updates langsam kommen, laufen die Cyberangriffe millionenfach weiter. An der Infrastruktur des Bundes gab es bisher keinen Schaden. Der Städte und Gemeindebund fordert von Bund und Ländern mehr Schutz vor Cyberangriffen.
Was nun grundsätzlich und im Detail zu tun ist, falls Sie noch nicht reagiert haben.

Anthropic stellt persönlichen agentischen KI-Assistenten vor
Rechtzeitig zum anstehenden Börsengang steht „Claude Duet“ als Research Preview zu Verfügung, zunächst nur in den USA und mit Warteliste. Die Aufgaben, die Duet für Nutzer übernimmt, reichen von Terminabsprachen über Dashboards und Prognosen bis zu Prototypen und Web-Apps. 

Wie Sie KI-Compliance sicherstellen können
Gute KI-Governance stellt sicher, dass der KI-Einsatz in Bezug auf den AI-Act rechtskonform ist und Unternehmen frei von Haftungsansprüchen bleiben. Hier sind fünf Best Practices für die transparente und rechtssichere KI-Nutzung sowie ein Leitfaden von Bitkom, der speziell auf Haftungsfragen ausgerichtet ist. 

Digitale Arbeit

Physical AI: Die eigentliche Herausforderung ist die Organisation
Der Einsatz von generativer KI, autonomen Agenten und physischen Systemen in Kombination lässt bei den Unternehmen eine organisatorische Aufgabe entstehen: Sie müssen Verantwortlichkeiten klären, Aufsichtsmechanismen etablieren und das Zusammenspiel von Mensch und System neu strukturieren. 

Auch Cybersicherheit ist zum Teil eine organisatorische Aufgabe
Am Beispiel des Cyberangriffs auf die Berliner Stadtverwaltung wurde deutlich, dass Cybersicherheit kein reines IT-Problem ist, sondern auch ein organisatorisches. Erst wenn im Vorfeld die notwendigen Schritte nach einem Vorfall klar sind, lässt sich die Betriebsfähigkeit zumindest teilweise aufrechterhalten. 

Zu guter Letzt …

Google muss Luftaufnahmen von Privatgrundstücken löschen
Die Veröffentlichung von Luftbildaufnahmen eines bewohnten Grundstücks sind ohne die Zustimmung des Besitzers zu unterlassen, sofern Grundstücksbereiche abgebildet werden, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, urteilte das Landgericht Frankfurt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, könnte aber wegweisend sein.

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